Thursday, September 23, 2021
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Iranische Revolutionsgarde tötet Dutzende Kraftstoffportiere

Bilder von einer Reihe belutschischer Bürger, die heute durch Kräfte des IRGC in der Provinz Sistan und Belutschistan – im Südwesten des Iran – getötet wurden

Am 22. Februar eröffneten Kräfte der Revolutionsgarden (des IRGC) in der Provinz Sistan und Belutschistan auf eine Gruppe von Kraftstoffportieren („Sokhtbar“) das Feuer. Dutzende von ihnen wurden getötet bzw. verwundet. Während das IRGC die Wirtschaft des Iran kontrolliert und das Netzwerk des Schmuggels organisiert, tötet es die verarmten Träger.

Die Truppen des IRGC hoben in der Nähe der iranisch-pakistanischen Grenze große Gruben aus, um die Bewegung der Kraftstoffportiere zu verhindern. Während verarmte örtliche Bewohner demonstrierten, eröffneten Truppen des IRGC auf sie das Feuer, töteten mindestens acht Personen und verletzten Dutzende. Sie warfen die Leichen einiger Opfer in einen Kanal und gestatteten niemandem den Zugang zu ihnen.

Sistan und Belutschistan – das ist eine der ärmsten Provinzen des Iran. Die ethnische Minorität der Belutschen leidet unter doppeltem Druck: der Armut und den repressiven Maßnahmen des Regimes. Um über die Runden zu kommen und ihre Familien zu unterhalten, müssen verarmte Bürger Belutschistans jeweils wenige Gallonen Kraftstoff nach Ost-Pakistan bringen.

Die Truppen des IRGC heimsen von dem, was die Träger verdienen, den Löwenanteil heim; wenn die Träger ihnen die Zahlung verweigern, eröffnen sie das Feuer auf sie. Außerdem müssen die Träger die Gefahren der Straße, der extremen Hitze und fataler Straßenunfälle ausstehen.

Einige der Funktionäre des Regimes haben die armseligen Lebensumstände in Sistan und Belutschistan zugegeben.

Am 5. September 2020 räumte der Abgeordnete Ali Khezrian ein: „Wir reisten in die Stadt Iranshahr – der zweitgrößten Stadt des iranischen Südostens – und suchten die dortigen Dörfer auf. Betrüblicherweise fehlt es den Bewohnern dieser Gegend an lebenswichtigen Einrichtungen wie Duschen und Toiletten. In den Dörfern fanden sich keine passenden elektrischen Anlagen.“

Und doch – die Truppen des IRGC bringen regelmäßig belutschische „Sokhtbars“ um; es gehört zu den repressiven Maßnahmen, mit denen sie die Öffentlichkeit ängstigen wollen.

Am 17. Februar eröffneten das IRGC und die Grenzpolizei das Feuer auf einen 19 Jahre alten belutschischen Sokhtbar namens Mohammad Snjarzehi und töteten ihn. Auch Mohammads Vater wurde von den Truppen des Regimes erschossen.

Ähnlich den Sokhtbars im Südosten des Irans werden von der Grenzpolizei des Regimes und des IRGC im Nordwesten des Iran regelmäßig Grenz-Transporteure – Kolbars – erschossen.

Der neueste Fall: Am 8. Februar erschossen die Truppen des Regimes im Nordwesten des Iran den 37 Jahre alten iranisch-kurdischen Bürger Behzad Hashemi. Er war verheiratet und hatte drei Kinder.

Da die Grenzprovinzen des Iran die größte Rate der Arbeitslosig-keit aufweisen, wenden sich viele Bewohner dem Transport von Gütern zu – sie werden Kolbars. Die in diesen Provinzen unange-messene Verteilung der Güter durch das Regime, sein Mangel an Aufmerksamkeit auf das wirtschaftliche Potential der Region und das wirkungslose Management der Mullahs – all das gehört zu den Gründen dessen, daß die verarmten Bewohner der Gegend zu Trägern werden.

Und hier die Wahrheit:

Das IRGC ermordet Kolbars und Sokhtbars unter dem Vorwand, den Schmuggel zu bekämpfen. Doch in Wirklichkeit werden die größte Mafia und das Schmuggel-Netzwerk vom IRGC kontrolliert. Berichten, die der iranische Widerstand erhalten hat, zufolge kontrolliert das IRGC im Iran den größten Teil des Schmuggel-Netzwerks und annähernd 90 Häfen – das sind fast 45% der offiziellen Häfen des Irans. Die Importe und Exporte des IRGC von diesen Häfen werden auf annähernd $12 Milliarden pro Jahr geschätzt.

Dazu schrieb die staatliche Nachrichtenagentur „Tasnim“ am 5. Mai 2017: „Die Zahl von $15-20 Millionen für geschmuggelte Güter ist unter den Verhältnissen unseres Landes keine Kleinigkeit; es liegt auf der Hand, daß die Einfuhr von Gütern über illegale Kanäle unheilbaren Schaden anrichten kann. Vom wirtschaftlichen Stand-punkt aus betrachtet, wird die unkontrollierte Einfuhr geschmuggelter Güter der einheimischen Produktion des Landes ein Ende machen; das könnte für zwei Millionen Menschen das Ende ihrer Arbeitsstelle bedeuten.“

Im Jahre 2017 veröffentlichte der iranische Widerstand einen Bericht von dem Schmuggel-Netzwerk des IRGC. „Mit dem Staat verbundene Institutionen wie die Revolutionsgarden (IRGC) haben“, so heißt es in dem Bericht, „die Kontrolle der iranischen Häfen übernommen und mischen sich in die Angelegenheiten des Zolls ein; sie verwandeln diese wirtschaftlichen Zentren buchstäblich in Transit-Zonen für geschmuggelte Güter. Das IRGC hat die Kontrolle über die wichtigsten Straßen der iranischen Wirtschaft übernommen und ein großes Finanz-Imperium geschaffen; es kontrolliert einen großen Teil der Importe und Exporte des Irans.“

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Widerstands, sagte: „Das geistliche Regime plündert das Vermögen des iranischen Volkes aus und verschwendet es auf Krieg und Unterdrückung. Die Kinder der Leiter des Regimes leben in Europa und in den USA im Überfluß, während die verarmten iranischen Kinder als Träger arbeiten müssen.“

Der iranische Widerstand hat es des öfteren gesagt: Die einzige Möglichkeit, dieser Schande ein Ende zu machen, besteht in dem Sturz des Regimes; das iranische Volk verlangt darnach

Maryam Rajavi
@Maryam_Rajavi

The freezing to death of a 14-year-old porter in the mountains of #Iran shocks every human being. Instead of going to school, Farhad had to carry heavy loads and work as a porter to earn a living.

Maryam Rajavi
@Maryam_Rajavi

Hail to the people of Marivan who chanted “death to dictator” during Farhad’s funeral procession. They thus continued their heroic uprising and commemorated all martyrs of #IranProtests in November.