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  • Last Modified: Dienstag 15 Oktober 2019, 08:34:36.
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Wenn die Mullahs stürzen, möchte die PMOI eine Demokratie installieren

L.Todd Wood war kürzlich in Albanien und besuchte die iranischen Freiheitskämpfer. Er nannte seine Beobachtungen informativ, hier ist der volle Text seines Artikels darüber, was er heraus fand. Er will weitere Artikel dazu verfassen.

Ein Treffen mit der PMOI: Die iranischen Freiheitskämpfer arbeiten an einem Regimewandel

Auf einer kürzlichen Geschäftsreise wurde ich eingeladen, das neue Camp der Volksmojahedin Iran (PMOI) bzw. Mojahedin-e Khalq (MEK) zu besuchen, welches sich immer noch im Aufbau befindet und rund 45 Minuten von Tirana entfernt ist, in Richtung albanischer Küste. Ich habe die Einladung akzeptiert, obwohl ich keinerlei Ahnung hatte, was mich dort in der Einrichtung erwartet, wo rund 3200 Mitglieder der iranischen Widerstandsbewegung leben. Sie waren durch Gewalt gezwungen, durch die vom Iran unterstützte Regierung im Irak das Land zu verlassen und kamen dann nach Albanien.

Ich möchte etwas über die Gruppe schreiben und welche Agenda sie für die nahe Zukunft verfolgt. Ich möchte heraus finden, was in „Ashraf 3“ vor sich geht. Diesen Namen gab die PMOI dem neuen Camp, nachdem das erste Ashraf an der irakischen Grenze von ihnen dort gebaut wurde, wo sie vor fast zwei Jahrzehnten auch diverse Operationen in den Iran starteten.

Nachdem sich die Trump Administration aus dem sogenannten Iran – Deal zurück gezogen hat, setzt die PMOI neue Hoffnungen auf einen Regimewandel in der Islamischen Republik Iran. Die neuen Sanktionen treffen das Regime und in Verbindung mit seinem korrupten und inkompetenten Management toben Unruhen im ganzen Land. Die PMOI sieht eine reelle Chance für einen Regimewandel im Iran, ohne dass die teure und bereits jetzt überforderte US Armee eingreifen muss.

Wenn die Mullahs stürzen sollten, dann möchte die PMOI Demokratie im Iran installieren. Vor allem vor diesem Hintergrund wollte ich Ashraf 3 in Albanien besuchen.

Das Camp stand öfter in der Kritik, vor allem wegen der Sichtweise des Regimes auf die PMOI als existentielle Bedrohung. Das sorgt dafür, dass die Mullahs pausenlos bekämpfen, was sie als wirkliche Opposition sehen, selbst wenn sie nur in Albanien aktiv ist. Das sorgte unter anderem für einen gescheiterten Bombenanschlag auf die Freie Iran Versammlung 2018 in Paris im Juni, als ein iranischer Diplomat verhaftet wurde, ebenso wie zwei iranische Spione in Washington D.C, die Exiliraner in den USA zum Ziel hatten.

Die Agenten des iranischen Geheimdienstes sind auch in Albanien aktiv. Sie rekrutieren frühere Mitglieder der PMOI, damit sie Propaganda gegen sie verbreiten und so ihren Ruf unter der Bürgern in Albanien schädigen.

Ein Auto brachte mich in ein Hotel in Tirana und von dort fuhren wir rund 45 Minuten zu dem Camp. Die Konversation auf den Weg war sehr angenehm und wir hielten sogar am ersten Obstladen auf dem Weg. Die Sicherheitsvorkehrungen waren sehr strikt. Ich beobachtete, dass immer zwei Autos gemeinsam das Camp verließen, als ich 2 Tage lang dort war.

Eine örtliche Sicherheitsfirma bewacht das Gelände und es gab einen Begrenzungszaun und eine Inspektion des Autos, bis wir durch den Eingang fahren konnten, der von zwei Löwenstatuen bewacht wurde, die als Symbol für den Widerstand gelten.

Das Camp ist sehr groß und es gibt verschiedene Baustufen zu beobachten. Die Gruppe hat in einer sehr kurzen Zeit erstaunlich viel aufgebaut und das wieder hergestellt, was sie im Irak verlassen mussten. Es ist im Grunde alles vorhanden, was man auch in einer Kleinstadt findet; Wohnungen, Supermärkte, Versammlungshallen und Verwaltungsgebäude.

Kurz danach wurde ich dem Anführer der Gruppe in Albanien vorgestellt und wir saßen gemeinsam an einem Tisch, der zu einem der neueren Gebäude zählte. Was mich von Anfang an beeindruckte, war die Offenheit, mit der man mir entgegen trat. Erst kürzlich flog eine Drohne über das Gelände. Sie wurde von einer Nachrichtengruppe gesteuert, die aus Großbritannien kommt. Es ist davon auszugehen, dass sie von Leuten finanziert wird, die nicht wollen, dass die PMOI in ihrer Arbeit erfolgreich ist. 

Was die Mitglieder des Camps betrifft, so kann ich sagen, dass sie alle einen offenen Geist haben und dass ich äußerst zuvorkommend behandelt wurde. Ich habe in meinem zwei Tage andauernden Besuch eine Menge Fragen gestellt und alle wurden tiefgreifend beantwortet, manchmal halfen sie mir, eine detailliertere und komplettere Antwort zu finden. Ich konnte alles ansehen und mit allen Menschen sprechen, es gab keine Restriktionen. Ich habe sie gefragt, wie das Leben im Camp so ist, was mit denen passiert ist, welche die Bewegung verlassen haben und sogar über die angebliche Verwicklung in der iranischen Geiselkrise vor einigen Jahrzehnten. Alle Fragen wurden mir komplett beantwortet. 

Es gab auch eine Tour durch das Camp. Die Einrichtungen sind sehr funktional, wenn nicht sogar karg. Die Kinder von PMOI Mitgliedern wurden bereits im letzten Jahrzehnt aus dem Irak nach Europa und Amerika gebracht und so sind dort nur Erwachsene, die meist älter sind. Doch ich habe auch einige Mitglieder einer neuen Generation der PMOI getroffen, Männer und Frauen. Sie kommen aus einer Gruppe von Kindern, die 2009 aus dem Irak evakuiert wurden und die dann später wieder zur PMOI zurück gekehrt sind. Viele traten in die Fußstapfen ihrer Verwandten, um ihren Kampf gegen das Regime weiter zu führen.

Bei der Tour sah ich auch eine Großküche. Ich sah eine medizinische Einrichtung, die gut ausgestattet und auch mit genügend Personal ausgerüstet war, sie tun ihr Bestes mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten. Viele Patienten befinden sich in verschiedenen Phasen der Behandlung und ich konnte alle besuchen.

Vor allem aber habe ich viele Einrichtungen gesehen, wo die Mitglieder meist nur zeitweise waren. Ich hatte die Chance, dort mit bis zu 50 Mitgliedern aus allen Bereichen des Lebens in der Bewegung zu sprechen. Einige waren älter und stammen aus der Anfangszeit des Widerstandes, aber es gibt auch sehr junge Mitglieder. Sie alle haben eine einzigartige Geschichte zu erzählen, warum sie sich der Bewegung anschlossen. Viele von ihnen haben vom Regime Gewalt erfahren oder über Familienmitglieder berichtet, die vom Regime hingerichtet wurden. Viele von ihnen hoffen auf ein Leben im Freiheit im Iran und sie haben sich geschworen, für die zukünftigen Generationen an einem Regimewandel zu arbeiten.

Viele Experten beschreiben die PMOI als Sekte. Ich beschreibe sie als eine Gruppe, die ihr Leben für einen freien Iran gibt. Jeder von ihnen sprach über ihr Volk und wie sie ein besseres Leben für die Iraner erreichen wollen. Dies war vor allem unter den jungen Männern und Frauen zu vernehmen, die ich getroffen habe. Viele von ihnen haben Narben und Wunden aus der Zeit der gewalttätigen Angriffe auf Ashraf oder aus der Zeit im Iran. Viele von ihnen haben eine Menge Schmerz und Verlust durch das Regime erfahren und sie sind Zeugen von Mord, Täuschung und Folter gewesen. Ihr oberstes Ziel ist, dass zukünftige Generationen nicht mehr diese grauenvollen Erlebnisse machen müssen.

Das Ideal der Freiheit ist sehr stark und es ist stets in Ashraf 3 in jedem Wort und in jedem Gedanken zu spüren. Es ist etwas, was größer ist als wir selbst. Die meisten Menschen, die ich traf, waren in ihrem früheren Leben sehr gebildet und erfolgreich. Sie könnten überall im Westen gut leben, aber sie haben sich entschieden, ihr Leben für diese Bewegung zu geben. Die jüngeren Mitglieder kennen keine andere Zeit als das Regime und sie wollen dieses Regime mit aller Macht zerstören. Ich habe einen bemerkenswerten Fokus und eine tiefe Entschlossenheit erlebt. Alle Mitglieder der Gruppe haben eine Arbeit zu erledigen und sie sind darauf fokussiert, diese so gut wie möglich zu tun.

Jede Person, mit der ich gesprochen habe, wusste genau, warum und wofür sie kämpft und warum sie ihr eigenes Leben für den Kampf gegen das Regime opfert.

Albanien hat von dieser Gruppe nichts zu befürchten. Ich habe keine Waffen oder ein militärisches Training gesehen. Sie wollen gute Gäste in Albanien sein und sich ein Leben in dem früheren kommunistischen Staat aufbauen. Die PMOI hat nichts mit Gewalt am Hut. Das Regime hingegen hat gezeigt, dass es alles tun wird, um sie zu zerstören. Es sind Agenten des iranischen Geheimdienstes in Albanien aktiv. Sie sind diejenigen, vor denen das albanische Volk Angst haben muss, nicht gegenüber Menschen aus diesem Camp. 

Es wurde eine Menge Desinformation über die PMOI/MEK verbreitet. Ich hoffe, dass ich mit meinem Artikel und meiner persönlichen Erfahrung und den Gesprächen mit seinen Anhängern dazu beitragen konnte, das Gegenteil zu zeigen. Es ist der Erste von vielen weiteren Berichten, die noch zu dem Thema folgen werden.

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