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Iran-Irak: die Beteiligung der Mullahs im Irak geht über eine Einmischung hinaus – Rajavi |
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Sunday, 25 December 2005 |
NWRI – "Die Mullahs haben den Irak zu einem Punkt durchdrungen, der
weit über eine Einmischung hinausgeht", sagte Maryam Rajavi, bedauernd,
dass die Warnungen des Iranischen Widerstandes in den letzten zwei
Jahren überhört worden sind.
In ihrer Botschaft während einer Konferenz über Menschenrechte im Iran
und die Einmischung der Mullahs im Irak am 15. Dezember wiederholte die
gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes: "Den iranischen
Widerstand zu diesem empfindlichen Zeitpunkt zu unterstützen, bedeutet
nicht nur lediglich eine Widerstandsgruppe zu unterstützen, sondern ein
historischer Schritt in Richtung zu einem Sieg über die üblen Mächte
und zu einem rettenden Frieden, Sicherheit und Demokratie zu machen."
Der ganze Text ihrer Rede ist folgender:
Ich begrüße Sie alle, Repräsentanten, Persönlichkeiten aus der Politik,
Vertreter des Friedens und der Menschenrechte als auch Unterstützer des
iranischen Widerstandes, die sich heute hier versammelt haben.
Die Welt hat in den vergangenen Wochen angemessen auf die Bemerkung des
Präsidenten der Mullahs, seine wiederholten Aufrufe für ein
theokratisches Reich unter dem Banner des Islam und seine
Ausdrucksweise des Abscheus bezüglich der zivilisierten Gesellschaft
reagiert. Bedauerlicherweise verharrte die Welt im beharrlichen
Schweigen und scheiterte jegliche Aufmerksamkeit und Sensitivität
bezüglich der Ursache dieser Abenteuerlust, nämlich die weitläufige und
tiefe Infiltrierung der velayat-e faqihs (Oberherrschaft der
Geistlichkeit) im Irak zu zeigen.
Aufgrund des explosiven Zustandes der Gesellschaft im Iran und den
wiederholten internen und externen Scheiterns, stehen die Mullahs
welche jegliche Möglichkeit für Reformen fürchten, vor einer
Einbahnstrasse. Sie hielten es für günstig sich in die Angelegenheiten
des Irak einzumischen und widmeten einen Grossteil ihrer Ressourcen
dafür.
Vor zwei Jahren entlarvte zum ersten Mal die Iranische
Widerstandsbewegung die gefährliche Einmischung der Mullahs im Irak. Zu
diesem Zeitpunkt sagte ich vor einer Versammlung von Iranern in London,
dass die Gefahr der Einmischung der Mullahs und des Terrorismus im Irak
hundert Mal grosser sei als die nukleare Bedrohung.
Zu meinem Bedauern haben die Regierungen der USA und Großbritanniens,
welche einige Monate zuvor die Basen der Volksmojahedin im Namen
Teherans bombardiert haben, diese Warnungen ignoriert. Tatsächlich war
nach dem Krieg die dringendste Aufgabe die Einmischung Irans im Irak zu
verringern und nicht umgekehrt. Diese Bedrohung zu ignorieren war ein
großer politischer Fehler mit schlimmen Nachwirkungen. Heute haben die
Mullahs den Irak zu einem Ausmaß durchdrungen der über eine bloße
Einmischung hinausgeht.
2,8 Millionen Irakis haben Recht, wenn sie nachdrücklich betonen, dass
"…unser Land vor einem geheimen Krieg und einer, vom iranischen Regime
unverkündeten Besetzung steht." Ebenso recht haben 300 Anwälte, die in
einer Erklärung für die Verteidigung und die Unabhängigkeit der Presse
erklärten: "Von Basra bis Al-Amra, von Karbala bis Najaf, Bagdad und
anderen irakischen Städten steht unser Land vor einer anderen
Besetzung. Leider führt das iranische Regime diese Interventionen an."
Die Erklärung von 2,8 Millionen Irakis liefert ein schockierendes Bild
über das, was das theokratische Regime im Iran macht: "Hunderttausende
von Agenten wurden unter verschiedenen Vorwänden in den Irak geschickt;
Waffen und Munition werden weiterhin über die Grenze geschmuggelt;
Dutzende von Radio- und Fernsehstationen und viele Zeitungen,
Magazine und Zeitschriften wurden errichtet oder gekauft, um den Irak
aus dem Iran mit Propaganda zu überschwemmen; astronomische Summen
wurden bezahlt, um Unternehmen und Fabriken zu kaufen, Frauen werden
unterdrückt, Ärzte, Professoren und Angestellte des Staates werden zu
Opfern von Attentaten: Intellektuelle und Journalisten werden
eingeschüchtert: Rauschgift wird in den Irak geschmuggelt; Dissidenten
wurden ermordet. Irans katastrophale Einmischung im Irak wirkt sich auf
unser tägliches Leben aus."
Zusätzlich zu dieser Liste muss man eine Serie krimineller Handlungen
der Mullahs in den vergangenen Monaten hinzufügen. Sie schließen
Entführungen ein, welche zwei Angehörige der iranischen Volksmojahedin,
Hossein Pouyan und Mohammed Ali Zahedi zum Opfer wurden, als sie am 4.
August entführt worden sind und, nachdem sie in das Innenministerium
gebracht wurden, verschwanden.
Das iranische Regime hat darüber hinaus Spionage- und Anschlagszentren,
sowie Gefängnisse und Folterkammern im Irak überall, wo es Fuß gefasst
hat, errichtet. Zwei weitere Folterzentren sind das Al-Jaderiya
Folterzentrum in Bagdad, in dem über 160 irakische Gefangene mit
Kabeln, Metallstangen, Elektroschocks und Zigarettenstummeln gefoltert
werden, so wie ein anderes Gefängnis in Bagdad, in welchem Hunderte
gefoltert werden. Eine große Zahl anderer Folterzentren wird direkt
durch Agenten der Mullahs kontrolliert.
Die facettenhafte Rolle des iranischen Regimes im Irak ist wahrlich
verblüffend. Es kontrolliert praktisch einen wichtigen Teil der
Regierung in diesem Land. Es führt auch routinenmäßige Übergriffe auf
Häuser der Bevölkerung aus und bringt jene, die sie festnehmen zu
unbekannten Orten für Verhöre und Misshandlungen. Es ist ebenfalls in
der Errichtung eines Terrornetzwerkes aktiv.
Bei einer bedeutenden Untersuchung zur Strategie des Teheraner Regimes
über die Ausführung ihres Einflusses, deckte die wöchentlich
erscheinende Zeitschrift "Time Magazin" auf, dass die Korps der
Revolutionsgarden ein Terrornetzwerk bestehend aus 17 Gruppen mit
280 Mitgliedern errichtet hat. Dazu liefert das iranische Regime
anderen Terrornetzwerken im Irak aktiv Unterstützung, Geld, Waffen und
Ausbildung.
Außerdem zeigte die Erfahrung von zwei Parlamentswahlen und die
jüngsten Wahlen für die Verfassung, dass - wie von der New York Times
berichtet wurde - zusätzlich zu Manipulationen, Fälschungen und dem
Versenden von bereits vormarkierten Wahlurnen in Lastwagen aus dem
Iran, die Mullahs auch Anschläge auf Kandidaten, desertierte irakische
Persönlichkeiten und auch gegen die Kommission die, die Wahlen
überwacht, verüben oder Anschuldigungen gegen jene erfinden.
Das Hauptziel hinter diesen verschlagenen Operationen ist die Kontrolle
über die irakische Regierung oder einen großen Teil davon und Schläge
gegen den iranischen Widerstand auszuführen – vornehmlich in der Stadt
Ashraf. Falls die Mullahs in der Realisierung dieser Ziele nicht
erfolgreich sein sollten, wäre ihre weitläufige Präsenz und Einmischung
in den Irak nützlich, da es den Kollaps des velayate-e faqhi aufhalten
würde. Letzten September sagte der Oberste religiöse Führer Khamenei,
dass seine am toten Punkt befindende Regierung seinen Einfluss in
andere Länder gefestigt hat.
Liebe Freunde,
das Blutbad im heutigen Irak und seine grauenvolle Auswirkungen für die
Region als ganze lässt eine Frage aufkommen: warum hat sich die
Situation in diese Richtung entwickelt?
Die Antwort liegt in dem fehlgeschlagenen Ansatz, aus dem resultiert,
was der einstige Geheimdienstminister prahlte: "Die Islamische Republik
errang einen unbegrenzten Sieg" und, wie der saudische Außenminister
klagte: "…der Irak wurde dem Iran übergeben."
Der größte Missgriff war es, die iranischen Volksmojahedin zu
entwaffnen und zu bombardieren, welches das strategische Gleichgewicht
mit dem iranischen Regime in dieser Region umkippte.
Ein anderer großer Fehler war es die Hauptbedrohung des Nachkriegsirak,
nämlich das iranische Regime mit ihrem Epizentrum des exportierenden
Fundamentalismus zu unterschätzen oder sogar zu ignorieren.
Von Anfang an war der Irak die größte Beute für die Teheraner und der
Brückenkopf zur Realisierung eines mittelalterlichen Kalifats.
Der große Fehler war die Appeasement-Politik gegenüber den Mullahs, die
das Fallobst eines selbstverschlingenden Iraks nach dem Fall der
ehemaligen Regierung aufsammelten.
Die Mojahedin in der Liste der Terrororganisationen zu behalten,
welches einen signifikanten Teil der Ressourcen für die
Hauptstreitkräfte des Widerstands blockierte, gab den Mullahs die
Gelegenheit mit ihren Plänen voranzuschreiten.
Konsequenterweise glaubten die US geführten Koalitionskräfte mit der
Appeasment-Politik fälschlicherweise, dass sie das Voranschreiten der
Mullahs durch Verhandlungen aufhalten könnten und dass sie die
Pro-Teheraner Elemente dazu verleiten könnten, einen moderaten Kurz
einzuschlagen.
Sie glaubten, dass wenn sie eine gewisse Toleranz gegenüber den
Aktivitäten der Agenten des iranischen Regimes zeige, eine solche
Nachlässigkeit sie dazu verleiten würden, eine Übereinkunft mit dem
klerikalen Regime zu erreichen.
Dadurch blieben die Grenzen für eine Infiltration durch Agenten des
iranischen Regimes offen, deren umfangreiche Aktivitäten durch den
ganzen Irak ignoriert wurden. Sie blieben ebenfalls blind für die
Manipulationen und die offensichtliche Einmischung der Agenten des
iranischen Regimes während der Wahlen, ihrer Kontrolle über eine Anzahl
der klerikalen Ministerien und die Errichtung eines Folterzentrums
durch das iranische Geheimdienstministerium.
In den vergangenen zwei Jahren war die britische Regierung so sehr
involviert Teheran Zugeständnisse zu machen, dass, dem Daily Telegraph
zufolge, das Außenministerium darauf bestand, dass nicht ein einziges
Wort gegen das iranische Regime ausgesprochen werden soll, das kritisch
interpretiert werden könnte.
Die fehlgeschlagene Politik, die zur gegenwärtigen katastrophalen
Situation im Irak führte und ihre Bedrohung für den globalen Frieden
und Sicherheit, rühren von einer fälschlichen Ansicht her.
Diese Ansicht ist vor allem die Folge des Ignorierens der
Hauptfaktoren, die Iraks geo-politischen Situation diktieren. Das
iranische Regime hatte immer schon begehrliche Absichten bezüglich des
Irak als Nation, deren Bevölkerung zu zwei Dritteln aus Schiiten
besteht und welche die Schreine von sechs Imamen beheimatet. Die lange
poröse Grenze und die kulturellen Ähnlichkeiten haben diese Situation
zusätzlich herbeigeführt. Das konnte vor allem dadurch möglich werden,
da das im Iran herrschende Regime auf absoluter Unterdrückung, Export
von Fundamentalismus und Terrorismus basiert.
Infolge ihrer geschichtlichen Dekadenz muss das Regime der Mullahs
unweigerlich expandieren um zu überleben; andernfalls würde es von
innen zerfallen.
Eine andere Ansicht, für die Ursache der fehlgeschlagenen Politik ist
die Illusion, dass Demokratie im gegenwärtigen Irak finden würde, wo
die religiöse Diktatur des Iran ihre politische und soziale Umwelt
durch Geheimagenten, Terrorismus und Zahlungen von Petrodollars
beeinflusst hat.
In Wahrheit hat das klerikale Regime seine Tentakeln in die Tiefen des
politischen und sozialen Überleben Iraks ausgestreckt und den
Demokratisierungsprozess als Geisel genommen.
Wir leben in einer außergewöhnlichen Ära, in der wesentlichen
Entwicklung stattfinden. Daher hätte das Verständnis was die richtige
Politik und das Motto sein sollte sowie das Streben ihrer
Realisierung eine nachhaltige Bedeutung.
Was ist die richtige Politik?
Solch eine Politik rührt von der Anerkennung der politischen, sozialen
und historischen Situation der Region, der wahren Bedrohung, ihrer
Antithese und einer praktischen Lösung. Ich würde diese Politik in drei
Phrasen zusammenfassen:
Unterbindung der Einmischung des klerikalen Regimes im Irak, das
Verhindern der Anschaffung von Atomwaffen in Teheran und das Entfernen
der Mojahedin von der Liste der Terrororganisationen.
Das Ziel dieser Politik ist den Weg des klerikalen Regimes zu
blockieren und die Hindernisse gegen den iranischen Widerstand zu
entfernen, welches letztlich zum Sturz des iranischen Regimes führen
würde.
Das Ziel ist die Freiheit und die Befreiung des aufgebrachten
iranischen Volkes, deren Leben durch barbarische Unterdrückung, Armut
und Elend verwüstet worden ist.
Fundamentalismus und Diktatur im Iran haben die Demokratie und
Stabilität im Irak aufgehalten. Jede Politik, die nicht die Region in
der Dunkelheit des mittelalterlichen Fundamentalismus sehen möchte,
muss unweigerlich diesem Regime ins Gesicht sehen und den Widerstand
des iranischen Volkes anerkennen.
Liebe Freunde,
Das iranische Volk zu diesem empfindlichen Zeitpunkt zu unterstützen
bedeutet nicht lediglich eine Widerstandsgruppe zu unterstützen,
sondern einen historischen Schritt in Richtung eines Sieges über die
üblen Mächte, zu einem rettenden Frieden, Sicherheit und Demokratie zu
machen. Auf diesen Weg strecke ich meine Hand zu Ihnen allen aus.
Vielen Dank
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