Tuesday, August 11, 2020
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Ein weiterer schockierender Aspekt der Armut des iranischen Volkes: Leben auf Dächern


Teheran, Leben auf Dächern

Nach den bisher schon bekannten schockierenden sozialen Phänomenen im Iran wie Leuten, die in Gräbern schlafen, Slum-Bewohnern und Frauen, die in Erdlöchern und in Kanälen hausen, gibt es jetzt ein weiteres schockierendes soziales Problem: Menschen, die auf Dächern leben. Die berüchtigte Herrschaft des iranischen Regimes hat dem iranischen Volk nichts als Armut, Not, Zerstörung und Krieg eingebracht.
Dieses schmerzliche soziale Phänomen ist wie andere auch das direkte Produkt der institutionalisierten Korruption des Regimes und der äußersten Armut in der Bevölkerung. Die falsche Wirtschaftspolitik des Regimes zusammen mit der institutionalisierten Korruption haben die Mietkosten für Wohnungen erhöht. Dieses Problem hat zusätzlich zur COVID-19 Pandemie, durch die viele arbeitslos werden, die hohe Inflationsrate und die soziale Ungerechtigkeit die Zahl der an den Rand gedrängten Menschen anwachsen lassen, so dass viele auch auf Dächern schlafen.
Die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim schrieb am 25. Juni: „Laut der Statistik des Ministeriums für Straßen und städtische Entwicklung ist der Durchschnittspreis pro Quadratmeter einer Wohneinheit in den 22 Distrikten Teherans um 2 Millionen Toman auf 19,071 Millionen Toman [etwa 950 $] gestiegen“.


In solch einer Situation sind Millionen arme Leute, die Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, nicht nur einer Unterkunft beraubt, sondern es wird für sie zu einem unerreichbaren Traum, ein Ort zur Miete zu finden. Die Union iranischer Grundstücksberater hat am 25. Juni zugleich bekannt gegeben: „Laut dem letzten Zensus von 2016 gibt es 2,6 Millionen leer stehende Wohneinheiten im Iran. Aber die meisten leer stehenden Wohneinheiten innerhalb von Teheran sind Luxuseinheiten und große Gebiete im Norden von Teheran. Die unteren und mittleren Klassen in der Gesellschaft können nicht einmal Untergeschosse oder Läden mieten“.
Die erwähnten Luxuseinheiten gehören meist Amtsträgern des Regimes und deren Verwandten. Diese Villen und Luxushäuser heißen auch Busenhügel. Was das betrifft, ist der Fall von Ali Shamkani, dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und einem der Topbeamten des Regimes, mit seiner Gang ein Beispiel für die systematische Korruption im Regime. Im Zuge von einem der Grabenkämpfe des Regimes haben zwei junge Kleriker der rivalisierenden Fraktion die Korruption von Shamkani und seinen Angehörigen bloßgestellt. Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) hat dazu einen umfassenden Bericht veröffentlicht. In einem Abschnitt dieses Berichts heißt es: „Die staatliche Nachrichten Website Ensaf hat am 6. März 2019 nach einigen Enthüllungen von Milad Gudarzi, einem Mitglied von Sadr al-Sadatis [einem Kleriker der rivalisierenden Fraktion] Organisation ‚Gerechtigkeit suchende Jugend‘ einen Bericht über Villen und Luxushäuser in Lavasan und den Busenhügel von Teheran veröffentlicht. Dort wird unter anderem erwähnt, dass Gudarzi nach Lavasan ging, um Untersuchungen über die Luxusvillen von Shamkani und seinen Partnern anzustellen. Dort traf er Shamkanis Schwiegersohn Hassan Mir Mohammad Ali. Dieser Mir Mohammad Ali versucht sich selbst als anders zu präsentieren und gibt sich so, als ob er von der Sache wegkommen will. Trotzdem weist er in seinen Reden auf wichtige Dinge hin. In Wirklichkeit ist Hassan Mir Mohammad Ali, der Schwiegersohn von Ali Shamkhani, einer der wichtigsten Villenbauer im Bezirk Lavasan“.
„Am 21. Oktober 2019 hat die gleiche staatliche Nachrichten Website Ensaf einen Bericht veröffentlicht über die Villen im Bezirk Lavasan. Dort ist zu lesen: ‚Nach dem Video Milad Gudarzis, einem Reporter der der Gerechtigkeit suchenden Bewegung zuzurechnen ist, und seinen Enthüllungen über Hassan Mir Mohammad Ali (Ali Shamkanis Schwiegersohn), sind wir in seine Villa gegangen, um näher in Augenschein zu nehmen, was in Lavasan passiert. Mir Mohammad Ali glaubt, dass, obwohl er beim Bau seiner Villa einige Gesetze verletzt hat, seine Ankläger auch keine reine Weste haben. Er sagte, dass in Lavasan Verletzungen der Bauregeln üblich seien und dass die Stadtverwaltung die entsprechende Bußzahlung erhält, was legal ist. Wenn deshalb die Regelverletzung keine Buße bekommen soll, behandelt bitte jeden gleich‘“, so der Bericht des NWRI.
Außerdem haben allein die Institutionen, die unter der Kontrolle des Obersten Führers Ali Khamenei stehen, das iranische Volke um Hunderte von Millionen Dollar geprellt. Es gibt ferner täglich viele Berichte über eine weit verbreitete Korruption und über ein Streben der Räuber des Regimes nach politischer Rente.
Obwohl Milliarden von Dollar an Ressourcen innerhalb des Iran da sind, mit denen den Menschen geholfen werden könnte, ist das Existieren solcher Orte nicht nur herzzerreißend für jeden Menschen, der Zeuge von solchen Szenen wird, sondern es zeigt auch die Tiefe der Tragödie und die Verkettung von Krisen auf Grund der Herrschaft der Mullahs.
Jedoch hat diese institutionalisierte Korruption und Armut zugleich mit der Unterdrückung des Regimes die iranische Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt.
Mohammad-Reza Mortazavi, der Chef der iranischen Müller Assoziation und Präsident der iranischen Assoziationen für die Nahrungsmittelindustrie, hat seine große Angst vor einem Aufstand der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht mit den Worten: „Der soziale Hass, der die Mittelklasse beherrscht, ist einer der Faktoren, die eine Prosperität des Landes verhindern. Dieser Hass wird sich in ein Ressentiment verwandeln. Das erinnert mich an die ersten Tage der Revolution. Manche Leute liefen in die Häuser und beschlagnahmten diese Häuser… Ich habe diesen Tag noch vor Augen und es ist mir sonnenklar, dass diese Tage zurückkommen werden. Als jemand, der die Gesellschaft kennt und ein Auge auf sie hat, sehe ich, dass dieser Hass wächst und [sich in eine Revolution verwandelt] und explodiert“.
Ja, wie er es versichert, ist der Tag „wo Arbeiter diese Busenhügel angreifen und sie niederbrennen“ und dieses Regime stürzen, nicht allzu fern.