Wednesday, October 20, 2021
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Die Menschenrechtsverbrechen von Ebrahim Raisi: Augenzeuge Majed Karim

Menschenrechtsbilanz von Ebrahim Raisi: Augenzeugenberichte, Majed Karim
Ich bin Majed Karim. Als Student lebte ich in der wundervollen Stadt Karaj. Nach der Revolution von 1979 und dem Sturz des Schahs konnte man überall in der Stadt den Namen von Massoud Rajavi und Mohammad Hanifnejad an den Wänden sehen. Überall fand man Sympathisanten der Mojahedin (MEK) und freiheitsliebende Menschen. Dann wurde Raisi von Chomeini nach Karaj entsendet und seitdem wurden die Sympathisanten der MEK verfolgt und hingerichtet. Ich muss sagen, dass mehr als 90 Prozent der Menschen, die ich einst kannte und die für die MEK waren und für Freiheit im Iran einstanden, zwischen 1981 und 1988 hingerichtet wurden. Es ist fast niemand mehr aus dieser Zeit übrig geblieben.
1980, als ich das erste Mal von Ebrahim Raisi hörte, hatte er schon den Spitznamen „der Hinrichter“. Damals war ich noch in der Schule. Als einer unserer Lehrer beschuldigt wurde, ein Unterstützer der MEK zu sein, hörte ich oft den Namen Raisi, weil er mehrere Lehrer wie Maryam Taghavi, Mina Tool Rousta und Vahid Rostampour hinrichten ließ. Auch unser Mathematiklehrer, Abdolnasser Amjady, wurde 1988 hingerichtet.
Meine eigenen Erfahrungen mit dem Hinrichter Raisi waren im Mai 1981. Meine Schwester Matin Karim wurde verhaftet. Ich ging zum Büro des Staatsanwaltes von Karaj, zusammen mit anderen Familienmitgliedern. Dort sagten sie, dass jemand mit dem Namen Raisi die Verhaftungen angewiesen hat und ich sollte gehen und nach meinen Verwandten und Familienmitgliedern schauen. Als ich zum Büro des Staatsanwalts ging, kam mir ein junger Schurke entgegen, der 18 oder 19 Jahre alt war. Er befragte uns in einem aggressiven Stil und beleidigte uns mehrfach. Er benutzte dabei Worte, die ich nie zuvor gehört hatte. Ich habe nicht verstanden, was sie bedeuteten, aber die meisten waren schlecht und falsch.
Zu unserer Familie sagte er böse Dinge. Er sagte:“ Wir haben eure Tochter verhaftet und wir werden alle jungen Mädchen verhaften. Sie alle verdienen den Tod, weil sie die MEK unterstützen.“ Unsere Familie und auch ich selbst glaubten, dass er ein Revolutionsgardist war. Wir sagten daraufhin, dass wir gekommen sind, um mit dem Staatsanwalt Raisi zu sprechen. Er beleidigte uns wieder mit seiner dreckigen Sprache und drohte auch mir, dass ich hingerichtet würde. Er sagte:“ Alle deine Familienmitglieder werden zum Tode verurteilt werden und die Töchter und Schwestern werden zu den alten Ställen des Schahs gebracht“. Dann knallte er die Tür zu und ging.
Sie nahmen alle Namen derjenigen auf, die zum Büro gegangen waren. Es waren Verwandte von Gefangenen, einige Jugendliche und ich. Ich realisierte später, dass all diese Menschen nun in den kommenden Jahren verfolgt und verhaftet und die meisten von ihnen hingerichtet werden. Eine große Anzahl meiner Freude wie Abdolhamid Jahangiri und Dr. Safar Baba Moradi, der Onkel von Abdolhamid, wurden in den 80er Jahren hingerichtet. Abdolreza Rostami wurde 1982 hingerichtet. Viele Klassenkameraden und weitere Freunde wurden beim Massaker von 1988 hingerichtet. Darunter waren Hassan Ghahremani, Ali Osat Osati, Amir Mehran Bigham, Mohsen Abdolhosseini Roozbahani und viele andere, an dessen Namen ich mich heute nicht mehr erinnere. Einer meiner besten Freunde, der aus einer sehr armen Familie kam, war Reza Mangoli. Er wurde 1981 auf Anweisung von Raisi verhaftet und 40 Tage lang gefoltert. Die Bürger in unserer Stadt sagten, dass Raisi bei den Folterungen dabei war und dass Reza Mangoli nach 40 Tagen unter der Folter starb.
1981 kam ein Revolutionsgardist in der Nacht zu uns und als meine Mutter die Tür öffnete, zeigten sie einen Haftbefehl vor, der von Ebrahim Raisi unterschrieben war. Sie wollten meine Schwester Matin Karim verhaften, die ein Mitglied der MEK war, doch sie fanden sie nicht. Daraufhin drohten sie, dass sie stattdessen meinen Vater Iraj Karim mitnehmen, um ihm Fragen zu stellen. Mein Vater wurde danach mehr als drei Jahre inhaftiert und erlitt dort eine Menge Druck. Obwohl er nicht mehr hier ist, um seine eigenen Aussagen zu machen, weiß ich, was er uns über diese Zeit erzählt hat. Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, dass auch er ein Mitglied der MEK ist, weil es seine Tochter auch ist und dass er dafür sorgen soll, dass sie sich stellt.


Zu dieser Zeit ging meine Mutter in das Büro des Staatsanwaltes, sie wurde vorgeladen, um einige Fragen zu beantworten. Als sie dort wieder darum bat, mit Raisi sprechen zu können, bedrohte sie der gleiche Schurke vom letzten Mal und sagte: „Sowohl deine Tochter als auch deine Familie sollte hingerichtet werden“ und „Ihr solltet in Stücke gerissen werden, ihr seid MEK.“ Er sagte ihr, dass sie das Gleiche mit ihrem Ehemann machen. „Du weißt nicht, wo er ist“, sagte er. „Du hast zwei Tage, deine Tochter hierher zu bringen, damit sie hingerichtet werden kann. Dann ist alles gut. Wenn nicht, dann werden wir dich verhaften und hinrichten.“ Natürlich wurde meine Mutter später verhaftet und im Gefängnis gefoltert. Als sie frei kam, starb sie einige Jahre später an den Folgen der Folterungen.
Meine Schwester Matin Karim wurde in Teheran verhaftet. Doch Raisi sorgte dafür, dass sie in das Gefängnis von Karaj verlegt wird, damit er sie persönlich foltern und belästigen konnte.
Die meisten Menschen, die ich kannte, waren Sympathisanten der MEK. Keiner von ihnen hat überlebt. Sie wurden alle auf Anweisung von Raisi von 1981 bis 1988 hingerichtet.
Ich rufe alle Menschen in der Welt, die Freiheit lieben, auf, dass sie meine Stimme hören. Ebrahim Raisi ist kein Vertreter unseres Volkes. Er ist ein Hinrichter und Mörder des Volkes. Er begann damit vor 40 Jahren und will dies auch in Zukunft im Iran fortsetzen. Mit all dem, was ich über ihn weiß, ist eindeutig, dass er nur schöne Worte sagt und täuscht, doch sein wahres Ziel ist es, jede Stimme der Freiheit und Gerechtigkeit durch Unterdrückung der Menschen zum Schweigen zu bringen. Ich bin sicher, dass Raisi mit ihrer Unterstützung gestürzt werden kann. Wir werden uns den Iran zurück holen und ihn in das schönste Land der Welt verwandeln.