Thursday, September 23, 2021
StartNachrichtenMenschenrechteStaatliche Medien geben zu, daß der unmenschliche Umgang des iranischen Regimes mit...

Staatliche Medien geben zu, daß der unmenschliche Umgang des iranischen Regimes mit COVID-19 fehlgeschlagen ist

Die im Iran durch COVID-19 bewirkten Todesfälle haben die Zahl
291 000 überschritten – so die Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK). Während die Todesfälle rasch zunehmen, räumen staatliche Medien ein, daß die Politik des Regimes unmenschlich ist – sie hat zu dieser Katastrophe geführt. Sie warnen vor Erhebungen im ganzen Lande.

Am Montag schrieb die staatliche Tageszeitung „Sharq“: „Inmitten der Krisen des Landes, frei von den offiziellen Argumenten [Macht-kämpfen], und vor den kritischen, entscheidenden Tagen der [Wahl-farce] warnen wir um des Volkes willen, dessen Schreie in dem Strudel der Ereignisse untergehen. Wir weisen warnend auf die wichtigste, die Leben entscheidende Angelegenheit dieser Zeit hin. Die Beschaffung und Verteilung von Impfstoff – darin sollte die erste Aufgabe aller Organe der Regierung liegen.“

Das iranische Regime hat, seitdem die Epidemie begann, gegenüber COVID-19 eine unmenschliche Politik betrieben. Die Funktionäre des Regimes spielten die Krise herunter, und der Höchste Führer der Mullahs, Ali Khamenei, verbot im Januar 2021 die Einfuhr amerikanischen und europäischen Impfstoffs. Khamenei und sein Regime versuchen, das tödliche Virus in der Kontrolle der unruhigen iranischen Gesellschaft als Verbündeten einzusetzen.

Am Sonntag schrieb die Tageszeitung „Etemad“, indem sie die unmenschliche Art, wie das Regime mit COVID-19 umgeht, indirekt zugab: „Einige Regierungen werden beschuldigt, sich des
Coronavirus zu bedienen. Manche Regimes setzen es ein, um ihre Schwäche und Tatenlosigkeit zu vertuschen; indem sie Angst und Sorge schaffen und dem Volk Beschränkungen auferlegen, verschaffen sie sich Gelegenheiten zu ihrem Nutzen.“

Die Zeitung „Sharq“ gab zu: „Widersprüchliche Nachrichten über Importe von Impfstoffen deuten darauf, daß das Verfahren der Entscheidungen zusammengebrochen ist.“

Während viele Länder bei der Impfung des Volkes bedeutende Fortschritte erzielt haben und weitere an den Lockdowns festhalten, zwingt das Mullah-Regime die Menschen zu Arbeit und Schule und hat keinen erfolgreichen Impfplan in Angriff genommen.

Die staatliche Tageszeitung „Arman“ schrieb am Sonntag: „Die Nachricht von dem Verschwinden einiger Impfstoff-Ladungen im Lande und die einander widersprechenden Äußerungen von Beamten des Gesundheitsministeriums wecken Zweifel daran, daß es in der kürzestmöglichen Zeit zu einer massenhaften Impfung kommen wird.“

Die Zeitung fährt fort: „Die Nationale Taskforce zur Bekämpfung von COVID-19 hat – trotz der Proteste von Schülern und ihren Angehörigen, die in verschiedenen Teilen des Landes fortgesetzt werden – angeordnet, daß die Schlußprüfungen in persönlicher Anwesenheit fortgesetzt werden.“ Die Zeitung bezieht sich auf Proteste gegen das persönliche Erscheinen bei Prüfungen, die unlängst im Iran stattfanden.

Die Zeitung räumt ein: „Der Umgang des Landes mit COVID-19 ist instabil; unvermittelte und einander widersprechende Entscheidungen [der Funktionäre] konnten die Bürger nur verwirren; die Wachsamkeit des Volkes gegenüber der Krise nahm ab.“

Der inhumane Umgang des Regimes mit COVID-19 beeinträchtigt auch das Auskommen des iranischen Volkes – abgesehen davon, daß er täglich hunderte von Menschen das Leben kostet.

In einem weiteren Artikel schrieb die Tageszeitung „Arman“ am Sonntag: „Die Epidemie des COVID-19 hat die Schwäche [des Regimes] an den Tag gebracht. Wir haben es erlebt – in unserem Lande, in dem ein Mobiltelefon ebenso viel kostet wie vor zehn Jahren ein Kia Pride. Millionen von Schülern wird online-Unterricht vorenthalten. Die Leute müssen entweder stehlen oder auf der Straße hausieren, um überleben und sich ernähren zu können – in einer Zeit, in der sie ihre anständigen Arbeitsplätze verloren haben.

Darnach warnt die Zeitung die Funktionäre des Regimes: Ihr inhumaner Umgang mit COVID-19 habe in der Gesellschaft eine Zunahme der Unruhe herbeigeführt.

„Arman“ schreibt: „COVID-19 nimmt die Gesellschaft aufs Korn; viele Menschen, viele Fachleute machen sich – ungeachtet des Risikos einer Ansteckung mit dem Virus – Sorgen um die Zukunft und befürchten, daß die Lebensumstände der Gesellschaft sich verschlechtern. Dabei hat gestern eine Presskonferenz an der Spitze der Organisation der Gerichtsmedizin für die Städte eine stille, verborgene Katastrophe vorhergesagt.“

Und „Arman“ warnt: „Die wirtschaftlichen Probleme, die Inflation und die Angst vor Tod und Krankheit haben die Geduld des Volkes dramatisch schwinden lassen. Die Leute gehen in der Stadt umher wie Pulverfässer, die sich bewegen und in jedem Augenblick explo-dieren könnten.“

Mit anderen Worten: Die unmenschliche Art, wie das Regime mit COVID-19 umgeht, ist ein Fehlschlag. Die im Iran anhaltenden Demonstrationen bestätigen, daß Khamenei und sein Regime mit ihrer gegen die unruhige Gesellschaft gerichteten Repression gescheitert sind. Daher warnen staatliche Medien, ein weiterer Aufstand im ganzen Lande sei unvermeidlich.