Monday, November 29, 2021
StartNachrichtenMenschenrechteProteste im Iran gehen weiter – Khamenei warnt vor dem “Feind”

Proteste im Iran gehen weiter – Khamenei warnt vor dem “Feind”

Am Sonntag gingen erneut Lehrer, Rentner und Arbeiter im ganzen Iran auf die Straße, um gegen ihre schlechten Lebensbedingen sowie gegen Korruption zu protestieren. Seit Ebrahim Raisi als neuer Präsident sein Amt beginnen hat, werden die Proteste fortgesetzt und weiten sich aus. Die Iraner leiden an der hohen Inflation und explodierenden Preisen. Sie können selbst lebensnotwendige Dinge kaum bezahlen. Es wird dabei von Tag zu Tag immer ersichtlicher, dass auch Raisi und seine Regierung die wirtschaftlichen Probleme im Iran nicht lösen werden.
„Wenn die Regierung ihre Hände in den Taschen der Menschen durch das Drucken von Banknoten und anderen Maßnahmen hat, anstatt die wirtschaftlichen Strukturen zu reformieren, dann erleben die Menschen Inflation statt wirtschaftliches Wachstum und neue Innovationen. In dieser Lage braucht die Lösung des Problems der Inflation Zeit“, schreibt am Sonntag die staatliche Zeitung Keyhan, die als Sprachrohr des obersten Führers, Ali Khamenei, bekannt ist.
Trotz all der leeren Versprechungen von Raisi, der von Khamenei zum Präsidenten gemacht wurde, wird sich das Leben des iranischen Volkes nicht verbessern.
Am Sonntag protestierten Lehrer, Arbeiter und Pensionäre. Sie riefen:“ Die Rentner mögen sterben, doch sie werden sich nie unterwerfen“, „Unsere Tische sind leer, genug der leeren Versprechen“,“ Inflation und hohe Preise sind wie eine Plage für die Menschen“,“ Wir wollen keine leeren Versprechungen“ und „Unser Lebensunterhalt ist ein nicht verhandelbares Recht.“
Während die Bürger im Iran Zeuge der Proteste in den Städten waren, hielt Khamenei eine Rede ab, in der er sich auf „den Feind im Land“ bezog und betonte, dass „die Sicherheit die wichtigste Frage ist“, der man “seine Aufmerksamkeit schenken sollte“. Er betonte weiter, dass die unterdrückenden Sicherheitskräfte wie die „Revolutionsgarden (IRGC), die staatlichen Sicherheitskräfte, die Polizei und die Bassidsch (Paramilitär) das Schutzschild (des Regimes) gegen die Bedrohungen der Feinde sind.“
Die von ihm erwähnten „Sicherheitskräfte“ haben die zentrale Aufgabe, jegliche Opposition zum Regime zu unterdrückten.

Die Korruption deer IRGC frisst den Iran von innen auf

Am Sonntag riefen die Demonstranten auch:“ Habt Angst (ihr Verantwortlichen), wir sind alle vereint“ und „Nur wenn wir auf die Straßen gehen, werden wir unsere Rechte erlangen“. Es ist klar, wer der Feind des Regimes ist: Es ist das iranische Volk. Die fortgesetzten Proteste sind der Alptraum für Khamenei. Er weiß genau, welche verheerenden Resultate diese Proteste für ihn und sein Regime haben können. Daher warnt er die Vertreter von „dem Feind im Land.“
Khamenei und Raisi haben Angst vor der Fortsetzung der Proteste, weil das Regime damit in eine Sackgasse gerät. Es muss sich dann entweder um die Probleme des Volkes kümmern und Antworten geben, warum Ausplünderung und Korruption den nationalen Wohlstand vernichten oder es muss sich darauf vorbereiten, in Konfrontation mit dem „Feind“ zu treten.
„Wenn die Probleme der Lebenshaltungskosten der letzten Zeit in den nächsten Monaten fortgesetzt werden, dann wird es Volksaufstände wegen der schlechten Lebensbedingungen und der wirtschaftlichen Probleme geben“, schrieb am Montag die Nachrichtenagentur ILNA.

„Seit vielen Jahren plündern die Mullahs die Konten und das Eigentum einer großen Mehrheit des iranischen Volkes aus, um damit Unterdrückung, Kriege, Terrorismus sowie das Raketen- und Atomwaffenprogramm zu finanzieren. Das Regime hat den Menschen nur Armut, Unterdrückung, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und Inflation gebracht“, schrieb Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), auf Twitter. Sie ergänzte:“ Seit gegrüßt, ihr freiheitsliebenden Lehrer und Rentner im Iran, die auf die Straße gehen, um ihre Rechte trotz der Drohungen der Sicherheitskräfte einzufordern. Widerstand, Aufstand und der Sturz der religiösen Faschisten sind der einzige Weg, um die Rechte der Rentner, Lehrer und Arbeiter zu realisieren.“
Khamenei und sein Regime werden nicht damit aufhören, den Wohlstand des Volkes auszuplündern. Der Leiter der Wirtschaftspolizei des Regimes gab zu, dass es einen Anstieg von Veruntreuungen von 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gab. Steigende Unterdrückung und eine weitere Ausplünderung des Volkes wird das Regime nicht überleben lassen. Diese Maßnahmen verzögern nur einen weiteren landesweiten Aufstand für eine kurze Zeit. Den nächsten Aufstand wird das Regime nicht überleben, weil die Menschen nichts mehr zu verlieren haben. Sie sind der wahren „Feind“ des Regimes und sie sind seine existenzielle Bedrohung.