Wednesday, April 21, 2021
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Landesweite Proteste der Rentner im Iran könnten Auftakt zu Aufstand sein


Rentner und Pensionäre protestieren in mindestens 18 Städten im Iran – 14. Februar 2021

Am Sonntag gab es in Duzenden Städten des Iran Proteste aus allen Bereichen des Lebens, die vom Regime ausgeplündert wurden. Diese Proteste zeigen, dass die Gesellschaft zum Widerstand und einem unvermeidlichen Aufstand bereit ist.

Die verarmten Rentner und Pensionäre protestierten in mindestens 18 Städten im Iran, darunter in Teheran, Karaj, Nishapur, Shiraz, Ahvaz, Ilam, Khorramabad, Yazd, Isfahan, Arak und anderen Städten. Sie riefen dabei „Genug der Unterdrückung, unsere Tische sind leer“, „Die Antwort auf die hohe Inflation ist Rouhani (Präsident des Regimes)“, „Wir werden nicht aufhören, bis wir unsere Rechte haben“, „Nur auf der Straße bekommen wir unsere Rechte“ und „Die Armutsgrenze liegt bei 12 Millionen Tomans und wir bekommen 3 Millionen Tomans“.

Der Ruf „Unser Feind (das Regime) ist hier, sie lügen, wenn sie sagen, es ist Amerika“ zeigt, dass die Pensionäre ebenfalls die Propaganda des Regimes und seiner Apologeten ablehnen, welche die Sanktionen für die iranischen Wirtschaftsprobleme verantwortlich machen. Dieser Slogan wurde auch von den Menschen gerufen, die an dem Aufstand im November 2019 teilnahmen.

Vor dem Parlament des Regimes protestierten nicht nur die Pensionäre aus Teheran. Mit ihnen protestierte eine Gruppe von Menschen, die ihre Ersparnisse an der Börse durch die Wirtschaftskrise verloren hat, sowie eine Gruppe von verarmten Lehrern.

Die Rentner trafen sich zum vierten Mal im ganzen Iran, um ihre Forderungen kund zu tun. Der Preis der nationalen Währung, der Rial, hat in den letzten Jahren mehr als 80% seines Wertes verloren und die Pensionen sind im gleichen Zeitraum kaum angestiegen. Das Regime hat die Renten nicht an die Inflation und den Wechselkurs angepasst. Daher leben nun viele Rentner unterhalb der Armutsgrenze.

Das Regime konnte die Proteste der Rentner nicht unterdrücken, obwohl diese öffentlich kund taten, dass sie am Sonntag eine Demonstration planen. Die fortgesetzten Proteste im Iran zeigen einen dramatischen Wandel des Konfliktes des Volkes mit dem Regime in den letzten 40 Jahren.

Das Abhalten erfolgreicher und vorher angekündigter landesweiter Proteste zeigt, dass es eine neue Balance der Macht gibt Die Menschen sind „am Ende ihres Weges angekommen“, sagte am 31. Januar Mohsen Esmaili, ein Mitglied im Parlament des Regimes. Die unterdrückenden Maßnahmen werden nur in noch mehr Protesten enden, welche dann das Ausmaß der großen Proteste vom November 2019 erreichen werden.

Obwohl das Regime den Aufstand vom November unterdrücken konnte, indem es über 1500 Demonstranten ermordete, haben dieses Proteste dafür gesorgt, dass sie einen Alptraum für das Regime darstellen, der immer noch in ihren Köpfen ist. In wenigen Stunden brachen nach einer Erhöhung der Benzinpreise Proteste im ganzen Iran aus und die Menschen griffen dabei Zentren der Unterdrückung und der Ausplünderung des Regimes an.

Die Menschen riefen damals „Tod dem Diktator“, „Nieder mit dem obersten Führer“ und machten damit ihren Wunsch eines Regimewandels deutlich.

 

Iran – Proteste: Landesweiter Aufstand im Iran – November 2019

Das Regime konnte wegen seiner inhumanen Coronavirus – Politik bisher einen weiteren Aufstand vermeiden. Durch systematische Inaktivität und Vertuschung konnte es die Covid-19 Krise nutzen, um Massenopfer im Volk zu produzieren und so eine Barriere gegen einen weiteren Aufstand schaffen.

Doch die Coronavirus – Krise hat auch den Hass des Volkes gegenüber dem Regime erhöht. Selbst die staatliche Zeitung Arman schreibt am 26. Dezember, dass das Regime „eine ungewisse Zukunft in der Zeit nach der Coronavirus – Krise haben wird“.

Die steigende Inflation und die Rate der Armut, die durch das Missmanagement des Regimes verursacht wurde, hat den Widerstand der Gesellschaft in den letzten zwei Jahren steigen lassen. Viele Medien und Vertreter des Regimes haben verstanden, dass sie Teil der iranischen Wirtschaftskrise sind und sie warnen vor einem neuen kommenden Aufstand.


„Das aktuelle (persische) Jahr 1399 zeigt, dass viele Untersuchungen davon ausgehen, dass die Armutsgrenze in Teheran nun bei 10 Millionen Tomans liegt, weil die Preise steigen und daher hat sich die Kaufkraft der Menschen verringert. Viele können nicht mehr ihre notwendigen Dinge kaufen“, schrieb am Sonntag die staatliche Mardom Salarie.

Die staatlichen Medien geben auch zu, dass das Volk nicht mehr länger der Propaganda des Regimes vertraut und dass es nicht mehr die internationalen Sanktionen als einziges Problem des Volkes ausmacht. „Selbst wenn die ganze Welt unser (das Regime) Verbündeter würde, selbst wenn alle Sanktionen aufgehoben würden und wir unser Öl wieder so exportieren können, wie wir wollen, dann würden die Probleme und Herausforderungen (für das Regime) weiter bestehen“, schrieb am Sonntag die staatlich Jahan-e Sanat. Sie unterstrich auch, dass die Wurzel der aktuellen Krise die systematische Korruption und „Strategien“ sind, welche die Schwere der iranischen Wirtschaftsprobleme verdoppelt haben.

Die steigende wirtschaftliche und soziale Krise wird in einem Aufstand enden, der weit größer wird, als derjenige im November 2019.

Die Zeitung Mardom Salarie warnte am Sonntag:“ Wenn die wirtschaftlichen Bedingungen sich nicht ändern, sondern noch ansteigen, dann werden wir eine Unruhe in der Gesellschaft erleben, die nicht mehr angenehm sein wird. Dieses Problem wird in den Kern gehen und es wird den Kern der Gesellschaft schädigen und dann wird es Unruhe und Chaos in allen sozialen Klassen geben.“

Ein weiterer Aufstand ist unvermeidbar, weil das iranische Volk weis, dass das Regime die Wurzel aller Probleme ist. Die Oppositionsanführerin Maryam Rajavi sagte dazu am Sonntag: „So lange das klerikale Regime an der Macht ist, so lange werden Armut, Inflation, Arbeitslosigkeit und Veruntreuung weiter gehen.“