Thursday, September 23, 2021
StartNachrichtenAktuellesIran am Vorabend von Nowruz: Eine unruhige Gesellschaft, Armut und explodierende Preise

Iran am Vorabend von Nowruz: Eine unruhige Gesellschaft, Armut und explodierende Preise

Ein Blick auf die staatlichen Medien im Iran zeigt die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation der iranischen Bevölkerung vor Nowruz [dem iranischen Neujahrsfest am 21. März]. Armut und in den Himmel schießende Preise haben „den Menschen das Rückgrat gebrochen“ und „die Entlohnung von 50 % der Bevölkerung kann nicht einmal die Kosten für Nahrungsmittel abdecken“, Müll sammeln ist ein offizieller Beruf geworden. Viele Leute müssen sogar das Brot auf Kredit kaufen.
Am Sonntag haben Pensionäre und Rentner in der achten Woche in Folge Proteste in einem Dutzend iranischer Städte abgehalten. Sie fordern höhere Renten wegen der zunehmenden Inflation und der in den Himmel schießenden Preise für Güter des täglichen Bedarfs.
Die staatlichen Medien und Amtsträger räumen einen Teil der wirtschaftlichen Krise im Iran ein. Wenige Tage vor dem persischen Neujahrsfest (Nowruz) kämpfen die Menschen mit der Armut. „Kurz vor dem Neuen Jahr, haben in den Himmel schießende Preise den Armen das Rückgrat gebrochen“, sagte am Freitag Javad Esmail-Nia, der Führer der Freitagsprediger von Bandar Lengeh im Südiran.
„Mehr als 50 % der Bevölkerung des Landes hat unter niedrigen Löhnen zu leiden und kann keine Nahrungsmittel beschaffen, geschweige denn die Kosten für das Wohnen, für Kleidung, Verkehr, Medizin und Behandlung oder Bildung aufbringen“, schrieb die staatliche Tageszeitung Resalat am 28. Februar.
Armut im Distrikt 4 in Teheran
Das Regime verteilt ein Mindestmaß an Hilfszuwendungen, etwa 450 000 Rial oder 1,8 $ im Monat entsprechend dem Dollarwert auf dem freien Markt. Dennoch sind die Preise der Güter zu hoch. „Ein iranischer Bürger kann nur ein Kilogramm Obst mit der monatlichen Zuwendung kaufen“, fügte Esmail-Nia am Freitag hinzu. In der öffentlichen Parlamentssitzung am 27. Februar meinte ein MP des Regimes: „Wenn wir den Menschen Zuwendungen zahlen, ist es so, als ob wir ihnen 100 geben und sie verlieren wegen der Inflation 200“.

Mittlerweile ist es so: „Vor Nowruz müssen die Iraner nur mit Bedauern auf den Preis von 50 bis 298 Tausend Toman für ein Kilo Nüsse schauen. Verglichen mit dem Anstieg bei anderen populären Gütern für Nowruz wie Süßigkeiten und Obst sind Nüsse eine billigere Ware“, heißt es in der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA.
Wegen der Korruption und der falschen Wirtschaftspolitik des Regimes haben die Iraner mit der Armut zu kämpfen. Es gibt Millionen Arbeitslose. Diejenigen, die einen Job haben, bekommen 2,5 bis 3 Millionen Toman. Im Vergleich dazu hat der Warenkorb mit Nahrungsmitteln für eine Familie den Wert von 8 bis 9 Millionen Toman erreicht und die Armutslinie hat den Wert von 10 Millionen Toman erreicht“, schrieb die staatliche Tageszeitung Arman am Samstag.


Quelle: Eghtesaad-24 Website – https://eghtesaad24.ir/fa/news/80234/
Gleichzeitig plündert das Regime den nationalen Reichtum aus, um seine unerlaubten Aktivitäten zu finanzieren. Im Mai 2020 erklärte Heshmatullah Felahatpisheh, der frühere Vorsitzende des Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik im Parlament des Regimes, dass das Regime Syrien bis zu 30 Milliarden $ gezahlt hat. „Ich bin nach Syrien gereist und manche Leute sagten, ich hätte dabei so einige Ausgaben gehabt, aber ich wiederhole: Wir haben Syrien vielleicht 20 bis 30 Milliarden $ zukommen lassen und die müssen wir zurückbekommen“, erläuterte er in einem Interview, das von der staatlichen Nachrichtenagentur Etemad Online veröffentlicht wurde.

„Der Iran hat in Syrien 30 Milliarden :$ ausgegeben“ gab das MP des Regimes Heshmatollah Falahatpisheh gegenüber Etemad Online an
Die Wirtschaftspolitik des Regimes hat Irans Finanzstruktur kaputt gemacht. „Die Zunahme der Liquidität hat einen neuen Rekord erreicht. Seit Beginn des Jahres wurden an jedem Tag 2328 Milliarden Toman zur Liquidität hinzugefügt. Ende Februar hat die Liquidität die beachtliche Zahl von 3300 Billionen Toman erreicht. Das [Regime] will im 16. Jahr Wohlstand mit dem Drucken von Geld erreichen”, so ein Bericht im staatlichen Fernsehen des Iran am 12. März.
„Die Regierung selbst sagt offiziell, dass 65 bis 70 Millionen Menschen in lebensbedrohliche Not geraten, wenn sie nicht 45 000 Toman als Zuwendung bekommen. Deshalb kann man einfach sagen, dass unser Verdienst öffentliche Armut ist“, erklärte Hassan Sobhani, ein früheres MP.
Die Maßnahmen des Regimes haben die Unruhe der Gesellschaft anwachsen lassen. Tägliche Proteste in allen Lebensbereichen, der Aufstand in Sistan und Belutschistan und drei landesweite Aufstände in den letzten drei Jahren haben gezeigt, dass das iranische Volk dieses Regime nicht haben will. Das Regime konnte die Menschen für den Augenblick niederhalten, aber die Situation hat einen Punkt erreicht, wo Unterdrückung nicht länger funktioniert. Sie erhöht nur den Hass des Volkes gegen das Regime.
„Hungrige Leute können nicht für länger unterdrückt werden. Kurzfristig ist es möglich, die Situation mit Repression zu kontrollieren. Es ist aber nicht länger möglich, die Situation langfristig mit Repression zu kontrollieren“, erklärte Fazel Meibodie, einer der Spitzenkleriker des Regimes, am Samstag.
Mit einfachen Worten: Das Regime sät Wind und wird den Wirbelwind ernten.