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Der Präsident des NWRI - Massoud Rajavi |
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Freitag, 27 Mai 2005 |
Der Präsident und offizielle Sprecher des Nationalen Widerstandsrates
Irans ist Massoud Rajavi. Massoud Rajavi wurde in der Stadt Tabas in
der nordöstlichen Provinz Khorassan geboren. Jüngster von fünf Brüdern
ist er graduierter Politologe von der Universität Teheran. Seine Brüder
haben ihre Hochschulausbildung in Frankreich, der Schweiz,
Großbritannien und Belgien vervollständigt. Der Älteste, Professor
Kazem Rajavi, wurde im April 1990 in Genf ermordet. Seine einzige
Schwester, Monireh, wurde 1988 nachdem sie zusammen mit ihren beiden
kleinen Kindern sechs Jahre Gefängnis erlitten hatte, hingerichtet.
Asghar Nazemi, ihr Mann, war zwei Jahre vorher hingerichtet worden.
Rajavis alte Eltern wurden 1981 von den Mullahs festgenommen und ins
Gefängnis geworfen. Seine erste Frau, Ashraf, war in der Schahzeit auch
eine der Mojahedin-Häftlinge. Sie heiratete Rajavi im Sommer 1979 und
wurde im Februar 1982 in Teheran umgebracht als Pasdaran ihr Haus
stürmten.
In seiner Zeit als Oberschüler war Herr Rajavi Sympathisant von
Ayatollah Taleqani und Mehdi Bazargans „Freiheitsbewegung“. In der
Universität kam er in Kontakt mit den Mojahedin und trat ihnen 1967
bei. Er stand in direkter Verbindung zum Gründer der Organisation,
Mohammad Hanifnejad, und wurde später Mitglied des Zentralkomitees.
Massoud Rajavi wurde 1971 festgenommen und zum Tode verurteilt. Sein
älterer Bruder, Professor Kazem Rajavi, organisierte eine weltweite
Kampagne zur Rettung seines Lebens, und sein Urteil wurde in
lebenslängliche Haft umgewandelt. Der SAVAK, der ihn wegen des
internationalen Drucks nicht hinrichten konnte, folterte Rajavi während
seiner gesamten Haftzeit. Amnesty International, das Internationale
Komitee des Roten Kreuzes sowie solche bekannten europäischen
Persönlichkeiten wie Francois Mitterand intervenierten vielmals, um
sein Leben zu retten. Im Januar 1979 wurde er mit der letzten Gruppe
politischer Gefangener freigelassen.
Trotz der schwierigen Bedingungen im Gefängnis musste Herr Rajavi das
Vakuum füllen, das durch die Hinrichtung der Führer der Mojahedin
entstanden war, und die Organisation wiederbeleben, die durch einen
internen Putsch von Marxisten erschüttert worden war. Er wandte
Tausende von Stunden unter außerordentlich einschränkenden Umständen
auf, um die politischen Positionen der Mojahedin zu formulieren und zu
lehren. All seine Aktivitäten mussten vor den Augen des SAVAK und der
Gefängnisaufseher verborgen bleiben. Krankheit und systematische Folter
vergrößerten die Schwierigkeiten seiner Aufgabe.
Jedes Mal, wenn der SAVAK Wind von seinen Bemühungen bekam, wurde er
erneut in die Folterkammern gebracht, aber er diskutierte weiter mit
seinen Zellengenossen. Danach leiteten die inhaftierten Mojahedin diese
Positionen an die Mojahedin weiter, die noch draußen waren. Massoud
Rajavi bezeichnete die marxistische Strömung, die nicht nur die
Organisation der Mojahedin erschüttert hatte, sondern auch die Einheit
und das Vertrauen unter den Oppositionskräften, als verräterisch und
abweichlerisch. Er wandte sich gegen ihre ungerechtfertigte Verwendung
des Namens der Mojahedin und betonte, dass die Ideologie der Mojahedin
der Islam sei und ihr Ziel der Sturz des Schahs und die Schaffung einer
unabhängigen sich auf das Volk stützenden Regierung. Diese
entschiedenen Positionen zwangen die Marxisten dazu, 1977 auf den Namen
Mojahedin zuverzichten. Er warnte davor, dass ihr Schlag gegen die
Mojahedin rückwärtsgewandten Interpretationen der Religion Auftrieb
geben werde und wies die Mojahedin an, ihren Abstand von den
Reaktionären zu wahren, als deren Ideologie er Khomeini identifizierte.
- Die größte Bedrohung der Mullahs
Am letzten Tag seiner Gefangenschaft sprach er vom Dach des
Qasr-Gefängnisses als Repräsentant der letzten Gruppe politischer
Gefangener zu Tausenden von Bürgern Teherans, die gekommen waren, um
seine Freiheit sicherzustellen. Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck,
dass die Gefängnisse für immer geschlossen werden würden und die
politische Freiheit im Iran etabliert werde.
Mehrere Tage vor Khomeinis Ankunft in Teheran rief sein Sohn Ahmad
Massoud Rajavi von Paris aus an und sagte ihm: „Sie haben im Iran sehr
viel Unterstützung, und wenn Sie eine politische Partei gründen, werden
sich Ihnen Millionen anschließen.“ Mehrere Wochen später sagte Ahmad
Khomeini Rajavi bei einem Treffen in Teheran: „Wenn Sie den Imam
unterstützen und sich gegen seine Gegner wenden, dann werden ihnen alle
Tore offen stehen, und Sie werden alles bekommen, was Sie brauchen.“
Rajavi wies Khomeinis Vorschlag zurück und sagte, dass die Mojahedin
für eine nationalistische, demokratische Regierung einträten.
Ein Jahr darauf, im Frühjahr 1980, traf sich Massoud Rajav mit Hashemi
Rafsanjani, damals Mitglied des Revolutionsrates und Innenminister, um
eine Beschwerde wegen der vielen Fälle von Betrug durch die Mitarbeiter
des Regimes bei den Parlamentswahlen einzureichen.
Rafsanjani sagte zu ihm: „Vergessen Sie das alles. Sie haben eine
Organisation, einen sehr guten Ruf und genießen großen Respekt. Wenn
Sie den Imam und die Velayat-e Faqih akzeptiert hätten, dann hätten
sich Ihnen alle Tore geöffnet. Sie haben uns gezwungen, Minister und
Abgeordnete aus dem Ausland ins Land zu bringen.“ Rajavi antwortete:
„Sie sollten nicht erwarten, dass wir die Knüppeln und die
Monopolisierung der Macht unter dem Banner des Islam akzeptieren.“
Schon bald nach der Revolution eröffneten die Mojahedin ihre eigene
kulturelle und ideologische Kampagne unter den Intellektuellen und der
jüngeren Generation, um sich Khomeinis despotischer und reaktionärer
Interpretation des Islam entgegenzustellen. Spät im Jahr 1979 begann
Rajavi eine Vortragsreihe über Philosophie in der Sharif-Universität
für Technik. Jede Woche nahmen 10.000 Studenten an diesen Vorlesungen
teil, und über 100.000 im ganzen Iran sahen sich deren Videoaufnahmen
an. Die Skripten wurden jede Woche in Auflagen von Hunderttausenden
veröffentlicht und im gesamten Iran verbreitet. Nach nur 16 Wochen
schloss Khomeini die Universitäten, und die Führer des Regimes
betonten, dass die Universitäten zu einer Basis für die Mojahedin
geworden seien.
- Khomeinis Fatwa gegen Rajavi
1980 zogen Rajavis Reden in Teheran und den Zentren der Provinzen
Hunderttausende an. Der Wendepunkt des meteorhaften Anstiegs der
Popularität der Mojahedin kam bei den Präsidentschaftswahlen im Januar
1980. Rajavis Kandidatur erhielt massive Unterstützung von der
demokratischen Opposition gegen das Mullah-Regime.
Der amerikanische Historiker Ervand Abrahamian schrieb in seiner
Darstellung jener Jahre: „Rajavis Kandidatur wurde nicht nur von den
Mojahedin angeschlossenen Organisationen unterstützt“. Sondern auch von
einer eindrucksvollen Reihe unabhängiger Organisationen einschließlich
der Fedayin, der Nationaldemokratischen Front, der Kurdischen
Demokratischen Partei, der Kurdischen Partei Revolutionärer Werktätiger
(Komula), der Gesellschaft Iranischer Sozialisten, der Gesellschaft für
die kulturellen und politischen Rechte der Turkmenen, Der Gesellschaft
junger Assyrer und der Gemeinsamen Gruppe der armenischen,
zoroastrischen und jüdischen Minderheiten. Rajavi erhielt auch die
Unterstützung einer großen Zahl von prominenten Persönlichkeiten: der
Witwe Taleqanis, Sheikh Ezzedin Hosaynis, des geistigen Führers der
sunnitischen Kurden in Mahabad, des Hojjat al-Islam Jalal Ganjehi;
fünfzig bekannte Mitglieder der iranischen Schriftstellervereinigung,
unter ihnen der Ökonom Naser Pakdaman, der Essayist Manuchehr
Hezarkhani und die säkularen Historiker Faradoun Adamiyyat und Homa
Nateq, und natürlich viele der Familien der frühen Opfer der Mojahedin,
vor allem der Hanif-nezhads, Rezais, Mohsens, Badizadegans,
Asgarizadehs, Sadeqs, Meshkinfams und Mihandusts. Die Mojahedin waren
zur Avantgarde der säkularen Opposition gegen die Islamische Republik
geworden.“
Fürchtend, dass Rajavis Sieg das Entstehen des totalitären religiösen
Staates, den er im Begriff war zu bilden, verhindern könnte, hielt
Khomeini seine frühere Zusage, sich nicht in die Wahlen einzumischen,
nicht ein, sondern veröffentliche eine Fatwa (ein religiöses
Rechtsgutachten) und legte so ein Veto gegen Rajavis Kandidatur für das
Präsidentenamt ein.
Dieser Schritt erhöhte nur die Popularität der Mojahedin. Bei den
ersten Parlamentswahlen vom März und April 1980 erhielten die Mojahedin
landesweit die zweit meisten Stimmen und kamen damit nur hinter
Khomerinis eigener Partei der Islamischen Republik und das trotz all
der Wahlfälschungen durch die herrschenden Mullahs.
Rajavi, der in Teheran kandidieret hatte, bekam 500.000 Stimmen, aber
Khomeini hinderte ihn daran, in den Majlis (Parlament) einzuziehen.
In einer Rede im Juni 1980 im Amjadieh-Stadion in Teheran kritisierte
Massoud Rajavi die Führer des Regimes wegen der Unterdrückung der
Freiheit. Dieses Treffen zum Gedenken an die Opfer des Knüppelns wurde
selbst angegriffen und so für das Regime zu einem großen Skandal.
Zwanzig Abgeordnete des neu einberufenen Parlaments verurteilten diesen Angriff in der ersten Stellungnahme dieser Körperschaft.
Politische Beobachter nannten zu diesem Zeitpunkt Rajavi bereits
einstimmig den Führer der Anti-Khomeini-Opposition. Mehrere Tage später
hielt Khomeini seine bis dahin schärfste Rede gegen die Mojahedin, in
der er freimütig seine Besorgnis über die Popularität Rajavis, der eine
Kampagne zur Vereinigung der demokratischen Oppositionskräfte eröffnet
hatte, äußerte.
Die Tageszeitung „Mojahed“ hatte zu dieser Zeit im Iran mit einer
Auflage von 500.000 die meisten Leser. Sie stellte anderen
Oppositionsgruppen und Persönlichkeiten einen Teil mit dem Titel
„Shora“ (Rat) zu Verfügung, um ihre Ansichten zu veröffentlichen.
Anfang 1981 erklärte Rajavi in einer Serie ausführlicher Interviews den
Standpunkt der Mojahedin gegenüber Khomeini und anderen politischen
Strömungen zur damaligen Zeit dar und schlug die Bildung einer Front
gegen religiöse Rückschrittlichkeit vor.
- Eine demokratische Alternative zur Tyrannei der Mullahs
Der rapide Aufstieg der Mojahedin war nichts, was Khomeini dulden
konnte. In den ersten paar Monaten des Jahres 1981 gab einen scharfen
Anstieg an bewaffneten Angriffen auf Demonstrationen der Mojahedin, die
Ermordung von Sympathisanten der Organisation beim Verkauf von deren
Zeitungen, und Fatwas verschiedener Mullahs überall im Land, in denen
erklärt wurde, dass es „von der Religion erlaubt“ sei, Mojahedin zu
ermorden und ihr Eigentum zu beschlagnahmen, weil sie „Apostaten“ seien
und die Islamversion der Mullahs nicht akzeptierten.
Am 20. Juni gab Khomeini einen öffentlichen Befehl an die
Revolutionsgarden heraus, die große Demonstration von einer halben
Million Bürgern Teherans, die dem Aufruf der Mojahedin gefolgt waren,
gegen die Tyrannei der Mullahs zu demonstrieren, zu zerschlagen.
Dutzende wurden erschossen und Hunderte festgenommen. Am gleichen Tag
begann eine Hinrichtungswelle. Zehntausende von Mitgliedern und
Unterstützern der Mojahedin und andere oppositionelle Aktivisten wurden
innerhalb weniger Monate in der blutigsten Säuberung der iranischen
Geschichte hingerichtet.
Massoud Rajavi gab am 21. Juli 1981 in Teheran die Bildung des
Nationalen Widerstandsrates Irans bekannt. Einige Tage später verließ
er Teheran in Richtung Frankreich an Bord eines iranischen Militärjets,
der von einem Team von Luftwaffenoffiziere geflogen wurde, die für die
Mojahedin waren.
In Paris stellte Rajavi der Weltöffentlichkeit den NWRI vor und
entlarvte die Gräueltaten der Mullahs. Er traf sich mit vielen
ausländischen politischen Führern und Persönlichkeiten und wurde von
Hunderten von Journalisten aus der ganzen Welt interviewt.
- Ein mutiger Durchbruch für den Frieden
1983, nach Iraks Abzug vom Territorium Irans, eröffnete Rajavi eine
massive Friedenskampagne, weil es keine Notwendigkeit mehr dafür gab,
diesen brudermörderischen Krieg fortzusetzen. Er präsentierte im März
1983 einen Friedensplan auf der Basis des Algier-Abkommens von 1975.
Der Plan erhielt die Unterstützung vieler Regierungen, politischer
Parteien und von 5.000 Parlamentsabgeordneten und politischen
Persönlichkeiten aus der ganzen Welt.
Unter dem Druck der französischen Regierung nach deren geheimen
Absprachen mit den Mullahs zum Zweck der Freilassung französischer
Geiseln im Libanon verlegte Rajavi im Juni 1986 sein Hauptquartier von
Paris in die iranisch-irakische Grenzregion. Ein Jahr später
verkündigte er die Bildung der Nationalen Befreiungsarmee Irans als
militärischem Arm des iranischen Widerstands.
Unter Rajavis Oberkommando errang die NLA in über 100 militärischen
Operationen wichtige Siege gegen die Revolutionsgarden und
Eliteeinheiten der Streitkräfte der Mullahs. Kurze Zeit nachdem
NLA-Kräfte die Stadt Mehran im Juni 1988 befreit hatten, war Khomeini
gezwungen, einen Waffenstillstand zu akzeptieren, obwohl er zuvor
geschworen hatte, den Krieg „bis zum letzten noch stehenden Gebäude im
Iran“ fortzuführen.
Ein Jahr nach dem Waffenstillstand beraubte der Tod Khomeinis das
Mullah-Regime seiner wichtigsten Stütze. Seit damals, während der acht
Jahre des Duos Khamenei-Rafsanjani an der Spitze des Regimes und
insbesondere nach der Triumvirats-Führung, die entstand nachdem Khatami
1997 Präsident wurde, wird das Mullah-Regime von Fraktionskämpfen
geplagt. Von chronischer Instabilität und zahlreichen politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Krisen. Angesichts dieses Regimes hat
Massoud Rajavi seine Fähigkeit gezeigt, die Widerstandsbewegung in
Richtung ihres strategischen Ziels des Sturzes der klerikalen
Herrschaft im Iran zu führen.
Trotz Massoud Rajavis entscheidender Rolle in der Geschichte der
Widerstandsbewegung sind alle wichtigen Entscheidungen innerhalb der
Bewegung nach langen Diskussionen und demokratischen Debatten kollektiv
getroffen worden. Durch diesen Prozess haben neue Mitglieder größere
Verantwortung übernommen. Die meisten Mitglieder des Führungsrates der
Mojahedin und über 90 Prozent des gegenwärtigen Zentralkomitees der
Organisation sind den Mojahedin erst nach 1979 beigetreten.
Rajavi trägt seit 1989 keine exekutiven Verantwortlichkeiten in der
Organisation der Mojahedin mehr. Seine Rolle des Bewahrens der
Prinzipien der Mojahedin als einer muslimischen, demokratischen,
nationalistischen und progressiven Organisation in den 70er Jahren und,
noch wichtiger, die Rolle, die er im Kampf gegen den allumfassenden
Angriff Khomeinis, um die Mojahedin zu zerstören, spielt, hat ihn zu
einem historischen und ideologischen Führer für die Mojahedin gemacht.
Seit der Bildung des NWRIs hat Massoud Rajavi dem Rat den Größtendteil
seiner Arbeit gewidmet. Seine geduldige, demokratische Art, die
Angelegenheiten des NWRIs zu leiten, war ausschlaggebend für dessen
Expansion und Widerstandsfähigkeit und hat ihm das Vertrauen der
Mitglieder des NWRIs eingebracht. Mohammad Hossein Naqdi, ein
iranischer Diplomat, schloss sich 1982 dem Rat an. Er wurde 1993 von
Terroristen des Regimes in Rom ermordet. Naqdi sagte im Dezember 1992
in einem Interview nach der Erweiterung des NWRIs über Massoud Rajavi:
„Wir im Rat zögern, die Rolle einzelner Personen hervorzuheben, aber
abgesehen von allen Komplimenten, denke ich wirklich, dass in der Welt
der Politik (Herrn Rajavis ) Präsenz mehr als irgendetwas sonst der
Grund für die Fortschritte ist, die der NWRI und der iranische
Widerstand gemacht haben. Wenn wir darüber theoretisieren wollen, was
wohl geschehen wäre, wenn er nicht der Präsident des NWRIs wäre, dann
glaube ich, dass, wenn der iranische Widerstand überhaupt existierte,
er ganz sicher sehr viel weniger darstellen würde als er das heute tut.“
In der gleichen Interviewserie äußerte sich Dr. Manouchehr Hezarkhani,
ein hervorragender iranischer Autor und Vorsitzender des Ausschusses
für Kultur und Kunst des Rates über die Vorgehensweise bei den
NWRI-Sitzungen: “Wenn wir bei den Treffen ankommen, dann haben wir
nicht die gleiche Meinung... Wenn wir uns zu Sitzungen treffen, dann
streiten wir uns manchmal sehr über bestimmte Fragen, über politische
Lösungen. Es ist allgemein klar, dass es darum geht, solche Meetings
abzuhalten, auf denen man über unterschiedliche Meinungen reden und ein
Konsens erreicht werden kann, aber derjenige, der bei solchen Treffen
den Vorsitz führen und die schwierige Balance der Zusammenarbeit
zwischen verschiedenen Gruppen aufrechterhalten kann, von denen keine
aus Berufspolitikern besteht, ist mit der Gabe der Führung
ausgestattet... Wir haben diese Führung, und ich denke, dass sie in
einem großen Maße die Stöße abfängt.“
Wann immer es um die Interessen des iranischen Volks und der Demokratie
ging, haben politische Erwägungen oder die Sorge um den Schutz seines
eigenen Prestiges Herrn Rajavi nie davon abgehalten, schwierige
Entscheidungen zu treffen. 1983 die Friedenskampagne während des
Iran-Irak-Krieges zu eröffnen, als Khomeinis kriegstreiberisches Wesen
noch nicht völlig entlarvt war, hat seitens des Regimes und seiner
Verbündeten im In- und Ausland eine giftige Propaganda nach sich
gezogen. Das war eines von vielen Beispielen, wo ein Risiko eingegangen
wurde, dass nur wenige bereit wären, auf sich zu nehmen. Die Schaffung
der Nationalen Befreiungsarmee Irans als wertvollste Errungenschaft in
der Geschichte Irans und als beste Garantie und Hebel für den Sturz des
Mullah-Regimes war ein anderes Beispiel.
Rajavi hat stets betont, dass es kein Bestehen auf dem NWRI oder den
Mojahedin gebe. „wenn zu irgendeiner Zeit irgendeine Gruppe oder
Alternative gefunden wird, die besser in der Lage ist, das Regime zu
stürzen und Irans Unabhängigkeit, Demokratie und Volkssouveränität zu
garantieren, werden wir sie definitiv und von ganzem Herzen
unterstützen, selbst wenn sie gegen unsere Art zu denken ist“, sagt er.
In einem der kritischsten Augenblicke der Geschichte des Irans
versuchte Khomeini, ein Reich dem Vorbild der Osmanen ähnlich
wiederzubeleben und besondere Umstände auszunutzen, um gleichzeitig die
weltliche wie die geistige Herrschaft an sich zu reißen. Massoud Rajavi
hat gegen ihn einen allumfassenden Widerstand organisiert und ihn daran
gehindert, sein übles Ziel zu erreichen. Das ist das Wesen der
historischen Rolle, die Rajavi zu einem nationalen Führer des
iranischen Volkes in seinem Bemühen um die Beendigung der Tyrannei der
Mullahs und um die Schaffung anhaltender Freiheit und Volkssouveränität
im Iran gemacht hat. |
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