Thursday, September 23, 2021
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Proteste in Saravan zeigen den explosiven Status der iranischen Gesellschaft


In Saravan (Südostiran) brachen Proteste aus, als Revolutionsgardisten (IRGC) das Feuer auf eine Gruppe verarmter Treibstoff – Grenzhändler in Sistan und Beluchistan eröffnete, bei dem Duzende von ihnen getötet und verletzt wurden. Menschen aus verschiedenen Teilen in Sistan und Beluchistan protestierten und streiken daraufhin und in einigen Städten wurden Basen der IRGC angegriffen. Diese Proteste zeigen, welche Unruhe in der iranischen Gesellschaft herrscht.
Das iranische Regime erschoss die verarmten Treibstoffhändler in Sistan und Beluchistan unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Schmuggel. Doch es ist die IRGC selbst, welche das iranische Schmuggelnetzwerk kontrolliert.
In Saravan protestierten die Bürger und örtliche Geschäftsleute gingen am Dienstag in den Streik. Trotz der massiven Präsenz der IRGC stürmten die Menschen das Büro des Gouverneurs. Die IRGC eröffnete das Feuer und schoss in die Menge und so starben Duzende, dennoch protestierten die Bürge weiter. Rebellische Jugendlich setzten danach einige Polizeifahrzeuge in Brand und blockierten Straßen mit brennenden Reifen.
Zeitgleich mit den Protesten in Saravan gingen die Bürger des Dorfes zu einer Grenzstation, die als „Bam Posht“ bekannt ist. Dort gab es vor einer IRGC Basis Zusammenstoße mit den Kräften des Regimes.

Angry locals storm Governor’s Office after IRGC kill residents in SE Iran
Wütende Bürger stürmen das Büro des Gouverneurs, nachdem die IRGC Bürger im Südosten des Iran erschoss
Die IRGC nennt diese Menschen „Schmuggler“ und tötet sie. Ehsan Houshman, einer der sogenannten Experten des Regimes, sagte dazu am 5. Januar:“ Mafiabanden sind in Schmuggel involviert. Manchmal überqueren 100 Lastwagen mit einem offiziellen Regierungsdokument die Grenze. Diese Mafiabanden schmuggeln 10-15 Millionen Liter Diesel am Tag“.
Houshman gibt auch zu, dass die mit dem Regime in Verbindung stehende Mafia riesige Gewinne macht. „Wenn man 50% des Schmuggels stoppen würde, dann wäre das ein Zusatz von 6 Milliarden Dollar für die Wirtschaft des Landes“.
Die Truppen der IRGC eröffnen das Feuer auf verarmte Grenzhändler, während der Parlamentarier des Regimes Moinuddin Saeedi den Regimebehörden vorwirft, dass sie „beim Wirken einer Treibstoffmafia still bleibt, die mit Regierungsbehörden zusammen arbeitet.“


Die Proteste in Saravan zeigen jedenfalls die Unruhe in der iranischen Gesellschaft und das Scheitern der Mullahs, dies nach der Ermordung von 1500 Demonstranten während des Aufstands vom November 2019 zu stoppen oder das Coronavirus dafür zu nutzen, um das Volk langsam über Inaktivität und Vertuschung über den tödlichen Virus zu töten.
Die Proteste in Saravan stehen in einer Linie mit den Protesten aus allen Bereichen des Lebens und den beiden großen Iran – Protesten in 2018 und 2019, welche am Fundament des Regimes gerüttelt haben. Es gibt viele soziale Probleme im Iran wie Armut, Inflation, den Ausbruch des Coronavirus, das Missmanagement des Regimes sowie 40 Jahre Unterdrückung. All das hat die iranische Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt. Die Eskalation der Armut und des Leids der unterdrückten Menschen hat zu einer nie dagewesenen Eskalation des Konfliktes zwischen dem Volk und dem Regime geführt.
Die staatlichen Medien des Iran haben ihre Vertreter vor der explosiven Gesellschaft gewarnt. Am Dienstag warnte die Zeitung Mostaghel die Vertreter des Regimes vor Aufständen, die „laut vieler Sicherheitsvertreter wieder auftreten können und nicht mit denen vom Januar 2018 und November 2019 vergleichbar sind“.
Die Proteste im Iran zeigen auch, dass das Mullahregime weder gewillt noch in der Lage ist, die iranische Wirtschaftskrise zu lösen. Das Regime hat genug Mittel, um dem Volk zu helfen, doch laut Reuters gibt es lieber „600 Millionen Dollar für das Restaurieren der heiligen Stätten der schiitischen Imame im Irak“ aus, um seinen ominösen Einfluss in der Region zu vergrößern.
Das wirtschaftliche Missmanagement des Regimes hat viele Menschen in die Armut getrieben und so müssen viele Iraner in verschiedenen Regionen, wie in Sistan und Beluchistan, Grenzhändler werden, um ihr Überleben zu sichern. Und dennoch erschießt sie die IRGC.