Wednesday, April 1, 2020
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27. Jahrestag des Massakers an 30.000 politischen Gefangenen im Iran

NWRI – Der Samstag markierte den 27. Jahrestag des Massakers an 30.000 politischen Gefangenen im Iran. Im Sommer 1988, einen Monat nachdem Ruhollah Khomeni gezwungen war, einen Waffenstillstand nach Jahren Krieg mit dem Irak auszurufen,

ordnete der fundamentalistische Herrscher des Mullahregimes die Massenhinrichtung aller politischen Gefangen an, die in Verbindung mit der Hauptoppositionsgruppe der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) standen.  

Die brutalen Massaker in den Gefängnissen, welches zahlreiche Menschenrechtsanwälte als das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit ohne Bestrafung der Verantwortlichen seit dem zweiten Weltkrieg sehen, kosteten am Ende das Leben von rund 30.000 schutzlosen Gefangenen. 

Kurz vor dem Ende des Iran/Irak Krieges, als Khomeni die Niederlage kommen sah, nahm er Rache dafür an den politischen Gefangenen. Er gab eine Fatwa (ein religiöses Dekret) heraus, welches anordnete, jeden hinzurichten, der nicht abschwor und seine vollständige Kooperation mit dem Regime zusicherte. 

In dem Dekret hieß es:“ Wer immer auf jeder Ebene mit den Monafeqin (Regimebegriff für die PMOI/MEK) zusammenarbeitet, muß hingerichtet werden. Vernichtet die Feinde des Islams auf der Stelle.“ Er ergänzte:“ Diejenigen, die in den Gefängnissen des Landes sitzen und immer noch an ihrer Unterstützung der PMOI festhalten, befinden sich im Krieg mit Gott und werden dafür hingerichtet…Es wäre naiv, ihnen gegenüber Gnade zu zeigen, denjenigen, sie sich im Krieg mit Gott befinden.“ 

Das iranische Regime hat bis heute diese Hinrichtungen nicht zugegeben oder irgendwelche Informationen verbreitet, wie viele Gefangene insgesamt hingerichtet wurden. Junge Mädchen, Studenten, Großeltern, Arbeiter und viele andere, die ihre Strafen vor 1988 beendet hatten, gehörten zu denjenigen, die in den nächsten Monaten spurlos verschwanden. Ihre Körper wurden in Massengräber geworfen, unter anderem im Khavaran Friedhof nahe Teheran. 

Khomeni ließ eine „Amnesty Kommission“ für die Gefangenen einsetzen. Doch in Wirklichkeit war es ein „Todeskomitee“, dem drei Personen angehörten: Ein Vertreter des Geheimdienstministeriums, ein religiöser Richter und sein Staatsanwalt. Fast alle Verhandlungen dauerten wenige Minuten und glichen eher Verhören. Die Fragen waren einzig und allein darauf gezielt, ob der Gefangene immer noch Verbindungen zur PMOI hatte, was bei über 90 Prozent der Gefangenen der Fall war. Wenn die Gefangenen nicht gewillt waren, vollständig mit dem Regime gegen die PMOI zusammen zu arbeiten, dann sah das Komitee das als Sympathie für die Organisation und das Urteil war die sofortige Hinrichtung. Die Aufgabe des Todeskomitees war nur darin bestehend, heraus zu finden, ob der Gefangene ein Feind von Gott war oder nicht. Im Fall der Mojahedin Gefangenen gab es oft nur eine einzige Frage über ihre Zugehörigkeit. Diejenigen ,die alleine den Namen „Mojahedin“  anstatt „Monafeqin“ (Heuchler) nannten, wurden an den Galgen geschickt. 

Keiner der Verantwortlichen des Massakers von 1988 an den politischen Gefangene und keiner der damals aktiven hochrangigen Regimevertreter, unter anderem der heutige oberste Führer Ali Khamenei, wurde bisher angeklagt.