| |
|
|
 |
|
Raketenprogramm - Text der Pressekonferenz von Soona Samsami, der Repräsentantin des NWRI in den USA |
|
Friday, 27 May 2005 |
Text der Pressekonferenz von Soona Samsami, der Repräsentantin des NWRI in den USA – 16. Oktober 2002, Washington D.C.
Was ich heute vor Ihnen enthüllen werde, ist das Ergebnis einer
intensiven Untersuchung und Forschung des Ausschusses für
Verteidigungs- und strategische Studien des Nationalen Widerstandsrates
Irans, der dabei die Unterstützung des Hauptquartiers der Organisation
der Volksmojahedin Irans im Iran selbst erhalten hat.
Der Test der Shahab-4 Rakete
Das iranische Regime hat im Mai und August dieses Jahres die Tests für
die Shahab-4 Rakete auf einem Raketenabschussgelände 80 km (50
Meilen) südlich von Semnan abgeschlossen. Das ist eine
modifizierte Version der SS-4 (Sandal)-Trägerrakete mit einer
Reichweite von 2.000 km (rund 1250 Meilen) und einem Gefechtskopf von
1,5 Tonnen. Sie ist 22 m (72 Fuß) lang und wiegt 42 Tonnen. Sie wurde
sowohl mit einem Eisen- wie mit einem Aluminiummantel getestet. Zum
Zeitpunkt der Tests waren Ahmad Kazemi, der Befehlshaber der Luftwaffe
der Revolutionsgarde, der Kommandant der Raketeneinheit der
Revolutionsgarde Moqaddam sowie eine Reihe von Kommandanten der
Armee und des Gemeinsamen Stabs anwesend. Der Zielungenauigkeitsbereich
(CEP) der Raketen beträgt 2,5 km.
Die Produktion der Shahab-4
Diese mit einem Lenkungssystem ausgerüsteten Raketen werden im
Hemmat-Industriekomplex an der Fernstraße Damavand-Teheran gebaut. Die
Fabrik gehört dem Revolutionsgardecorps.
Mit diesen Raketen mit einer Reichweite von 2.000 km (rund 1250 Meilen)
wird das Regime alle Hauptstädte des Nahen Ostens und weite Teile
Europas und Nordafrikas sowie die dort stationierten US-Kräfte im
Zielbereich der Rakete haben.
Die Entwicklung von Shahab unter dem Deckmantel, Satelliten abzuschießen
Nach dem erfolgreichen Testen der Shahab-3 sagte Verteidigungsminister
Ali Shamkhani, dass das Regime eine als Shahab-4 bezeichnete Rakete
entwickele. Aber unmittelbar nach der Stellungnahme des damaligen
US-Verteidigungsministers William Cohen zu dieser Angelegenheit, nahm
Shamkhani seine Bemerkungen zurück und behauptete
fälschlicherweise, dass diese Rakete entwickelt werde, um
Satelliten in den Weltraum zu schicken. Willian Cohen warnte im Juli
2000 davor, dass die Entwicklung von Langstreckenraketen durch das
iranische Regime eine gefährliche Entwicklung sei.
Pläne zur Beschleunigung der Entwicklung von Shahab 5 & 6
Nach der Fertigstellung von Shahab-4 entwickelt das Regime jetzt Shahab
5 und 6 mit noch größerer Reichweite. Shahab-5 wird eine Reichweite von
4.000 km haben, und Shahab-6, die auch den Namen "Kowsar” trägt, ist
eine interkontinentale Trägerrakete (ICBM). Die Experten und Beamten
des Regimes haben ihre Vorschläge und Pläne für die Entwicklung dieser
Raketen über die Chefs des Gemeinsamen Stabs an den Obersten
Führer, Ali Khamenei, weitergeleitet. Diese Vorschläge werden vom
Brigadegeneral des Gardecorpos, Mohammad-Reza Nagdi, Chef der Logistik
beim Oberkommando im Hauptquartier des Gemeinsamen Stabes,
untersucht. Er ist der einstmalige Befehlshaber der Gegenspionage
der Sicherheitskräfte mit einer langen Bilanz bei der Unterdrückung und
dem Export des Terrorismus. Das klerikale Regime versucht, die für die
Entwicklung fortgeschrittener Raketentypen notwendige Zeit dadurch
abzukürzen, dass es sich bemüht, sensitive Technologie im Ausland zu
kaufen.
Shahab-3 soll mit chemischen und biologischen Gefechtsköpfen ausgerüstet werden
Die Shahab-3 Rakete ist die gleiche wie die Nodong-1 Nord-Koreas mit
einer ursprünglichen Reichweite von 1.000 km und in der Lage,
Gefechtsköpfe von 750 bis 1000 kg zu tragen. Das Regime hat die
Shahab-3 mit einer darüberhinausgehenden Reichweite von 1.300 km zum
ersten mal im Juli 1998 getestet. Bei diesem Test explodierte die
Rakete in der Luft nur Sekunden nach dem Abschuss.
Ein und halb Jahre später wurde sie im Februar 2000 erneut ohne Erfolg
getestet. Dabei wurden mehrere Zivilisten getötet. Schließlich
wurde sie im Juli 2000 zum dritten mal getestet, und diesmal war der
Test erfolgreich. Aber angesichts seines CEP von 3 km kam man zu dem
Schluss, dass die Rakete mit chemischen und biologischen Gefechtsköpfen
bestückt werden solle, um sie bei einer eventuellen Konfrontation
wirkungsvoll zu machen.
Als die Shahab-3 am 26. September 1998 erstmals bei einer Parade zum
Gedenken des Jahrestages des ersten Golfkrieges gezeigt wurde, hatten
die Mullahs auf die Rakete geschrieben: "Die USA können überhaupt
nichts machen” und "Israel muss vom Antlitz der Erde fortgeputzt
werden.”
Semnan, ein neues Testgelände
In den vergangenen Jahren hatten die Revolutionsgarden ihre Raketen in
der Region des Salzsees von Qom getestet, etwa 140 km südlich
Teherans. Aber nach einigen katastrophalen Abschüssen, bei denen es zu
Toten unter den Zivilisten auf dem Zielgelände kam, entschieden
sich die Garden für einen neuen Ort namens "Qasr-e Bahram” in der Siah
Kouh-Region in der Nähe von Varamin (30 km südlich von Teheran).
Aber nach zwei erfolglosen Tests mit Shahab-3 Raketen
mussten sie auch dieses Testgelände ändern, um zu verhindern, dass
Informationen durchsickerten. Außerdem machte auch die schlechte
Straße, auf der die Raketen transportiert werden mussten, um ihr
Abschussgelände zu erreichen, Probleme in ihrem Abschuss- und ihrem
Lenksystem. Die Abschuss- und Lenksysteme der Raketen sind empfindlich,
weil man an ihnen herumgebastelt hat, um ihre Schnelligkeit und
Maschinenkraft zu erhöhen. Schließlich wurden die Tests auf das
Semnan-Abschussgelände in der Dasht-e Kavir verlagert. Dieses Gelände
war auch in der Schah-Zeit für den Test von Katjuscha-Raketen und
Artillerie-Geschossen benutzt worden.
Raketen bereit, US-Schiffe im Persischen Golf zu treffen
Das Revolutionsgardecorps hat einen weiteren Raketenentwicklungsplan,
der als "Jam Raketenprojekt” in der Luftwaffenbasis Chamran des
Gardecorps nahe der Stadt Jam (220 km südöstlich von Bushehr am
Persischen Golf) bekannt ist. Es gibt dort eine größere Zahl
Boden-Boden-Raketen, die auf Gewässer und Strände auf der
gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfes gerichtet und bereit
sind, US-Schiffe im Persischen Golf zum Ziel zu nehmen, wenn der Befehl
dazu erteilt wird. Brigadegeneral Sa’adati, der Kommandant der
Chamran-Basis, und sein Stellvertreter, Brigadegeneral Nikbakht,
befehligen die Raketen-Einheiten. Die Raketen wurden von der Mostafa
Khomeini-Basis an der Fernstraße Qom-Teheran zum Mehrabad-Flughafen in
Teheran gebracht und später von dort nach Bushehr geflogen.
Raketenkräfte auf fünf Brigaden erweitert, um die Möglichkeiten der Garde zu vergrößern
Der Raketenverband des Regimes steht unter der Kontrolle der
Luftwaffe der Revolutionsgarde, und ihr Befehlshauptquartier befindet
sich in der Dastvareh-Basis an der Karaj-Fernstraße nördlich des
Chitgar-Waldreservats. Nach der Entwicklung der Shahab-3 Raketen
bildeten die Revolutionsgarden zwei neue Raketeneinheiten, die
Raad und Qaem genannt wurden, und vergrößerten ihre Raketenstreitkräfte
von 3 auf 5 Brigaden, alles auf Grundlage eines Plans, die Raketenkraft
der Garde und die Möglichkeit, gleichzeitig eine große Zahl von Raketen
abzuschießen, zu vergrößern. Die Fünfte Raad Raketenbrigade ist in der
Sajjad-Basis im Dorf Bidganah in Fardis nahe bei Karaj stationiert und
für die Bedienung der Shahab 3 und 4 zuständig. Der
Garde-Brigadegeneral Haidari-Javar befehligt diese Brigade, und sein
Stellvertreter ist Brigadegeneral Moin-Zadeh. Der Oberbefehlshaber der
Revolutionsgarde, Rahim Safavi, sagte letztes Jahr: "Fünf Gruppen für
Trägerraketen zu organisieren, war die größte Aufgabe für die Luftwaffe
Jetzt wurde die Abschreckungsfähigkeit der Islamischen Republik durch
diese Trägerraketen gestärkt, und der Iran gehört zu den großen
Raketenmächten in der Region….”
Basen voll von Raketen
Die Allhadid-Raketenbrigade ist auf der Almehdi Basis in Fardis nahe
Karaj stationiert. Auf dieser Basis sind ausländische Militärberater
tätig. Diese Brigade verfügt über Scud B und C (Shahab 1 und 2) Raketen
und hat 1994 und 2000 die Ashraf-Basis der Mojahedin beschossen. Eine
als Shohada bekannte Basis nördlich von Kermanshah und eine weitere
Basis namens Imam Ali Amadgah nahe Khoram-Abad sind mit dieser Brigade
verbunden und haben Abschussrampen für Scud B und C Raketen.
Die 19. Zolfaqar Raketen-Brigade liegt in der Sajjad-Basis und verfügt
über als Al-Nazeat bekannte Raketen von einer Tonne mit einer
Reichweite von 100 km und über 3,5 Tonnen-Raketen mit der Bezeichnung
Al-Zelzal mit 200 km Reichweite.
Die 23. Towhid Raketenbrigade ist in der Gebirgsregion von Khorram-Abad im Westiran stationiert.
Es gibt auch eine als "15 Khordad Raketengruppe” bekannte
Raketeneinheit des Heeres der Garde, die über verschiedene
Kurzstreckenraketen mit der Bezeichnung Fajr (Morgenrte) und
Oghab (Adler) verfügt.
Die Raketenkraft des Regimes
Das Mullahregime hat 250 bis 300 Shahab 1 Raketen (identisch mit
Scud B) mit einer ungefähren Reichweite von 300 km, was den größten
Teil des Iraks, ganz Kuwait, wichtige industrielle Zentren und Ölfelder
in Saudi Arabien und den VAE in Reichweite bringt. Es gibt auch 150
Shahab 2 Raketen (identisch mit Scud C Raketen) im Arsenal des Regimes.
Ein zusätzlicher Apparat zur Entwicklung weiterer Raketen
Das Mullah-Regime hat einen großen und teuren Apparat namens
Luftraum-Industrieorganisation organisiert, zu der eine große Zahl von
Fabriken, Komplexen und Forschungszentren gehören, um weitere Raketen
mit größerer Zerstörungskraft und Reichweite zu entwickeln. Diese
Organisation steht unter dem Befehl des Revolutionsgardisten Ahmad
Vahid Dastjerdi (auf der beigefügten Liste stehen die Namen von 15 zu
seiner Organisation gehörenden Fabriken, die Teile für die Entwicklung
von Raketen produzieren oder zusammenbauen). Zusätzlich zu dieser
Organisation, ist der Maschinenbaukomplex unter Leitung von
Brigadegeneral Rahimi eine der Gruppen, die zur Organisation der
Verteidigungsindustrie gehört, die unter Kontrolle des
Verteidigungsministeriums steht. Dieses Werk hat auch mit der
Herstellung der Körper, Teile und Untersysteme der Shahab-Raketen zu
tun.
Die Entwicklung von Raketen – ein ständiges Merkmal der Verteidigungspolitik der Mullahs
Das Mullah-Regime hat seine Raketenentwicklungsprogramme und Ansammlung
von Massenvernichtungswaffen in den letzten beiden Jahrzehnten unter
großen Kosten zu seinen obersten Prioritäten gemacht. Die leitende
Theorie des Regimes, wie sie 1984 von Mohammad Larijani (Berater des
früheren Verteidigungsministers) beschrieben wurde, war "die Theorie
der Um-al-Qora” (Mutter aller islamischer Länder). Khomeini hatte davon
geträumt, eine "Union Islamischer Republiken” zu schaffen und sich
dafür der Parole von der "Befreiung Jerusalems über Karbala” bedient,
und seine Berater hatten gesagt, dass das strategische Ziel darin
bestehe, dass "der Iran die Um-al-Qora der islamischen Welt sein soll”.
Sie sagten: "Um-al-Qora bedeutet der Ort, an dem die Führung der
islamischen Welt ihre Basis hat.”
Larijani fügte hinzu, dass "das Verteidigungssystem des Regimes auf
zwei Säulen beruht: der Fähigkeit zu zerstören und Vergeltung zu üben.
Die Fähigkeit zu zerstören, bedeutet , dass der Feind sicher wissen
muss, dass seine Streitkräfte, wenn er in den Iran einfällt, hier
aufgerieben werden… Was unsere Kraft anbelangt, Vergeltung zu üben, so
mögen die Amerikaner eines unserer Schiffe treffen, aber wir müssen
darauf nicht antworten, indem wir eines ihrer Schiffe beschießen… Wir
werden die Amerikaner dort treffen, wo es für sie keine Sicherheit
gibt… In unseren Verteidigungskräften müssen wir die Örtlichkeiten
irgendwo auf der Welt festlegen, wo wir die Amerikaner treffen können.”
(Larijani a.a.O.)
Die Beschaffung, Entwicklung und Anhäufung von Massenvernichtungswaffen
parallel zum Export von Terrorismus und Fundamentalismus sind von
Anfang an die beiden permanenten Kennzeichen der Außen- und
Verteidigungspolitik des mittelalterlichen Regimes, das im Iran
herrscht, gewesen, und sind das auch heute.
Die Doktrin der asymmetrischen Kriegsführung
Der Oberste Nationale Sicherheitsrat der Mullahs, dessen Vorsitz
Khatami innehat, hat in den letzten Monaten eine Reihe von
Treffen abgehalten, um die Militärdoktrin des Regimes zu überprüfen. In
diesen Meetings, wo die Diskussion von den Spitzen-Kommandanten der
Revolutionsgarde beherrscht wurde, hat der ONSR die "Doktrin der
asymmetrischen Kriegsführung” angenommen. Das bedeutet den Strategen
des Regimes zufolge, dass die Streitkräfte der Mullahs, weil sie in
einer konventionellen Konfrontation im Zeitalter der weit
fortgeschrittenen Militärtechnologie und ultramoderner Waffen keine
Chance haben, auf andere Taktiken zurückgreifen müssen, einschließlich
terroristischer Attentate und des Einsatzes von
Massenvernichtungswaffen und der dazu gehörenden Trägersysteme, der
Trägerraketen. Kürzlich erklärte Brigadegeneral Mohammad-Ali Jaafari
vom Heer der Revolutionsgarde: "Nach dem Krieg mit dem Irak und der
Wiederherstellung unserer Kräfte haben wir uns ernsthaft um
entwickeltere Waffen und solche mit größerer Reichweite, vor allem auf
dem Gebiet der Boden-Boden-Raketen, bemüht.”
Er fügte hinzu: "Da der wahrscheinliche Feind technologisch sehr viel
weiter ist als wir, haben wir das, was man "asymmetrische
Kriegsführungsmethoden” nennt, eingesetzt. Wir haben die notwendigen
Übungen hinter uns gebracht, und unsere Streitkräfte sind jetzt
gut darauf vorbereitet” (die offizielle Nachrichtenagentur IRNA,
9. Oktober 2002).
Zuvor schon hatte Hashemi Rafsanjani gesagt: "Wir müssen uns darauf
vorbereiten, der Aggression des Feindes entgegenzutreten. Wir werden
diese Aggression beantworten, indem wir sein Hinterland angreifen”
(staatliches Fernsehen und Rundfunk, 16. Juli 2002).
Die Basen des Widerstands angreifen: eine "Warnung an kleine Staaten”
Das Mullah-Regime hat keinen Zweifel an seinen Absichten bezüglich der
Entwicklung von Raketen gelassen. Zusätzlich zu den oben erwähnten
Absichten und seinen Zielen im achtjährigen Krieg hat das Mullah-Regime
verschiedene Arten von Raketen, vor allem Scud-Bs, eingesetzt, um Lager
des iranischen Widerstands anzugreifen. Das klerikale Regime hat am 6.
November 1994 drei Scud-Raketen und am 10. Juni 199 drei weitere auf
das Lager Ashraf geschossen. Am 18. April 2001 feuerten die Mullahs 77
Boden-Boden-Raketen auf sieben Lager des iranischen Widerstands in der
iranisch-irakischen Grenzregion. Einige Tage später warnte der
Brigadegeneral der Revolutionsgarde, Leiter des staatlichen Rundfunks
und Fernsehens und enger Vertrauter von Khamenei, Ali Larijani, Irans
südliche Nachbarn in der Region des Persischen Golfes und sagte im
Teheraner Freitagsgebet: "Der [Raketenangriff auf die Mojahedin-Lager]
war eine Warnung an kleine Staaten in der Region, dem Löwen
nicht auf den Schwanz zu treten.” (IRNA, 27. April 2001)
Khatami hatte bereits zuvor am 1. August 1998 erklärt: "Der Iran wird
niemanden um Erlaubnis fragen, um seine Verteidigungsfähigkeiten zu
entwickeln.” |
Go To Top
|
|