Saturday, December 4, 2021
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Iran: Wo Menschen aus Armut ihre Herzen verkaufen müssen

Eine Verkaufsanzeige im Iran:“ Ein Herz zu verkaufen, 28 Jahre alt, Blutgruppe 0+, Telefonnummer: 0398…290“.

Im letzten Jahr gab es ein schockierendes Interview mit einem 29 Jahre alten Vater, der sein Herz verkaufen musste und sein Fall ging viral. Dieser Vater schaltete eine Anzeige, um mit dem Verkauf seines Herzes die Zukunft seiner Familie zu sichern.
In einem Interview fragte ihn ein „Interessent“:“ Sie wissen, dass sie sterben werden, wenn sie ihr Herz verkaufen, nicht wahr?“
„Ja, ich weiß, das wird passieren…Ich habe viele anderen Wege versucht, damit wir aus der Sackgasse heraus kommen. Doch dies ist die einzige Lösung, um die Zukunft meiner Kinder zu sichern.“, sagte er. Der Preis für sein Herz lag bei einer Milliarde Tomans oder 367.000 $ nach dem aktuellen Wechselkurs.
Der 17. Oktober ist der Internationale Tag gegen die Armut und viele Länder unternehmen große Schritte dagegen. Im Iran hingegen sind die Bürger trotz all der großen Ressourcen, die das Land hat, gezwungen, ihre Körperteile und wichtige Organe zu verkaufen, weil die Armut im Land immer größer wird.
Der Verkauf von Körperteilen ist im Iran nichts Neues. An den Wänden hängen zahlreiche Angebote von Bürgern für den Verkauf von Organen, darunter auch lebenswichtiger Bereiche, wie Knochenmark, Herzen oder Hornhaut.

In einem exklusiven Bericht von 2019 betonte der iranische Widerstand, dass der Verkauf von Körperteilen ein lukratives Geschäft im Iran ist. Laut der iranischen Opposition sind die Verkäufer in bitterer Armut und sehen den Verkauf von Organen als letzten Ausweg an. Sowohl Männer als auch Frauen bieten ihre Organe an. Viele verkaufen ihre Nieren, vor allem die jungen Menschen zwischen 22 und 34 Jahren. Andere wollen Körperteile verkaufen. Weil die Angebote des Verkaufs von Organen, welche die jungen Menschen anbieten, so zahlreich sind, habe die Käufer in der Regel keine Probleme, das zu finden, was sie brauchen.“
„Amir ist 18 Jahre alt. Er bot seine Niere aus Armut zum Verkauf an. Er will nicht mehr als 500 Millionen Rials haben. Er sagt, dass er nicht mehr länger in der Lage ist, die Forderungen des Vermieters zu begleichen. Er und sein Bruder haben sich entschieden, ihre Nieren zu verkaufen, damit sie ein kleines Haus kaufen können und ihrer Mutter damit helfen, einen Kredit zu bezahlen, damit sie ruhiger leben kann.“, schrieb am 2. Dezember 2018 die staatliche Zeitung Salamatnews.


Was Armut im Iran bedeutet

Mehr und mehr Iraner fallen jeden Tag in den Sumpf der Armut. Das iranische Regime setzt damit fort, die natürlichen Ressourcen des Landes dafür zu nutzen, um seine destruktiven Aktivitäten zu finanzieren. Die Armutsgrenze im Iran variiert je nach Region zwischen 10 und 15 Millionen Tomans. Der Mindestlohn eines iranischen Arbeiters oder Angestellten liegt bei rund vier Millionen Tomans.
Laut der staatlichen Donyay-e Eghtesad vom 4. Oktober heißt es:“ Offizielle Umfragen zeigen, dass die Zahl der armen Menschen zwischen 2012 und 2019 verdoppelt wurde. Während dieser Periode sind weitere 4 Millionen Menschen in die Armut abgestiegen und der Anstieg der Armutsgrenze ging von 6,4% auf mehr als 12% hoch.“
Am 17. Oktober bestätigte die staatliche Zeitung Mardom Salarie:“ Die Lohnanstiege sind weit kleiner als die Inflationsrate. Daher fallen große Teile der Gesellschaft mit steigenden Lebenshaltungskosten und gleichbleibenden Löhnen unterhalb der Armutsgrenze.“
„Während der letzten 40 Jahre hat sich der Preisindex um den Faktor 1326 erhöht“, schrieb am 11. Oktober die staatliche Zeitung Etemad.
„Ein Teil der Gesellschaft kann kaum noch seine Kosten bezahlen, während die Elite luxuriöse Reisen macht. Aktuell gibt es keine Mittelklasse mehr im Iran. Die Armutsgrenze liegt bei 11 Millionen Tomans. Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil des Volkes unter dieser Grenze lebt. Eine Fortsetzung dieses Trends wird die Gesellschaft in Reiche und Arme trennen. Wir werden bald hören können, wie die Knochen der armen Menschen unter dem Druck zerbrechen“, schrieb am 6. Oktober die Zeitung Aftab-e Yazd.
Laut der staatlichen Jahan-e Sanat vom 2. Oktober heißt es:“ Die Kaufkraft der Iraner ist stark gefallen und sie kämpfen darum, selbst die notwendigen Dinge im Leben kaufen zu können, wie z.B. Fleisch, Eier oder Pflegeprodukte. Diese Dinge sind um mehr als 50 Prozent von den Tischen verschwunden.“
„Die steigenden Preise und die steigende Inflation hat die Lebenshaltungskosten der Bürger von 40 Millionen Tomans in 2018 auf mehr als 63 Millionen Tomans in 2021 ansteigen lassen“, schrieb am 3. Oktober die staatliche Zeitung Kar-o Kargar.
Kürzlich hatten Vertreter des Regimes den Anstieg der Löhne für die steigenden Preise verantwortlich gemacht. Laut Kar-o Kargar vom 21. September heißt es:“ Ein Anstieg von 39% bei den Löhne 2021 deckt nur 37% der Lebenshaltungskosten der Menschen. Ein Arbeiter mit 4 Millionen Tomans Lohn kann nur 10 Tage des Monats seine Kosten decken und muss bis Ende des Monats sehen, wie er zurecht kommt. Viele notwendige Dinge sind aus ihrem Leben verschwunden.“


Wohin gehen die iranischen Ressourcen?

Der Iran gehört zu den reichsten Ländern der Welt, wenn es um natürliche Ressourcen geht. In einem Interview mit der staatlichen Aftab News vom 19. September 2021 sagte Behzad Nabavi, ein früherer hochrangiger Vertreter:“ In unserem Land gibt es vier Institutionen, welche 60% des nationalen Wohlstandes kontrollieren. Dazu gehören das Hauptquartier der Direktiven des Imam ((Setad Ejraie Farman Imam), Khatam al-Anbiya Basis, Astan-e Quds, und die Mostazafan (Unterdückten) Stiftung der Islamischen Revolution.
Diese Stiftungen stehen unter der direkten Kontrolle des obersten Führers Ali Khamenei. Hinter diesen vier Institutionen stehen mehrere Tochtergesellschaften:
• Untersuchungen von Reuters, die 2013 veröffentlicht wurden, zeigen, dass Setad Ejraie Farman Imam einen Vermögenswert von rund 95 Milliarden Dollar hat. Um das finanzielle Rückgrat von Setad zu stärken, hatte Khamenei fast 1 Milliarde Dollar von Astan-e Abdol-Azim in der Stadt Rey nach Setad transferieren lassen.
• Das Ministerium für Straßenbau und Stadtentwicklung gab am 1. November 2016 bekannt, dass ein weiteres massives Bauprojekt an die Mostazafan Stiftung ging.
• Große landwirtschaftlich genutzte Flächen im Nordosten des Iran mit mindestens 990.000 Hektar und einem geschätzten Wert von über 20 Milliarden Dollar gehören Astan-e Quds. 43,5 Prozent des Landes der Stadt Mashhad gehören ebenfalls dieser Stiftung. Sie hat Niederlassungen in 14 Provinzen, Immobilienbüros in 20 Provinzen und 300.000 Mietobjekte.
• Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA zitierte den Direktor der Nationalen Iranischen Ölfirma mit den Worten, dass das Khatam Hauptquartier „Ölverträge in Höhe von mehr als 25 Milliarden Dollar hat.“

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Einige sagen, dass die internationalen Sanktionen ebenfalls Schaden für die iranische Wirtschaft bedeutet haben. Doch diese Frage könnte man nur stellen, wenn das Regime genug Ressourcen für die Probleme des iranischen Volkes einsetzen würde. Hinzu kommt, dass die Sanktionen überhaupt nur wegen des destruktiven Verhaltens des Regimes – wie zum Beispiel seinen Export von Terrorismus – bestehen. Das Regime könnte schnell die Sanktionen aufheben lassen, wenn es seine destruktiven Aktivitäten beendet.
2019 schätzte das US Außenministerium, dass Teheran alleine für die Finanzierung der Hisbollah im Libanon 700 Millionen Dollar pro Jahr ausgibt.
Während das iranische Volk unter der Armut zerquetscht wird, berichtete Reuters im Dezember 2020, dass die IRGC plant, 600 Millionen $ im Irak für den Ausbau der heiligen Stätte von Imam Hussein, dem dritten schiitischen Iman, auszugeben.
Die staatliche Eghtesad-e Pouya schreibt dazu am 4. Oktober:“ Die meisten unserer wirtschaftlichen Probleme haben internationale Wurzel und selbst die Sanktionen sind dabei nicht das Hauptproblem.“ Weiter heißt es:“ Die meisten Sanktionen wurden wegen unserer Ideologie verhängt und wenn wir bei ihr bleiben, dann wird dies Kosten mit sich tragen. Doch die Frage ist nicht, wieso oder wie die Sanktionen verhängt werden. Die Frage ist, warum wir es ablehnen, einen sicheren Pfad gegen Sanktionen einzuschlagen und warum wir so viele wirtschaftlichen Kosten für unser Land auf uns nehmen.“
Das iranische Regime hat genug Ressourcen, – selbst jetzt noch – um die Probleme des Volkes zu lösen.

Der Internationale Tag zur Auslöschung der Armut am 17. Oktober wurde 1987 begonnen, als sich Tausende Menschen auf dem Trocadéro in Paris versammelten, um den Opfern von extremer Armut, Gewalt und Hunger zu gedenken. Dieser Tag macht darauf aufmerksam, dass Armut eine Verletzung der Menschenrechte ist und dass alle zusammen kommen müssen, damit dieses Recht respektiert wird. Die Menschen in aller Welt und viele Regierungen haben diesen Anlass genutzt, um ihr Bekenntnis zur Bekämpfung von Armut zu bekräftigen und den Menschen gleiche Möglichkeiten zu schaffen.
Doch dies passiert unter dem Mullahregime im Iran alles nicht. Das Volk begeht Selbstmord, verkauft seine Körperteile oder sucht im Müll nach Nahrung. Das iranische Regime ist die Quelle für die steigende Armut und das Regime sollte bekämpft und ausgelöscht werden, damit all das Leid im Iran beendet wird.
Die Iraner sehnen den Tag herbei, wo kein Vater mehr sein Herz verkaufen muss, um die Zukunft seiner Familie zu sichern und wo keine Mutter mehr ihre Würde verkaufen muss, damit die Familie etwas zu essen hat und wo keine Eltern mehr mit Scham in die Augen ihrer Kinder blicken müssen.
Die fortgesetzte Armut im Iran hat den Widerstand in der Gesellschaft steigen lassen. Die Welt war in den letzten zwei Jahren Zeuge von großen Aufständen im Iran. Die Proteste im Iran aus allen Bereichen des Lebens gehen weiter. Der Hass des Volkes auf das Regime nimmt parallel mit dem Anstieg der Armut im Iran zu und es liegt an der internationalen Gemeinschaft, ob sie nun einen Status Quo weiter fördern will oder ob sie dabei hilft, dies zu ändern.