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  • Last Modified: Freitag 22 März 2019, 07:36:31.
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Iran: Die Umleitung des Wassers in Isfahan hat Krankheit zur Folge

Die Feuchtgebiete von Gavkhouni in der zentral gelegen Provinz Isfahan sind wegen der Wasserumleitung ausgetrocknet. Der Vorsitzende im islamischen Rat von Varzaneh Hossein Azhari hat enthüllt, dass deshalb die schwere Krankheit Leishmaniasis Hunderte Menschen in der Stadt Varzaneh befallen hat.

Diese Krankheit wird durch den Biss einer Sandfliege ausgelöst. Die Opfer bekommen starke Entstellungen am Gesicht und am ganzen Körper. Es wird berichtet, dass 512 Schüler, meist Mädchen, die Hautkrankheit bekommen haben. Die Krankheit wird auch als „Mord an der Schönheit“ bezeichnet, weil die Entstellungen denen bei Verätzungen gleichen und schlimme Vernarbungen hinterlassen.

In einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA sagte der Beamte von Varzaneh zum Ausmaß der Krankheit: „Zwar geben Gesundheitsbeamte bekannt, dass es höchstens 900 angesteckte Menschen gebe, aber wir glauben, dass die Zahl weit höher liegt“.

Laut dem Vertreter der Stadtverwaltung sind noch keine besonderen Maßnahmen ergriffen worden, um gegen die Krankheit vorzubeugen. Es scheint, dass diese Krankheit nur als weitere Folge der Wasserumleitung in der Provinz Isfahan behandelt wird, die den Lebensunterhalt der Bauern von Varzaneh so schwer in Mitleidenschaft gezogen hat.

Vor einigen Tagen haben sich die Bauern in Isfahan versammelt, um gegen die Wasserumleitung in benachbarte Provinzen mit Industriestandorten zu protestieren. Sie haben demonstriert und ihren Anspruch auf Wasser für die letzten 10 Tage zum Ausdruck gebracht. Sie hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: „Wo ist mein Zayanderud?“, was sich auf den Fluss in Isfahan bezieht, der jetzt vollkommen ausgetrocknet ist.

„Als Bauern von Isfahan werden wir bis zum Tod hier  stehen, um unsere legitimen und gesetzlichen Ansprüche erfüllt zu bekommen“, ist auf einem anderen Schild zu lesen.

Auch Bauern aus Khorasghan haben sich versammelt, um gegen die Wasserumleitung in Isfahan zu protestieren.

Laut dem Vorsitzenden des islamischen Rates von Varzaneh wird das Wasser „unter hohem Druck in Röhren“ in Industrieanlagen in der benachbarten Provinz Yazd  gepumpt „direkt vor den Augen der Menschen“. „Es gelangt an Orte, wo vorher nichts war und das hat (in anderen Regionen) zum Wohlstand geführt, so dass Bauern ihr Land verlassen, um Arbeit in der Provinz Yazd zu finden“.

Vor kurzem haben 18 Parlamentarier aus Isfahan ihren Rücktritt erklärt aus Protest gegen die Verletzung der Wasserrechte der Bauern. Jedoch sagen die Bauern, dass die meisten MPs der Sache nicht weiter nachgegangen sind, nachdem der Präsident ihnen versprochen habe, sich um die Wasserkrise von Zayanderud zu kümmern. Die Bauern geben an, dass ihre Forderungen im Parlament beiseitegelegt worden seien  nach einem Versprechen, das wahrscheinlich nicht gehalten wird.

Der städtische Beamte von Varzaneh Hossein Azhari meint, es sei nutzlos, dass die Bauern ihre Wasserrechte bei der Regierung verfolgen. „Es ist schwierig für die Leute einzusehen, dass das Wasser woandershin nicht weit von dem Ort, wo sie leben, gepumpt wird, so dass sie keinen Zugang mehr dazu haben“, so der Vertreter des Stadtrates. „Das Wasser wird unter hohem Druck durch Röhren nach Yazd gepumpt, um industriellen Zwecken zu dienen, und tausende Jahre altes Bauernland in Varzaneh wurde dafür in verdorrtes Land verwandelt“.

Azhari erläutert: „Die Menschen, die Land besessen haben, sind mehr als 60 Jahre alt und nicht mehr imstande als Arbeiter tätig zu sein und niemand wird sie außerdem anstellen. Was sollen sie also tun? Sie wurden sich selbst überlassen“.

Die meisten Menschen in Varzaneh haben keine Einkommensquelle außer mageren Unterstützungen von der Regierung.

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