|
Regierungsvertreter geben niedrige Wahlbeteiligung zu. |
|
Friday, 24 June 2005 |
Stellungnahme zu Wahlen im Iran Nr. 5 - Berichte aus dem Inneren des
Regimes weisen auf Streit und Verwirrung bei den internen Fraktionen
wegen der niedrigen Wahlbeteiligung hin.
Ein Vertreter des Innenministeriums sagte, die Lage in Teheran sei ein
Fiasco. In den Moscheen von Teheran seien die paramilitärischen Bassij
zu den Wahlbüros geeilt, um Stimmen zu sammeln.
Ein anderer Beamter hat sich über eine Anweisung des Schulamts des 13.
Bezirks in Teheran beschwert, in der die Angestellten
aufgefordert werden, nicht für Hashemi Rafsanjani zu stimmen.
Die im Wahllokal am Khorassan Platz in Teheran Tätigen haben darum
gebeten, vorher informiert zu werden, um das von den Wählern ignorierte
Wahllokale für ausländische Journalisten zurecht zu machen.
Der Leiter des Hauptquartiers der Wahlkampagne Rafsanjanis in Mashad
wies auf die leeren Wahllokale hin. Er sagte, dass in der Region von
Robast Sang der Kommandant der paramilitärischen Bassij die Wähler
unter Druck gesetzt habe, Ahmadinejad zu wählen.
Der Leiter des Hauptquartiers der Kampagne des ehemaligen
Außenministers Ali Akbar Velayati, der jetzt für Rafsanjani
arbeitet, sagte, die Leute in ländlichen Gebieten seien unter Druck
gesetzt worden, nicht für Rafsanjani zu stimmen. Velayati hatte sich
entschieden, nicht zu den Wahlen zu kandidieren.
Das Inspektionsbüro der Wahlzentralen sagte, die Wahllokale seien noch viel leerer als vergangene Woche.
Im Verlauf des Machtkampfes innerhalb des Regimes sprach das
Revolutionsgardecorps in Yazd davon, dass Rafsanjanis Wahlkampagnenstab
versucht habe, die Stimmen der Arbeiter zu kaufen.
Der Leiter des Wahlzentrums des Regimes in Hamedan gab seiner
Besorgnis über die geringe Wahlbeteiligung Ausdruck und sagte, die
Wahllokale seien bis zum Mittag leer geblieben.
Das Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Irans
24. Juni 2005 |