Saturday, December 4, 2021
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Staatliche Medien: Irans Wirtschaft wird von der Korruption der Amtsträger geplagt

Die Wirtschaft des Iran wird von Korruption geplagt. Die Menschen leiden wegen dieser Korruption und der falschen Wirtschaftspolitik des Regimes. Die Situation hat einen Punkt erreicht, wo sich die staatlichen Medien des Iran und Amtsträger im Regime einen Teil dieser Krisen eingestehen.
„Die steigende Inflationsrate ist ein regulärer wirtschaftlicher Indikator und der Tatbestand hat einen verheerenden Effekt auf die Wirtschaft des Landes, vor allem auf das Leben iranischer Familien“, schreibt die staatliche Tageszeitung Mardom Salarie vom 19. September.
„Das Einkommen der Familien reicht nicht für alle ihre Bedürfnisse. Da die Inflation gestiegen ist, sind einige ärmer geworden und andere reicher, was die Kluft zwischen den Klassen ausgeweitet und damit die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation vergrößert hat“, ergänzte Mardom Salarie.
Mardom Salarie hat eingeräumt, dass „fast 25 Millionen Familien im Iran leben. Laut Wirtschaftsexperten bekommen 40 Prozent von ihnen weniger Gehalt, als es von den Gesetzen des Arbeitsministeriums gebilligt wird, und manche bekommen sogar noch weniger. In einer Statistik, die vor einiger Zeit bekannt gegeben wurde, sagt die Zentralbank, dass die Armutslinie im Land die Marke von 10 Millionen Toman erreicht hat, während zugleich das offizielle Einkommen kaum 5 Millionen Toman erreicht.
Iraner haben ein so geringes Einkommen, während laut Mardom Salarie „die Inflation in der Wirtschaft des Iran nicht aufgehört hat und immer weiter zunimmt. Viele Ökonomen denken, dass mit den jetzigen Methoden der Verwaltung die Situation am Ende des Jahres noch schlimmer sein wird“.
Wie die Mullahs die Wirtschaft des Iran zerstört haben

Viele Experten haben die wirtschaftliche Krise im Iran untersucht. Das Regime und seine Apologeten versuchen, die Sanktionen für die derzeitige Rezession im Iran verantwortlich zu machen. Aber einige Amtsträger und staatliche Medien geben zu, dass das Regime selbst bei der Schaffung und Ausweitung dieser Krise eine Rolle spielt.
„Die Gesetze [des Regimes] erzeugen Korruption und wenn der derzeitige Trend sich fortsetzt, werden wir 80 % von unserer politischen Legitimität verlieren“, meinte das MP Hassan Lotfi am 19. September laut der staatlichen Royedade („Sensationen“) 24.
„Leider wächst die Zahl der [wirtschaftlichen] Gesetze täglich. Zum Beispiel haben wir allein bei der Besteuerung etwa 800 Gesetzestitel. In einer solchen Situation sehen wir manchmal, dass eine Person, die mit Steuersachen beauftragt ist, je nach Gutdünken das ‚gute Gesetz‘ für jemanden benutzt, den sie gern hat. Wenn er den Antragsteller nicht mag, wendet der gleiche Beamte das „schlechte Gesetz“ an“, fügt Lotfi hinzu.
„Der Grund für die wirtschaftliche Korruption ist der Mangel an Transparenz. Jetzt frage ich: Welche Ressourcen der Regierung sind transparent? Zu welchem Informationssystem haben die Medien Zugang? Woher wissen die Menschen, wie viel wir im Parlament bezahlt bekommen? Wo werden die Guthaben von prominenten Tycoons investiert und woher haben sie dieses Geld?“ gab Lotfi zu. Neben der Korruption gibt es noch einen anderen Grund, der eine steigende Inflationsrate verursacht hat: das Wachstum an Liquidität.

Wie die Privatisierung großer Unternehmen die Wirtschaft des Iran zerstört

Einer der Hauptgründe für die Inflation ist das wachsende Budgetdefizit und die Unfähigkeit der Regierung, das Problem zu lösen“, schrieb Mardom Salarie dazu. Um das Budgetdefizit zu kompensieren, hat das Regime damit begonnen. Banknoten zu drucken und damit die Liquidität des Iran zu erhöhen. Da die Produktionsrate stark hinter dem Wachstum der Liquidität hinterherhinkte, stieg die Inflation im Iran schnell und dieser Trend setzt sich fort.
Laut Mardom Salarie hat die Inflationsrate im Iran „in diesem August mehr als 45 % erreicht. Das ist eine beispiellose Zahl, und es wird vorausgesagt, dass 60 % erreicht werden bei dem derzeitigen Budgetdefizit und Teherans Unfähigkeit, den Handel anzukurbeln“.
„In dieser Situation sollte die Regierung entweder die Inflation kontrollieren oder die Zunahme der Preise zu verhindern, indem man die Konsumenten unterstützt oder die Gehälter erhöht, damit die Menschen ihre Ausgaben bewältigen können. Aber solange die Regierung es mit einem Budgetdefizit zu tun hat und den Menschen in die Taschen greift, ist es unwahrscheinlich, dass das passiert“, schrieb Mardom Salarie.
„Deshalb scheint es, dass sich in den kommenden Wochen und Monaten die Situation verschlimmert und das wird die Ursache dafür sein, dass mehr Güter und Dienstleistungen den Leuten nicht mehr zur Verfügung stehen“, ergänzt Mardom Salarie.
Wie MP Lotfi eingeräumt hat, hat das Regime schon lange seine politische Legitimität verloren nach Jahren der Korruption verbunden mit Unterdrückung. Infolgedessen nehmen Proteste in der Bevölkerung und ihr Zorn gegen das Regime weiter zu.
„Wir müssen zugeben, dass die wirtschaftliche Situation des Landes schlimmer ist als man sich das vorstellen kann und die gefährlichen und schädlichen sozialen, politischen und moralischen Effekte und Konsequenzen davon sollten nicht übersehen werden“, warnte die staatliche Eghtesad-e Pouya („Wirtschaft von Pouya“) am 14. September.