Tuesday, October 26, 2021
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Iran: Laufende Proteste der Rentner und ihre Botschaft


Am Sonntag haben die Rentner und Pensionäre der Organisation für Soziale Sicherheit des Iran ihre 12. Serie von landesweiten Kundgebungen in den letzten vier Monaten abgehalten und einmal mehr unterstrichen:„Nur auf der Straße bekommen wir, was uns zusteht“. Dieser Slogan allein zeigt, dass sie das Regime als die Instanz betrachten, die hinter all ihren Problemen steht.
Sie unterstrichen mit anderen Worten, dass es die institutionalisierte Korruption ist, die die finanzielle Situation der Iraner bewirkt hat, und sie riefen außerdem: „Unsere Hände sind leer, aber ihr seid in einer guten Situation“ und „Schande über euch Plünderer, verlasst das Land“. Die iranischen Pensionäre betonten ihren Entschluss, ihre Proteste für das Einfordern ihrer rechtlichen Ansprüche fortzusetzen und vor den Drohungen des Regimes nicht zu zurückzuweichen, indem sie skandierten: „Die Rentner sterben, aber sie werden sich nicht demütigen lassen“.
Die Rentner haben am Sonntag protestiert trotz der Drohungen des Regimes. Die Sicherheitskräfte des Regimes hatten gedroht und den Rentnern hohle Versprechungen gemacht unter dem Vorwand, sie sollten nicht ihre Proteste abhalten, da sie mit dem Tag der Armee des Regimes zusammenfielen. Aber das Regime scheiterte damit, die Rentner und Pensionäre davon abzuhalten, ihre Kundgebungen im ganzen Iran durchzuführen.
Das Regime ist nicht in der Lage, diese Proteste zu unterdrücken, wie es das vorher getan hat. Wegen der Explosivität der Gesellschaft würde die Unterdrückung durch das Kleriker Regime nur das Gegenteil bewirken und die Proteste verstärken.
Der Aufstand im Südosten des Iran und die Proteste der Rentner zeigen die Unruhe in der Gesellschaft

Am Sonntag hat die staatliche Tageszeitung Jahan-e Sanat zugegeben: „Das Volk ist wie ein unter der Asche schwelendes Feuer” und die Korruption des Regimes „hat den Zorn der Leute verstärkt“, deshalb werde jede weitere Unterdrückung „[den Hass der Menschen gegen das Regime] verdichten und es wird unliebsame Reaktionen geben“. Auch die staatliche Tageszeitung Sharq hat am Samstag unterstrichen, dass die Reaktion der Menschen das Regime „an einen unbekannten Ort“ bringen würde.
Wenn das Regime andererseits erlauben würde, dass diese Proteste abgehalten werden, würden sie sich wieder ausbreiten und verstärken und man würde aus verschiedenen Lebensbereichen auf die Straße strömen und die rechtmäßigen Ansprüche stellen. Weil „die Geduld der Menschen eine Grenze hat“, wie es die staatliche Arman am Sonntag schrieb; und weil „es die Möglichkeit aller Formen von Protesten im Lande gibt“, wie wiederum Jahan-e Sanat am Sonntag unterstrich.
Die Tageszeitung Mostaghel räumte am Sonntag ein, dass der derzeitige explosive Zustand der Gesellschaft „einen bestimmten Punkt an Schwierigkeiten erreicht hat, dass davon zu sprechen, die Amtsträger aufbringt“.
Das Regime ist in einer Sackgasse und sieht sich einer Gesellschaft gegenüber, die am Rand einer Revolution steht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann ein landesweiter Aufstand ausbricht. Wie die staatliche Tageszeitung Mostaghel am Sonntag außerdem zugibt: „Das Schiff des Systems steckt im Schlamm fest und sein Kapitän, [der Oberste Führer Ali Khamenei], glaubt nicht, dass die Passagiere, [die Amtsträger des Regimes und ihre Anhängerschaft], einer nach dem anderen ertrinken“. Mostaghel gesteht zu, dass der Zornessturm der Leute „jeden, selbst den Kapitän, in eine turbulente See werfen“.