Wednesday, June 23, 2021
StartNachrichtenAtomprogrammEin Überblick über die iranische Wirtschaftskrise: Sanktionen oder Regime, wer hat Schuld?

Ein Überblick über die iranische Wirtschaftskrise: Sanktionen oder Regime, wer hat Schuld?

Die Iraner kämpfen mit wirtschaftlichen Krisen. Währenddessen gibt das Regime falsche Berichte heraus oder macht die Sanktionen für die iranischen Wirtschaftsprobleme verantwortlich. Doch ein Überblick der Artikel in den staatlichen Medien zeigt, dass diese Behauptung falsch ist und dass das Regime die wahre Quelle aller Krisen ist.
Am Dienstag traf sich Regimepräsident Hassan Rouhani mit sogenannten Wirtschaftsaktivisten. Dabei behauptete er, dass die Regierung Tausende Jobs geschaffen hat und die Inflationsrate auf einstellige Werte gesunken ist.
„Rouhani reflektiert nicht die öffentliche Meinung. Seine Berichte haben nichts mit der schmerzhaften Realität zu tun, mit denen sich die Menschen auseinander setzen müssen. Sie kämpfen täglich mit Armut, Arbeitslosigkeit und den Folgen von Korruption, Diskriminierung und Ineffizienz“, schrieb am Dienstag die staatliche Zeitung Sharq.
Sharq ergänzt, dass die Lügen von Rouhani nichts mit dem Leben der Menschen zu tun haben, die laut den Berichten einer „offizielle Institution erleben, wie täglich wichtige Güter aus ihrem Warenkorb verschwinden. Diejenigen, die gezwungen sind, in den Slums der Vororte leben zu müssen, suchen täglich im Müll, um etwas Essbares zu finden.“

Die steigende Inflationsrate

Laut Abdolnasser Hemmati, dem Chef der iranischen Zentralbank, hat die Regierung Banknoten drucken lassen, um das Budgetdefizit auszugleichen. Das Drucken von Banknoten erhöht die Liquidität und die Inflationsrate sowie die Preise von Gütern.

Wie die Mullahs die iranische Wirtschaft zerstören

„Der Anstieg der Liquidität im Verhältnis zum Anstieg der Produktion geht in den letzten Jahren immer weiter auseinander und die Liquidität endet immer in Inflation“, schrieb am Mittwoch die staatliche Zeitung Vatan-e Emrooz.
Vatan-e Emrooz ergänzt, dass dieses Verhältnis „die Lebenshaltungskosten der Menschen beeinflusst“. Der schnelle und signifikante Anstieg der Liquidität in der Wirtschaft des Landes ist einer der zentralen Gründe für die steigende Inflation und die schwache Produktion.“
„Laut veröffentlichter Statistiken ist das Anwachsen der Liquidität weit von den Standards in der Welt entfernt und es ist nicht im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum“, ergänzt Vatan-e Emrooz.
Laut eines Artikels von Vatan-e Emrooz „ist die Liquidität nicht durch die iranische Wirtschaft über die Produktion geschaffen worden. Die Produktion war in den letzten Jahren im Bereich von null und die iranische Wirtschaft hat seit den 2010er Jahren komplett im Vergleich zum Anstieg der Liquidität den Anschluss verloren, die immer stärker ansteigt.“
Selbst die fingierten Statistiken, welche die wirtschaftlichen Institutionen des Regimes herausgeben, zeigen, dass die Inflationsrate weiter steigen wird.
Die staatliche Zeitung Jahan-e Sanat schrieb am Dienstag:“ Die Statistiken gehen davon aus, dass die Inflation mindestens in der zweiten Hälfte dieses Jahres weiter steigen wird. Die Zentralbank wird die angestrebte Inflationsrate nicht einmal auf lange Sicht erreichen. Die Rekordwerte der Inflation im letzten Jahr und der ersten Monate in diesem Jahr belegen das Szenario einer anhaltend hohen Inflation über dem jährlichen Höhepunkt.
Aktuell befinden sich die Weltmächte in Gesprächen mit dem iranischen Regime über sein Atomprogramm. Rouhani und andere Regimevertreter sowie die Lobbyisten des Regimes machen die Sanktionen für die Wirtschaftskrise verantwortlich und behaupten, dass diese Verhandlungen und mögliche Konzessionen die iranische Wirtschaftskrise lösen werden.
„Einige schauen mit Optimismus auf die Verhandlungen. Selbst wenn unsere gesperrten Ressourcen frei gegeben werden, dann wird sich die wirtschaftliche Situation nicht verbessern, denn sie geben keinen Schub für die Produktion und sie reduzieren die Inflation nicht. Sie werden einfach von bestimmten Gruppen veruntreut“, sagte am 12. April Hossain Raghfar, einer der Wirtschaftsexperten des Regimes.
Die wirtschaftlichen und sozialen Krisen haben die Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt und das ist die wahre Sorge aller Vertreter und der staatlichen Medien.


„Die Menschen sind müde von den ganzen politischen Kämpfen. Sie fühlen sich inmitten der Krisen und Desaster im Stich gelassen und das führt zu Frustration und Ärger, was keinen positiven Effekt haben kann. Dieses Gefühl des im Stich gelassen werden ist ein gefährliches Gift und es wird die Kluft zwischen dem Volk und seinen Vertretern vergrößern. Und diese Distanz ist schwer zu reparieren.“, warnte am Montag die Zeitung Ebtekar.