Wednesday, January 19, 2022
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Iran: Während die Schulen sich wieder auf ihren Betrieb vorbereiten, sind viele Lehrer noch in Haft

Das neue willkürliche Urteil gegen den inhaftierten Lehrer Rasoul Bodaqi zu drei weiteren Jahren Gefängnis, gefällt in einem Scheinprozess der Mullahs

NCRI – Während die Schulen sich wieder auf ihren Betrieb vorbereiten, verbleibt eine große Zahl von Lehrern des Landes in Haft, darunter die Herren Mahmoud Beheshti Langeroudi, Mehdi Bohlouli und Reza Neiknejad – sie wurden kürzlich verhaftet -, sowie die Herren Rasoul Badoqi, Esmail Abdi, Ali-Akbar Baghbani,

Alireza Hashemi und Abdolreza Qanbari, die sich schon länger im Gefängnis befinden. Dabei hatte Ali-Asghar Fani, Rouhanis Kultusminister, am 15. September trügerisch die Hoffnung geäußert, die inhaftierten Lehrer würden vor dem 23. September – dem Tag des Schulbeginns – entlassen werden. 

Die Haftstrafe des politischen Gefangenen, des Herrn Rasoul Bodaqi, des edelmütigen Lehrers, der, weil er für die Rechte der Lehrer eintrat, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden war, sollte am 4. August 2015 enden, doch das iranische Regime weigert sich, ihn zu entlassen; in einem Scheinprozess wurde er zu weiteren drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Unter dem Mullahregime erhalten die schwer arbeitenden Lehrer des Landes ein Gehalt von nur einer Million Toman – ein Drittel des Existenzminimums, wie es das Regime selbst definiert hat. Die gefangenen Lehrer wurden festgenommen, weil sie für die Rechte der im Bildungswesen Arbeitenden eintraten und gegen ihre Diskriminierung kämpften – ebenso wie sie für das Recht auf Bildung und gleiche Bildungschancen für alle iranischen Schüler eintraten. Sie verharren in den Gefängnissen aufgrund der von den Mullahs erfundenen Tatbestände „Propaganda gegen das System“ und „Tätigkeit gegen die nationale Sicherheit“. 

Am Mittwoch, den 16. September versammelten sich dreihundert pensionierte Angestellte, die im Bildungswesen gearbeitet hatten, auf dem Pastor-Platz vor der Residenz des Präsidenten. Sie trugen Plakate mit den Aufschriften: „Wir fordern die Entlassung der eingekerkerten Lehrer Bodaghi, Beheshti, Abdi, Baghbani!“ Und: „Woher kommt das Vorurteil? Existenzminimum 3 Millionen, Gehalt der Pensionierten 1 Million“.

Ähnlich versammelten sich am 16. September in Ahwaz hunderte von Schulleitern und Lehrern vor der Allgemeinen Bildungsabteilung. An demselben Tage versammelten sich auch Kindergärtnerinnen der Schulen von Mazandaran vor der Allgemeinen Bildungsabteilung dieser Provinz, um dagegen zu protestieren, daß das Gesetz über die Auszahlung der Gehälter nicht eingehalten wurde.

Im ganzen Lande haben Lehrer dazu aufgerufen, daß sich am 5. Oktober, dem Weltlehrertag, die Lehrer in verschiedenen Städten versammeln, um für ihre Rechte einzutreten und ihre inhaftierten Kollegen zu unterstützen. 

Frau Soheila Sadeq, Vorsitzende des Bildungsausschusses des Nationalen Widerstandsrates des Iran, rief die Jugend, die Schüler und Studenten des Landes auf, sich für die Forderungen der Lehrer zu erheben, und besonders die inhaftierten zu unterstützen. Sie forderte die internationale Gemeinschaft und die Gewerkschaften der Lehrer und der im Bildungswesen Arbeitenden auf, die repressiv gegen die Lehrer und die im Bildungswesen Arbeitenden gerichteten Maßnahmen zu verurteilen und die Freilassung der inhaftierten Lehrer zu verlangen.

Nationaler Widerstandsrat des Iran

Bildungsausschuß

den 18. September 2015