Wednesday, October 20, 2021
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Iran: Die Menschenrechtsverbrechen von Ebrahim Raisi – Augenzeuge Firooz Danafar

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Mein Name ist Firooz Danafar. Ich war von 1982 bis 1986 als politischer Gefangener in den Gefängnissen Ghezel Hesar und Gohardasht inhaftiert. Ich möchte ein wenig über die Verbrechen reden, die Ebrahim Raisi verübt hat. Die wichtige Frage ist, warum das Regime begann, religiöse Minderheiten zu töten und damit einen Genozid zu begehen.
Da waren zum Beispiel Ayiarans, die Yarsanis waren, die rund um Teheran, Khrin, Varamin, Gherdavar, Ghaleh Hassan Khan und Ismailabad lebten. Ihr Anführer war Safi Gholi Ashrafi, der 1979 in die Region Sorkheh Hesar von Karaj emigriert war. Ihre Rituale und Glaubensvorstellungen waren friedlich und sie hatten ein normales Leben.
Doch Ruhollah Chomeini tolerierte sie nicht. 1980 wurde ein Geheimdienstmitarbeiter mit dem Namen Mesbah in die Asad Abadieh Schule von Sorkheh Hesar entsendet, um dort die Migranten und ihren Anführer zu kontrollieren. Am 20. Juni 1980 griffen sie die Migranten an und verhafteten viele von ihnen, darunter auch Dr. Sadrollah und Dr. Rashidi.
Viele wurden danach wieder entlassen, aber sechs Mitglieder wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Zu ihnen zählte auch Dr. Rashid, der 1983 hingerichtet wurde. Ebrahim Raisi hatte seine Hinrichtung umgesetzt.
In war der ebenfalls ein Angeklagter im gleichen Prozess, den auch Dr. Rashidi hatte. Wir haben es im Dezember 1982 in der Berufung versucht und er wurde zu 5 Jahren Haft verurteilt, doch fünf Monate später, am 21. Mai 1983, wurde er von Raisi hingerichtet.
Als ich verhaftet wurde, war Raisi der Staatsanwalt von Karaj. Ich erlebte in der Polizeistation von Karaj zwei Scheinhinrichtungen. Dann kam ich in eine Zelle, die 1,20m x 1,60m groß war und in der es sich wie in einem Sumpf anfühlte. Sie gaben mir eine schmutzige Schüssel mit 500 ml Fassungsvermögen, in den mein Essen gefüllt wurde. Ich musste diese Schüssel auch für meine Notdurft benutzen, weil es keine Toilette in der Zelle gab.
Als ich einer Wache sagte, dass ich ein Muslim bin und bete, beleidigte er mich und sagte, dass ein Heuchler nicht beten muss. Dies ist nur ein Beispiel für die Verbrechen von Raisi. Es ist keine Einbildung und auch kein Einzelfall.
Drei Tage lang gab das Regime bekannt, dass es die Ayiaran öffentlich hinrichten wird. Sie ließen Safi Gholi Ashrafi und Ruhollah Ashrafian im Sorkhe Hesar Stadion hinrichten. Ruhollah Ashrafian starb innerhalb von Minuten, doch Safi Gholi Ashrafi litt weiter und starb während der Erhängung nicht und seine geöffneten Augen beobachteten die Menschen. Raisi schickte daraufhin einen maskierten Mann zu ihm. Dieser löste das Seil und Safi Gholi Ashrafi fiel zu Boden und starb dabei.
Viele in der Menge, vor allem die Frauen, schrien und viele wurden bewusstlos. Meine Schwester, die ein Kind hatte, wurde dabei verrückt und geriet völlig außer Kontrolle. Für diese inhumanen Verbrechen gibt es keine Rechtfertigung.
Es gibt keine Rechtfertigung für diese Verbrechen. Bei diesem Verbrechen wurden auch 15 Jugendliche hingerichtet, die Unterstützer der MEK waren, darunter Safi Gholi Ashrafi.
Die Verbrechen von Raisi sind nicht nur auf Hinrichtungen beschränkt. Meine Schwester wurde verrückt. Viele andere Menschen auch. Viele andere starben an Herzinfarkten.
Als das Massaker von 1988 begann, war Raisi der stellvertretende Staatsanwalt von Teheran. Raisi kam nach Karaj und wurde Mitglied der Todeskommission. Weil er bereits beim Sorkhe Hesar Fall dabei war, half er, viele Menschen zu identifizieren. Er selbst hat 15 dieser Leute zum Tode verurteilt.
Saeed Ghasem Taymurian, ein verletzter Soldat, der wegen seiner Unterstützung der MEK verhaftet wurde, wurde lange Zeit gefoltert. Als er dennoch nicht aufgab und jede Kooperation ablehnte, wurde er hingerichtet. Das Regime war jedoch damit nicht zufrieden und zwang seine Schwester Azadeh, die in einer der Werkstätten in Dargar erarbeite, als Spion zu fungieren. Als sie dies ablehnte, wurde sie ebenfalls ermordet. Ihr Laden wurde in Brand gesetzt und sie starb darin und später wurde behauptet, es sein ein Unfall gewesen.
Die Verbrechen, die Raisi verübt hat, sind unvorstellbar gewesen. Und nun ist er Präsident des Regimes.
Ich bin bereit, meine Aussagen und Erläuterungen zu diesem Kriminellen jeder Zeit vor einem Gericht zu bezeugen.