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  • Last Modified: Mittwoch 19 Juni 2019, 07:51:43.
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Warum ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Iran so hoch?

Von Mahmoud Hakamian

Im Iran sterben jedes Jahr 28.000 Menschen bei Verkehrsunfällen und 300.000 weitere werden verletzt und erleiden Behinderungen. Der Iran ist auf Platz 189 von 190 in einer Statistik, welche die weltweiten Zahlen von Verkehrsunfällen untersucht.

Laut Vertretern des iranischen Regimes kosten die Folgen der Verkehrsunfälle rund acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Der folgende Artikel versucht, die Hintergründe für die hohe Rate an Verkehrsunfällen im Iran zu untersuchen. Es ist eine kontroverse Angelegenheit, die auch unter Regimevertretern und in den Medien diskutiert wird.

Fakten und Zahlen

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Iran 100 Mal höher als im weltweiten Durchschnitt. Das berichtete die staatliche Zeitung Arman am 12. Marz 2018. Die Zeitung zitiert den Gesundheitsminister mit den Worten:“ Die Zahl der Verkehrsunfälle, vor allem mit Lastern, ist 100 Mal höher als im weltweiten Schnitt. Die Todesfallrate pro 10.000 Fahrzeuge ist fast 2x so hoch wie im weltweiten Durchschnitt.“

„Der Iran befindet sich im weltweiten Ranking der Verkehrsunfälle auf Platz 189 von 190 Nationen“, ergänzte Hassan Ghazizade-Hashemi.

Der Leiter der Verkehrspolizei gab ebenfalls zu, dass die Straßen in einem schlechten Zustand sind. Er sagte:“ Es gibt 3400 Unfallschwerpunkte im Land und bei 1500 von ihnen sind die Straßen in einem schlechten Zustand.“ (Staatliche Nachrichtenagentur IRNA, 28. Februar 2018).

Zusätzlich zu den hohen menschlichen Verlusten sorgen die Unfälle auch für einen großen finanziellen Schaden für die Wirtschaft des Landes. Die staatliche Nachrichtenagentur ISNA zitiert Iraj Mohammadfam, einen Vertreter des Hohen Rates für technische Sicherheit und Arbeitsunfälle, mit den Worten:“ Die Verkehrsunfälle sorgen für einen finanziellen Schaden in Höhe von 97 Millionen Dollar.“

Mohammadfam bezieht sich dabei auf eine Studie, welche die Forscher des Regimeparlamentes erstellen ließen. Dort heißt es:“ Die iranischen Verkehrsunfälle kosten das Land acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes.“ (Staatliche Nachrichtenagentur ISNA, 30. April 2018).

UNICEF berichtete zudem, dass die Rate der Verkehrsunfälle im Iran 20 Mal höher als im weltweiten Durchschnitt ist.

Die meisten der unbeabsichtigten Verletzungen, die zum Tod führen, werden von Verkehrsunfällen verursacht und sie betreffen vor allem Kinder unter fünf Jahren.

Jedes Jahr sterben durch Verkehrsunfälle 28.000 Iraner und 300.000 werden verletzt oder erleiden Behinderungen.

Alle 19 Minuten stirbt ein Mensch im Iran bei einem Verkehrsunfall und alle zwei Minuten wird ein iranischer Bürger darüber informiert, dass seine Verwandten bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden oder mit Behinderungen leben müssen.

Schlechte Straßen: Hauptursache für Verkehrsunfälle im Iran

Viele Straßen im Iran sind mittlerweile so alt, dass man sie eigentlich sperren müsste. Besonders schlimme Fälle sind die Straßen rund um Mazandaran, welches eigentlich zu den Provinzen mit „guter Perspektive“ zählt.

Die Provinz hat viele Straßen, die mehr als 80 Jahre alt sind. Dazu zählt die Chalus Straße, die vor 80 Jahren gebaut wurde und die seither keine adäquate Verbesserung und Reparatur erlebt hat.

„Die Hauptverbindungsstraßen zwischen Mazandaran und der Hauptstadt sind alle 80 Jahre alt. Sie sind überhaupt nicht ausgelegt für das heutige Verkehrsvolumen und die technischen Standards“, schrieb die Nachrichtenagentur ISNA am 19. März 2018.

Fahrzeuge ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen : Ein weiter Punkt der Verkehrsunfälle

Fahrzeuge mit fehlenden Sicherheitsvorkehrungen sind ein weiterer Grund für die hohe Zahl an Verkehrsunfällen.

Die staatlichen Autounternehmen produzieren - um so viel Gewinn wie möglich zu erzielen - schlechte Autos, die meist keine Sicherheitsstandards haben und deren Fahrbereitschaft schlecht ist.

Die heimischen Fahrzeuge sind von schlechter Qualität und haben wenige Sicherheitsstandards. Das sagt selbst Mohammadhossein Hamidi, der Leiter der Verkehrspolizei, wenn er iranische Fahrzeuge mit importierten Fahrzeugen vergleicht. Er sagt weiter:“ Selbst Fahrzeuge, die vor 10 Jahren in den Iran importiert wurden, haben höhere Sicherheitsstandards als die Fahrzeuge, die man heute im Iran kaufen kann. Es würde nicht so viele Unfälle geben, wenn die Autos zum Beispiel bei Unfällen besser abrollen würden, wie es bei ausländischen Autos der Fall ist. Die schlechte Qualität der iranischen Autos sorgt für viele tödliche Unfälle.“

„Würde man die Sicherheit der Fahrzeuge auf den aktuellen Stand bringen, hätten wir sicher 40-45% weniger Verkehrsunfälle“, ergänzte er. (Staatliche Nachrichtenagentur IRNA, 7. Januar 2018).

Weniger Geld für Instandhaltung und Bau von Straßen

Obwohl die schlechten Fahrzeuge und Straßen Tausende Iraner jedes Jahr töten, hat die Regierung von Rouhani das Budget für den Straßenbau jedes Jahr reduziert. Selbst die Straßen, die zu den Ministerien führen, wurden nicht erneuert. Statt dessen werden militärische Abenteuer, die unterdrückenden Revolutionsgarden und die sogenannten „kulturellen Einrichtungen“ unterstützt, die den Regierungsorganisationen in keinster Weise verpflichtet sind.

Die Webseite des Ministeriums für Straßenbau und Stadtentwicklung zitiert den Minister Abbas Akhundi mit den Worten, dass nur ein Prozent des insgesamt 7.700 Millarden Toman Budget in 2015 für das Ministerium bereit gestellt wurde. (Webseite des Ministeriums für Straßenbau und Stadtentwicklung, 20. Dezember 2016).

Das Budget des Ministeriums wurde für 2018 erneut verkleinert. Die Nachrichtenagentur Tasnim News (zu den terroristischen Qods Einheiten zählend) zitierte am 12. Dezember 2017 den Sprecher der Kommission für Bauwesen im Parlament, Sadif Badri, mit den Worten:“ Heute hat das Komitee für Bauwesen im Parlament die Entwicklung des Ministeriums für Straßenbau und Stadtentwicklung analysiert und sein Budget für nächstes Jahr besprochen. Dabei wurde deutlich, dass das Budget in diesem Jahr noch einmal um 25% im Vergleich zum Vorjahr reduziert wird.“

Die Senkung des Budget für das Ministerium für Straßenbau und Stadtentwicklung geht mit einem Anstieg des Budget für militärische Einrichtungen und die Revolutionsgarden einher. Während diese militärischen Einrichtungen modernisiert werden, werden die Straßen noch älter, noch kaputter und noch weiter von den Standards entfernt, werden sie nicht repariert, ausgebessert oder gar erneuert.

Der Hauptgrund für die extrem hohe Rate an Verkehrsunfällen im Iran und seine daraus resultierenden gewaltigen Kosten ist das herrschende Regime, welches den nationalen Wohlstand ausplündert und ihn statt für den Ausbau der Straßen lieber für die Unterdrückung des Volkes und den Export von Terrorismus und Fundamentalismus ins Ausland einsetzt.

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