Thursday, September 23, 2021
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Staatliche Medien geben zu, dass das Regime die wirtschaftliche Krise verschärft hat

Die 40 Jahre der Unterdrückung durch das iranische Regime, seines Abenteurertums und der institutionalisierten Korruption, haben die Wirtschaft des Iran zerstört und hat wirtschaftliche Krisen hervorgebracht. Nach vier Jahrzehnten der Vertuschung geben staatliche Medien jetzt die Rolle des Regimes bei der Verheerung der Wirtschaft und des Lebens der Menschen zu.
Derzeit haben es die Iraner mit einer wachsenden Inflationsrate und Preisen zu tun, die in den Himmel schießen.
„Laut neuesten Berichten ist seit gestern der Preis für [Pflanzen-]Öl um 35% und der für feste Öle um 30 % gestiegen. Nach inoffiziellen Berichten ist der Preis für Brot um 50 % gestiegen und der für Zucker um 72 %“, schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad („Vertrauen“) am Montag.
„In den meisten Bäckereien in Teheran ist der Preis für Brot informell gestiegen. Der Preis des Brotes Barbari ist in der offiziellen Preisliste 1 500 Toman, aber in einigen Bäckereien ist der Preis für dieses Brot auf 2 000 Toman gestiegen. Trotz des Preisanstiegs für Brot geben das Gewicht und die Backqualität des Brotes Anlass zu Beschwerden bei den Leuten“, schrieb die staatliche Tageszeitung Resalat in Bezug auf die Brotkrise im Iran.

„Die Bevölkerung bezahlt immer den Preis für in den Himmel schießende Preise. Dabei kann die Regierung das Steigen des Preises für Brot stoppen, indem sie den Bäckereien Lizenzen zuteilt. Steigende Brotpreise für diese wichtige Ware im Warenkorb für Lebensmittel von Familien sind immer auf heftige Reaktionen gestoßen, weil es das wichtigste Nahrungsmittel der Menschen ist“, fügt der Artikel in Resalat hinzu.
Während die Regierung von Hassan Rohani im März behauptete, dass die Preise der elementaren Güter nicht steigen und kleine Geschäftsbesitzer verantwortlich machte, räumen staatliche Medien ein, dass Rohani und seine Regierung hinter den in den Himmel schießenden Preisen stehen.

„Während die zwölfte Regierung zu Ende geht, hat ohne Grund eine neue Phase steigender Güterpreise begonnen“ schrieb Jahan-e Sanat („Welt der Industrie“) am Montag in einem Artikel unter der Überschrift „Die Regierung der Inflation“.
„Der Trend zum Preisanstieg für elementare Güter hat in den letzten Tagen begonnen. Zugleich sind laut Regierungssprecher Ali Rabi’j keine Preisänderungen im ersten Viertel dieses Jahres zu machen gewesen“, schrieb Jahan-e Sanat am Montag und fügte hinzu: „Unter der Benutzung der [Schein-] Wahlen hat die Regierung den Preis für Pflanzenöl um 35 % erhöht und es gibt Gerüchte eines Anstiegs der Brotpreise um 50 %“.


„Außerdem werden wir jetzt auch Zeugen eines Anstiegs der Preise auf dem Zuckermarkt und einer neuen Inflationswelle auf dem Molkereimarkt und bei vielen anderen elementaren Gütern“, so der Artikel in Jahan-e Sanat weiter.
Die Tageszeitung Etemad hat am Montag den Ökonomen Vahid Shagagi mit den Worten zitiert: „Wegen der von der Regierung geplanten Wirtschaft wird es niemals einen Trend der Preise nach unten geben“.
Wer bezahlt den Preis für die Wirtschaftskrise im Iran?
Während die Regierung die Preise für elementare Güter steigen lässt, können die Iraner kaum über die Runden kommen und kämpfen mit Armut und dem Covid-19 Ausbruch.
„Warum sollte der Preis für Speiseöl um 35 % steigen, wenn die Menschen in einer schweren wirtschaftlichen Krise sind und kein Amtsträger im Land sich um die immer schwieriger werdenden Probleme des Überlebens der Leute kümmert?“ schrieb die staatliche Aftab-e Yazd („Sonne von Yazd“) am Sonntag.

„Die Summe der Inflation in den letzten drei Jahren von 2018 bis 2021 entspricht etwa einem Anstieg der Preise um 133 %. Wenn die derzeitige Situation so weitergeht, wird diese Zahl zum Ende des Jahres 220 % erreichen“, schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad am Samstag.
„In diesem Jahr hat das pro Kopf Einkommen der Iraner um etwa 15 % abgenommen. Diese Verringerung ist erheblicher für Leute in Armut und mit geringem Einkommen. Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Anteil der Bevölkerung unter der Armutslinie von 15% auf 30 % erhöht“, fügt der Artikel in Etemad hinzu.
„Seit mehr als vier Jahrzehnten kämpft die iranische Wirtschaft mit Inflation. Dies ist ein Fluch, der die Wirtschaft des Landes seit Jahren heimsucht und er wächst andauernd mit der ungünstigen Politik der jeweiligen Regierung“ schrieb die Tageszeitung Ebtekar („Initiative“) am Sonntag.
„Allgemein gesprochen sind das Fehlen einer fairen Verteilung der Hilfszahlungen unter den Menschen, das Fehlen eines positiven wirtschaftlichen Ausblicks, eine schwache Außenpolitik, Kriegstreiberei, regionales Abenteurertum, fehlende Transparenz für das Volk, die fehlende Unabhängigkeit der Zentralbank, der Abfall der Währung und das Misstrauen der Menschen wichtige Gründe für den Fluch der Inflation unter verschiedenen Regierungen“, fügte Ebtekar hinzu.
Seit die Iraner das Regime als die wirkliche Quelle der wirtschaftlichen Krise des Iran betrachten, verstärken die derzeitigen Probleme mit dem Lebensunterhalt die Unruhe in der Gesellschaft. Der Covis-19 Ausbruch und die Untätigkeit des Regimes haben auch die wirtschaftlichen Probleme und den Hass der Bevölkerung auf das Regime anwachsen lassen. Deshalb warnen die staatlichen Medien die Amtsträger vor den Reaktionen der Bevölkerung und nennen sie „Gewalt“.
„Der Ausbruch des Coronavirus hat unsere Probleme und Schwächen enthüllt. Einer der Faktoren, der Aggression und darauf folgenden Konflikt und Gewalt verursacht, ist der psychische Druck wegen der wirtschaftlichen Bedingungen und der Lebensbedingungen auf die Menschen. Arbeitslosigkeit ist ein anderer Grund für die Gewalt“, schrieb die Tageszeitung Arman am Sonntag.
„Wirtschaftliche Probleme, Inflation und die Angst vor Krankheit und Tod haben die Geduld der Menschen drastisch abnehmen lassen. Die Menschen ziehen in der Stadt umher wie wandelnde Pulverfässer, die jederzeit explodieren können“, warnt die Tageszeitung Arman.
„Die Menschen, besonders in den schwächsten Teilen der Gesellschaft, können nicht die elementarsten Ausgaben für ihr Leben aufbringen; wir sehen wirklich, dass die Gesellschaft auf Zerstörung zusteuert und Korruption und Chaos die Gesellschaft in sehr weitem Maße durchziehen“, schrieb die Tageszeitung Mardom Salarie am Montag.
Mardom Salarie warnt dann das Regime: „Die Lebenshaltung der Menschen und ihre Lebensbedingungen verwandeln sich allmählich in eine wirtschaftliche Katastrophe“.