Thursday, September 23, 2021
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Das harte Leben des iranischen Volkes und Rouhanis widersprüchliche Bemerkungen

Am vergangenen Samstag begann das Jahr 1400 des Persischen Kalenders. Die meisten Iraner haben im neuen Jahr mit der Armut zu kämpfen. Anstatt ihnen zu helfen, gab Hassan Rouhani, der Präsident des Regimes, in den letzten Tagen widersprüchliche Bemerkungen von sich.

Am Donnerstag schrieb die staatliche Tageszeitung „Tejarat“ über die Tatenlosigkeit des Regimes und die Krise des Volkes: „Während wir Nowruz 1400 begehen, zeigt sich keine Spur von Hoffnung; uns foltert die erwartete Inflation. Während all dieser Jahre hat das Volk schon immer mit Schwierigkeiten zu tun gehabt, und das [Regime] hat es nur gelobt dafür, daß es ihnen trotzte. Jetzt haben die Funktionäre es mit folgender Frage zu tun: Wann bekommt das Volk seinen Anteil an Frieden und Komfort? Wie lange noch muß es durch hunderte von Läden gehen, um Öl zu kaufen? Und wahrhaftig: Wie lange müssen die Leute noch stundenlang Schlange stehen, damit sie am Ende etwas Geflügel bekommen – und dies nicht zu einem angemessenen Preis, sondern zu einem Preis, der jenen, den sie vor einem Monat entrichten mußten, um ein Mehrfaches übertrifft? Wie lange noch besteht der Anteil des Volkes am [sog.] Widerstand in zum Himmel hinauf schießenden Preisen und leeren Tischen? Wie lange noch sollen die Einkommen unter der Armutsgrenze liegen?“

Während das Volk es mit explodierenden Preisen, zunehmender Inflation und Knappheit von Grundgütern wie Geflügel zu tun hat, behauptet Rouhani: „Einige Mißbräuche und Propaganda führten zu einer Knappheit von Gütern und am Ende dem Schock der zunehmenden Preise.“

Wie die Mullahs die Wirtschaft des Iran zerstört haben

Staatliche Medien und Funktionäre aus Rouhanis Fraktion wiesen diese Lügen zurück. Am 18. März schrieb die staatliche Tageszeitung „Arman“: „Was Rouhani sagte, war eine Art von Gesprächs-Therapie. Es war so künstlich, daß selbst seine Gefolgsleute es nicht glaubten, geschweige denn das Volk. Es erschien wie ein Witz, als er sagte, im nächsten Jahr würden wir von dem Problem des COVID-19 frei sein, und unsere Wirtschaft werde wieder auf eigenen Füßen stehen. Selbst sein Gefolge glaubte ihm nicht, geschweige denn das Volk. Über die Wirtschaft spricht Rouhani auf eine Weise, die den Eindruck erweckt, es handle sich um zwei Gesellschaften; eine davon befinde sich in der wirklichen Welt und die andere in den Köpfen von Herrn Rouhani und seinen Kollegen.“

Am vergangenen Donnerstag schrieb die staatliche Tageszeitung „Etemad“ über die verheerende wirtschaftliche Situation im Iran: „Lange Schlangen [zum Kauf von Grundnahrungsmitteln wie Geflügel], zum Himmel steigende Preise und Knappheit an Lebensmitteln auf dem Markt, wobei die Preise für Früchte um mehrere hundert Prozent zunehmen – das sind nur einige von den Begebenheiten, die den iranischen Familien im vergangenen Jahr zustießen. Während wir dem Ende des [persischen] Jahres entgegen gehen, weisen wichtige wirtschaftliche Indikatoren wie Liquidität, Inflation und Wachstum der Wirtschaft keine viel versprechenden Zahlen auf. Trotz einer Rate des Wirtschaftswachstums von 2,2% lag Ende Februar dieses Jahres die Inflationsrate bei 34,2% und die Liquiditätsrate bei
3 300 Billionen Toman. Darin liegt ein Zeichen der Warnung vor zunehmender Inflation im nächsten Jahr.“

Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte die staatliche Zeitung „Arman“ ein Interview mit Amanollah Qaraie-Moghadam, einem Experten des Regimes, in dem die Grundlosigkeit der Behauptungen Rouhanis erneut bestätigt wurde.

Er sagte: „Die vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse erlauben eine annähernd genaue Voraussage dessen, was auf das Volk im Jahr 1400 zukommen wird. Aufgrund der Dinge, die im vorigen Jahr geschahen, haben die Inflation und die zum Himmel hinauf schießenden Preise die Mittelklasse eliminiert. Jetzt haben wir in der Gesellschaft nur noch reiche und arme Schichten. Einige geben für ihre Wohnungen 200 Millionen Toman pro qm aus; andere verbringen die Nächte auf den Dächern. Wenn die Inflation sich in dieser Richtung weiter bewegt, wird die Klasse der Armen verschwinden. Es gab schon vor dem Ausbruch von COVID-19 Arbeitslosigkeit in unserer Gesellschaft, und zweifellos wird im Jahre 1400 die Zahl der Arbeitslosen zunehmen. Die Arbeitslosigkeit beschert der Gesellschaft alle Arten von Problemen und bewirkt eine bedeutende Zunahme des sozialen Elends.“

Darnach warnte er die Funktionäre des Regimes: „Im nächsten Jahr wird in der Gesellschaft die Unzufriedenheit zunehmen. Ich sehe keine gute Aussicht für das nächste Jahr. Wir werden eine Zunahme aller sozialen Übel und des Tumults in der Gesellschaft erleben.“

So wird klar, warum Rouhani sich trotz der verheerenden wirtschaftlichen Situation im Iran und des Leidens des Volkes auf Gesprächstherapie verlegt und weigert, die Probleme auch nur anzusprechen. Er weiß wie die anderen Funktionäre des Regimes, daß alle Probleme des iranischen Volkes auf dessen verfehlte Politik und seine Mißwirtschaft zurückgehen. Doch um das Volk weiter zu unterdrücken, verlegen sie sich auf Lügen.