Friday, May 27, 2022
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Die Zahl der Todesfälle im Iran durch COVID-19 übersteigt 500 000. War das zu verhindern?


Am 25. Januar hat die Zahl der Todesfälle im Iran durch Covid-19 eine halbe Million überschritten. Diese bestürzende Rate der Sterblichkeit mit herzzerreißenden Videos von Menschen, die auf den Straßen tot umfallen, wirft eine Frage auf: War diese Katastrophe zu vermeiden?
Ein Blick auf einige der Fakten und Zahlen zeigt an, dass diese humanitäre Katastrophe in der Tat hätte verhindert werden können. Sah doch der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei in der tödlichen Pandemie ‚eine Gelegenheit‘, wie er es nannte, und Teil einer breiteren Strategie, massenweise Todesfälle zu erzeugen, um sich gegen die ansteigende Flut der Aufstände zu stemmen, die seinen fragilen Griff zur Macht bedrohen.
Die halbe Million ist nicht nur eine Zahl. Die Opfer waren Mütter, Töchter, Söhne, Väter und Freunde, die ihr eigenes persönliches Leben führten und Träume für die Zukunft hatten. Aber die inhumane und verbrecherische Verachtung hat diese Leben unnötig abgekürzt.
Der Iran wurde durch zwei große Aufstände im Januar 2018 und im November 2019 erschüttert. Diese Proteste haben die unbestreitbare Tatsache offen gelegt, dass nach 43 Jahren des Albtraums der Kleriker Herrschaft das iranische Volk nicht zufrieden ist mit irgendetwas Geringerem als mit einem fundamentalen Wandel, der sich durch einen Sturz des ganzen Regimes und aller seiner Fraktionen ergeben würde.
Während Khamenei damit Erfolg hatte, diese Aufstände zeitweise zu ersticken, besonders durch die kaltblütige Ermordung von 1 500 Menschen im November 2019, zeigten die Demonstrationen, besonders die von Universitätsstudenten in 22 Städten nach dem Abschuss des ukrainischen Flugzeugs PS752, den explosiven Zustand der Gesellschaft mit den Parolen „nieder mit Khamenei“, deren Echo laut und wiederholt durch das ganze Land hallte.
Als er dieses explosive Potential erkannte, zog Khamenei einen maximalen Vorteil aus dem Coronavirus. Das tödliche Virus wurde de facto zum Verbündeten der Ajatollahs. Als Covid-19 zuerst in China entdeckt wurde, haben alle Länder ihre Flüge nach und aus China gestoppt. Genau da aber haben Mahan Air, eine Fluglinie, die mit Khameneis Revolutionsgarden (IRGC) verbunden ist, den Zutritt vieler chinesischer Besucher zum Iran nicht gestoppt.
500 000 ist Irans wahre Zahl der Covid Toten

Viele iranische Gesundheitsexperten hatten von diesen Flügen abgeraten, aber Khamenei hat ihren Rat verworfen. Dokumente, die der Iranische Widerstand aus dem Inneren der Nationalen Organisation des Iran für Notsituationen erhalten hat, zeigen, dass Patienten, die sich mit Covid-19 angesteckt hatten, im Iran schon im Januar 2020 ins Krankenhaus kamen und dass einige von ihnen aus China zurückgekehrt waren. Trotzdem fuhren Amtsträger des Regimes damit fort, die Existenz des Virus im Iran zu leugnen.
Das Regime hat im Februar auch seine Scheinwahlen für das Parlament und die Feier für den Jahrestag seiner Gründung abgehalten. Khamenei brauchte verzweifelt Zeichen der Unterstützung für sein illegitimes Regime. Aber das iranische Volk hat ganz überwiegend die Scheinwahlen boykottiert und ebenso den Karneval der Feiern des Jahrestages der Gründung des Regimes. Dennoch wurden die wenigen Regime Unterstützer oder Bediensteten der Regierung, die gezwungen wurden, daran teilzunehmen, zu Überträgern.
Das Regime war damals zuletzt gezwungen, das Vorhandensein von Covid-19 im Iran zuzugeben. Aber Khamenei zeigte einmal mehr sein wahres Gesicht, indem er das tödliche Virus als ‚Prüfung‘ und ‚Segen‘ bezeichnete. In einer im Fernsehen ausgestrahlten Botschaft erklärte er im März 2020: „Aus unserem Blickwinkel ist diese Tragödie [der Ausbruch des Coronavirus] keine allzu große Sache. Es gibt und es gab größere Tragödien. Und wir sind in diesem Land durch größere Tragödien gegangen. Mit Gebeten und der Suche des Heiligen [bei Gott] können wir viele Probleme lösen“.
Khamenei kontrolliert ein finanzielles Imperium, das nach Schätzungen von 2013 mindestens den Wert von 95 Milliarden $ hat. Dennoch hat er sich geweigert, die notwendigen Gelder zum Kampf gegen die Covid-19-Pandemie einzusetzen. Das Regime hat auch keine nationale Quarantäne verhängt und als es widerwillig verspätet halbe Maßnahmen ergriff, weigerte sich die Regierung, den am meisten Betroffenen finanzielle Unterstützung zu gewähren. Bald mussten die Leute zurück an die Arbeit gehen, um über die Runden zu kommen. Khamenei rief 2020 als das Jahr der ‚Ankurbelung der Produktion‘ aus und zwang die Bevölkerung ihre Arbeit fortzusetzen trotz der immer schlimmer werdenden Covid-19 Situation. Das IRGC hat Masken gehortet, während die Menschen im Normalfall einer wachsenden Gesundheitskrise ausgesetzt waren. Das Regime hat den im Gesundheitswesen Tätigen verspätet Gehälter ausgezahlt, hauptsächlich Ärzten und Krankenschwestern, trotz ihrer wiederholten Proteste und unerträglichen Arbeitsbedingungen an den Frontlinien. Der frühere Gesundheitsminister der Regimes räumte im August 2021 ein, dass das Gesundheitssystem des Landes kurz vor dem Kollaps steht, aber er hat die Gelegenheit auch nicht ausgelassen, die Menschen dafür verantwortlich zu machen.
Als sie schließlich gezwungen waren, das Vorhandensein des Coronavirus im Iran zuzugeben, haben die Amtsträger des Regimes angefangen an den Zahlen der Todesfälle zu basteln, um das wahre Ausmaß der Krise zu vertuschen.
Mohammad Reza Mahboubfar, einer der Experten des Regimes, meinte gegenüber der staatlichen Zeitung Jahan-e Sanat („Welt der Industrie“) im August 2021: „Die Zahlen, die von den Amtsinhabern zu den Coronavirus Fällen und zu den dadurch Verstorbenen angegeben werden, entsprechen nur zu 5 % der wirklichen Rate“.
Die Folge war, dass Teheran zahlreiche Super-Spreader-Veranstaltungen und Versammlungen abhielt wie Prüfungen in der Schule, Eingangsexamina an den Universitäten oder religiöse Zeremonien, die dazu führten, dass Tausende von Iranern sich ansteckten.

Waren die Sanktionen Hindernisse für medizinische Hilfe für den Iran?

Das iranische Regime und seine Verteidiger haben die Sanktionen für die katastrophale Zahl der Toten durch Covid-19 verantwortlich gemacht, Aber sie haben sich damit selbst die Augen verbunden. Als Covid-19 zuerst in den Iran kam, haben die Ärzte ohne Grenzen das Land besucht und probiert, Feldlazarette aufzubauen. Aber Teheran hat sie ausgewiesen.
Alireza Zali, der Chef der Teheraner Arbeitsgruppe für Covid-19, hat im August 2021 in einem Fernsehinterview zugegeben, dass die Amtsträger des Regimes die Realität vor den Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ‚verheimlicht haben‘.
„Als die Experten von der WHO in den Iran kamen, haben wir, anstatt sie zu konsultieren, sie beständig aufgefordert, in den Medien das iranische Gesundheitssystem zu loben“, sagte er.
Er bestätigte auch, dass die Mullahs „den Kauf von Impfstoffen nicht erlaubten, weil sie dachten, sie seien zu teuer“. Zali widersprach auch der Behauptung, dass die nach eigener Beschreibung „moderate“ Regierung von Hassan Rohani Beauftragte geschickt habe, um den Import von Impfstoffen zu sichern.
„Ich habe mit dem japanischen Botschafter gesprochen und er sagte, dass der iranische Botschafter sich überhaupt nicht über Impfstoffe erkundigt habe. Was ist das für eine Diplomatie?“ beschwerte er sich.
Als Teil seiner inhumanen Covid-19 Politik hat Khamenei persönlich, ausdrücklich und öffentlich am 9. Januar 2021 die Einfuhr von vertrauenswürdigen Covid-19 Impfstoffen aus den USA und dem VK erboten. „Das Hereinkommen von amerikanischen und englischen Covid-19 Impfstoffen ist untersagt. Ich habe es unseren Amtsträgern mitgeteilt und jetzt sage ich es öffentlich“, erklärte er.
Sein Erlass hatte zum Ergebnis, dass sofort die geplante Lieferung von mindestens 100 000 Dosen abgesagt wurde, die von Philanthropen in den USA gespendet worden waren.
Khamenei bestand auch auf dem sogenannten heimischen Impfstoff „Barekat“, der vom Hauptquartier der Ausführung der Anordnungen des Imam Khomeini (EIKO) hergestellt worden ist, einem riesigen Finanzkonglomerat unter seiner eigenen Kontrolle. Dahinter stand natürlich die Idee, die Situation auszunützen, um sich selbst und seine Getreuen zu bereichern.
Als Ebrahim Raisi Präsident der Mullahs wurde, hat er behauptet, dass mehr als 90 % der Iraner geimpft worden seien. Aber die Impfstoffe, die benutzt wurden, waren entweder Barekat oder chinesische Impfstoffe, die keine weltweite Zulassung haben. Jetzt, wo die neue Omikron Variante im Iran aufgetaucht ist, versuchen die Mullahs, es sich ausbreiten zu lassen, zugleich aber in der Bevölkerung Falschinformationen auszustreuen.
All das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, was die Covid-19-Pandemie im Iran anbetrifft. Es zeigt die derzeitige Tragödie im Iran und der Tod von mehr als einer halben Million Menschen wäre leicht zu verhindern gewesen.
Indem er nichts tat, um die Ausbreitung und mehr Tote zu verhindern, wollte Khamenei der Gesellschaft des Iran ein Gefühl äußerster Verzweiflung einträufeln, um politischen Aktivismus und damit einen weiteren Aufstand zu verhindern.
Im Juli 2020 hat die staatliche Mostaghel („Die Unabhängige“) eingeräumt: „Diese Nation wird nicht vergessen, wie sie in diesen bitteren Tagen sich selbst überlassen worden ist. Das wird die kommenden Ereignisse bestimmen. Bald werden die Leute an ihre Tische zurückkehren und ihre Verzweiflung über die leeren Tische wird sie zu Protesten auf belebten Straßen führen“.
Die erschütternde Todesrate durch Covid.19 bedeutet, dass Millionen Iraner an jedem einzelnen Tag um den Tod von Nahestehenden trauern. Das ist wirklich herzzerreißend für jeden Menschen. Die hohe Zahl der Todesfälle durch Covid-19 im Iran ist das Nebenprodukt der Plünderung des Regimes und der kriminellen Politik, um ihre schändliche Herrschaft aufrecht zu erhalten.
Genauso wie das Regime seinem regionalen Terrorismus und dem Streben nach Atomwaffen Vorrang gibt vor dem Wohlergehen des iranischen Volkes und vor seinen wirtschaftlichen Wohlstand, versieht es auch seine eigene Sicherheit mit Vorrang vor der Gesundheit des Volkes. Impfstoffe zu verbieten, sich zu weigern, den Arbeitern finanzielle Hilfe zu leisten, die gezwungen werden, unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten, und es abzulehnen, dem medizinischen Personal Gehälter zu zahlen, das sind wie noch viele andere Versäumnisse alles Teile der Pläne Khameneis, im Iran ein Schlachtfeld zu schaffen unter der Ausnützung des Coronavirus. Der einzige Weg, um solche humanitären Katastrophen zu stoppen, besteht darin, die Theokratie zu stürzen und eine demokratische und säkulare Republik zu errichten, die dem Wohlergehen der Bürger Vorrang vor allem anderen gibt.