Wednesday, December 2, 2020
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Iran: Gefängnisvertreter lehnen medizinische Behandlung für kranken Gefangenen ab

NWRI – Im Ardebil Zentralgefängnis lehnte die Gefänhnisleitung die Verlegung eines Gefangenen in die Krankenabteilung oder ein anderes Gesundheitszentrum ab, nachdem dieser seinen Hungerstreik beendet hatte.

Der politische Gefangene Mohammad Saber Malek-Reisi, der im Zentralgefängnis von Ardebil inhaftiert ist, leidet an mehreren gesundheitlichen Problemen, unter anderem im Verdauungsbereich. Sie sind das Ergebnis seines langen Hungerstreiks.

Doch die Leitung des Gefängnisses lehnte eine medizinische Versorgung des Gefangenen ab. Der Arzt des Gefängnis sagte ihm:” Ich werde sie nicht besuchen. Sie hätten nicht in den Hungerstreik gehen dürfen und sie hätten vor dem Streik daran denken müssen, welche Konsequenzen dies für sie hat.“

In den letzten Tagen verhinderte der Sicherheitsoffizier Sha’bani mehrfach den Gang von Mohammad Saber in die Krankenabteilung des Gefängnisses.

Dieser politische Gefangene hat bereits 24 kg Körpergewicht verloren, nachdem er 39 Tage im Hungerstreik war, um gegen Restriktionen und Druck durch die Gefängnisleitung sowie gegen körperliche Gewalt und schwere Körperverletzung durch Gefängnismitarbeiter zu protestieren.

Sein Hungerstreik begann zeitgleich mit dem Ausbruch der Proteste im Iran. Er beendete seinen Hungerstreik, um die Nachricht zu senden, dass „in einer solchen Situation der Fokus der zivilen Gesellschaft und der Medien auf die landesweiten Proteste im Iran gelegt wird.“ 

Während seines Hungerstreiks wurde Mohammad Saber in die Quarantäne – Abteilung des Gefängnisses verlegt. Der Druck auf ihn, seinen Hungerstreik zu beenden und die Gefängnisbedingungen zu akzeptieren, war so stark, dass ihm die Gefängnismitarbeiter nicht einmal eine Flasche Wasser gaben, um ihn zum Ende des Hungerstreiks zu zwingen. 

Die Gefängnisleitung verweigerte ihm zudem das Recht zu regelmäßigen Anrufen und Treffen mit seiner Familie, um zusätzlichen Druck auf ihn zu machen.

Zuvor hatten bereits politische Gefangene, die aus Gewissensgründen inhaftiert sind, einen Brief zum Schutz von Mohammad Saber Malek Reisi geschrieben, in dem der UN Hochkommissar für Menschenrechte und der Sonderbeauftragte für die Menschenrechtslage im Iran aufgefordert wurden, das iranische Regime zum Ende der Unterdrückung nationaler und religiöser Minderheiten im Iran aufzufordern.