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Iranische Kinder schauen bei öffentlichen Hinrichtungen zu und Familien flehen um Gnade

The Observer -Saeed Kamali Dehghan
Im Iran, wo ich geboren wurde und wo ich bis vor drei Jahren lebte, gehören öffentliche Hinrichtungen zu einem grauenvollen Alltag, zumindest für die, die an öffentlichen Plätzen leben. Als Kind bekam ich einmal auf dem Weg zur Schule eine öffentliche Hinrichtung mit. Ich war geschockt zu sehen, wie Henker ein Seil um den Nacken eines Verurteilten legten. Diese Szene verfolgt mich noch heute.

Erhängungen sind eine übliche Hinrichtungsmethode im Iran. Die Hinrichtungen finden in der Regel bei Sonnenaufgang statt und oft am Ort des Verbrechens, dessen der Täter beschuldigt wird oder im Stadtzentrum. Die Familien der Verurteilten versammeln sich dann, während die Henker alles vorbereiten, um den Verurteilten an einen Kran auf zu hängen.

Unter der iranischen Scharia haben die Familien des Opfers die Möglichkeit, die Hinrichtung von schweren Verbrechen zu verhindern, zum Beispiel, wenn der Täter das Opfer bei einem Verkehrsunfall tötete. Die Verwandten des Opfers haben also die Möglichkeit, den Täter zu begnadigen. Jedenfalls versammelt sich in der Regel eine große Menge vor der Hinrichtung, darunter auch Kinder.

Die Hinrichtungen im Iran resultieren meist aus unfairen Prozessen, die in der Rege hinter verschlossenen Türen abgehalten werden und ohne Anwesenheit eines Verteidigers. Aktivisten glauben, dass viele Menschen aufgrund von „erzwungenen Geständnissen“ verurteilt werden, einer Methode, die wohl aktuell auch üblich im Land ist. Oft bekommen die Familienangehörigen nicht einmal eine Nachricht, wann die Hinrichtung statt findet.

Verbrechen wie Mord und Vergewaltigung – und auch Homosexualität – können einen Verurteilten an den Galgen führen, aber 80% der Verurteilten wurden im letzten Jahr wegen Drogendelikten hingerichtet. Die aktuellen Zahlen der Hinrichtungen sind unbekannt, doch 2011 fand die Hälfte aller weltweiten Hinrichtungen im Iran statt, obwohl nicht deutlich ist, wie hoch die Zahlen in China sind, weil die dortige Regierung diese geheim hält. Sie befinden sich nicht in der Kalkulation und es ist davon auszugehen, dass sie die meisten Hinrichtungen haben.

Iranische Vertreter gaben im letzten Jahr 360 Hinrichtungen zu, doch es wird angenommen, dass diese Zahl weit unter den wirklichen Zahlen liegt, weil das Regime vor allem Massenhinrichtungen von Gefangenen, besonders in den weiter entlegenen Regionen des Landes, geheim hält.

Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass mehr als 600 Menschen im letzten Jahr hingerichtet wurden. 488 Hinrichtungen erfolgten alleine durch Drogendelikte. In der ersten Hälfte des Jahres 2011 wurden im Iran jeden Tag im Schnitt zwei Menschen hingerichtet.

Amnesty International spricht davon, dass sie bisher Kenntnis von mindestens 182 Hinrichtungen haben, 35 von ihnen erfolgten öffentlich.

Amnesty International legte zudem glaubhafte Berichte vor, in denen weitere 100 Hinrichtungen erfolgten, die aber nicht öffentlich gemacht wurden. Auch hier waren es oft Drogendelikte. Die Zahl von 2011 zeigt eine Verdreifachung zu 2009, so die Menschenrechtsorganisation.

Der Iran führt die Todesstrafe auch an Ausländern durch. Viele Afghanen werden im Land wegen Drogendelikten festgehalten. Es wird angenommen, dass 4000 Afghanen auf die Hinrichtung warten und es ist zu befürchten, dass sie in dieser Zeit schlecht behandelt werden.

Die Gerichte des Landes werden auch dafür kritisiert, dass sieh Todesurteile gegen Minderjährige verhängen. 2011 warteten 143 Kinder in iranischen Gefängnissen auf die Vollstreckung des Todesurteils. Sie erwartet der Galgen, wenn sie 18 Jahre alt sind.