Saturday, October 24, 2020
Start Nachrichten Terrorismus & Fundamentalismus Struan Stevenson – Die Explosion sollte ein Weckruf für den Todesgriff der...

Struan Stevenson – Die Explosion sollte ein Weckruf für den Todesgriff der Hisbollah auf den Libanon sein

Von Struan Stevenson

In einem Artikel vom 24. August in United Press International (UPI), beschreibt Stevenson die kürzliche Explosion in Beirut als „Weckruf für den Würgegriff der Hisbollah im Libanon“.

Die Proteste des Volkes haben sich nach der tragische Explosion in Beirut (Libanon) gegen das iranische Regime und seine Marionette der Terrorgruppe Hisbollah gerichtet. Dies hatte eine große Auswirkung auf die libanesische Gesellschaft und das iranische Regime und seine Terrorgang, schrieb Struan Stevenson, ein früherer Abgeordnert des EU Parlaments.
In einem Artikel vom 24. August in United Press International (UPI), beschreibt Stevenson die kürzliche Explosion in Beirut als „Weckruf für den Würgegriff der Hisbollah im Libanon“.
„Die Explosion von Beirut sollte ein Weckruf für alle sein. Das klerikale Regime im Iran ist das Problem und nicht die Lösung“, schrieb Stevenson.

Hier der vollständige Text seines Artikels auf der Webseite von UPI:

Seit drei Jahrzehnten steht der Libanon unter dem Würgegriff der Hisbollah, einer vom Iran unterstützten schiitischen Terrororganisation.
Die Hisbollah ist eine militärische Gruppe, die in nicht unerheblicher Zahl in der libanesischen Armee vertreten ist. Sie zahlt im Libanon keine Steuern und erhält Geld, Waffen und Waren aus dem Iran. Sie leiten ein großes Drogenimperium in Europa und in Amerika und sammeln dort jedes Jahr Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Kokain, dem Waffenhandel und der Geldwäsche sowie anderen kriminellen Aktivitäten ein.

 

https://t.co/gLgGD9lfhI?amp=1

Sie unterstützte Bashar al-Assad im blutigen Bürgerkrieg in Syrien und nutzte dabei seine Waffenkanäle und sein militärisches Personal und die anderen iranischen Söldnergruppen. Sie ist als terroristische Organisation in vielen Staaten gelistet, unter anderem in den USA und in den Golfstaaten und sie wurde mit Sanktionen und Boykotten überzogen, welche auch die Wirtschaft des Libanon zerstörten.
Die Hisbollah hat eine grausame Geschichte. Sie steht hinter Duzenden von großen terroristischen Anschlägen im Libanon und im Ausland, unter anderem bei dem Anschlag von 1983 auf eine Kaserne in Beirut, bei dem 307 Menschen getötet wurden, darunter 241 US Soldaten, 58 französische Soldaten, sechs Zivilisten und die beiden Angreifer. Die Hisbollah nutzte bei dem Anschlag zwei Lastwagen, die mit Ammoniumnitrat gefüllt waren.
Der Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat immer wieder seine Treue gegenüber Ajatollah Ali Khamenei, dem obersten Führer des Iran, dokumentiert. Unter dem Einfluß des iranischen Regimes hat sich der Libanon quasi in eine iranische Provinz verwandelt. Die Hisbollah ist direkt für das Leid des libanesischen Volks verantwortlich.
Die Hisbollah ist auch für die schreckliche Explosion am 4. August 2020 verantwortlich, welche Beirut erschütterte. Über 180 Menschen wurden getötet und mehr als 5000 verletzt. Die Explosion in Beirut fand durch das Entzünden von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat statt, welches seit 2013 am Hafen lagerte. Das Ammoniumnitrat wurde von einem russischen Frachtschiff entladen, welches in einem Hafen im Mittelmeer beschlagnahmt worden war.
Obwohl es mehrfach Warnungen gab, dass diese Lagermenge einer hoch explosiven Chemikalie zusammen mit weitreichender Inkompetenz und Korruption, zu der die Hisbollah mit seiner Kontrolle im Libanon beigetragen hat, zu einer Katastrophe führen könnte, wurde an der Lagerung fest gehalten.
Presseberichte zeigen, dass der Zollchef von Beirut, Badri Daher, das Ammoniumnitrat verkaufen wollte, aber von den Gerichten dafür keine Erlaubnis erhielt, welche behaupteten, dass dies außerhalb ihrer Zuständigkeit liegt. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr, das Innenministerium und die Hafenbehörde von Beirut sowie die libanesische Zollbehörde werden alle von separaten religiösen politischen Fraktionen geleitet und es gab Streitigkeiten darüber, wer von dem Kauf profitiert und wer dessen Gewinne in seine eigene Tasche steckt.
Wir überall in Beirut sonst auch, gab es keine Entscheidung ohne die Zustimmung der Hisbollah. Wucher und Korruption sowie die übliche institutionalisierte Unbeholfenheit sorgten dafür, dass das explosive Material langsam in einem Status der Zersetzung zerfiel, während die verschiedenen Gruppen immer noch um ihren persönlichen Vorteil stritten. Das Unvermeidliche war die größte nicht atomare Explosion der Geschichte, welche 300.000 Menschen obdachlos machte und die zahllose Leben, Eigentum und Geschäfte zerstörte.
Der Rücktritt der libanesischen Regierung und die folgenden Massenproteste auf den Straßen werden nicht dafür sorgen, dass der Würgegriff der Hisbollah im Libanon beendet wird. Diese rauchende Ruine, die von Paris bis in den Mittleren Osten reicht, ist eine tragische Erinnerung daran, dass das Krebsgeschwür des Fundamentalismus des iranischen Regime diese Zone gegeißelt hat. Die Hisbollah ist weiterhin präsent und sie wird die internationale Hilfe blockieren, welche so dringend benötigt wird, um die Stadt wieder aufzubauen.
Die Weltbank, der Westen und die arabischen Staaten werden nun sicher eine große Menge Geld in eines der korruptesten und terroristischen Länder der Welt schicken. Es wurden bereits zahlreiche große iranische Frachtflugzeuge gesehen, die seit der Explosion am Flughafen von Beirut gelandet sind und es wird dabei vermutet, dass die großen 747 Maschinen weder Notfallmaterial noch medizinische Ausrüstung dabei hatten. Die Mullahs waren schon immer groß darin, solche Operationen für ihre Propaganda auszunutzen und üblicherweise sind Teams von Fotografen und TV Kameras dabei, wenn sie solche Ereignisse dokumentieren.


Doch dieses Mal kommen und gehen all die Frachtflugzeuge ohne Ankündigung und das führt dazu, dass vermutet wird, dass diese Explosion eher dazu genutzt wird, um größere Mengen von Waffen und Truppen nach Damaskus zu schicken. Es wurden auch entsprechende Flugzeuge über Damaskus gesehen, welche verbotene Munition ausluden, welche von den USA unter die Sanktionsliste fallen, weil sie Teil der auf der Terrorliste befindlichen Islamischen Revolutionsgarden sind, der Gestapo des iranischen Regimes.
Der französische Präsident Emmanuel Macron war der erste ausländische Anführer, welcher die zerstörte Stadt besuchte. Er rief zu einer neuen Regierung von Technokraten auf, welche nun installiert werden soll und in der die Hisbollah nicht enthalten ist. Die iranischen Mullahs zeigten sofort eine wütende Reaktion darauf, weil dieser Zug ihren Einfluß im Libanon begrenzen würde. Macron wandte sich direkt an die Hisbollah und sagte, dass ihre Priorität die Bedürfnisse des libanesischen Volks und nicht die ihrer iranischen Unterstützer sein sollten. Seine Aussagen wurden schnell von Teheran verurteilt. Ein Sprecher des Außenministeriums, Abbas Mousavi, erklärte:“ Die Explosion sollte nicht für politische Ziele mißbraucht werden. Einige Länder versuchen, diese Explosion für ihre Interessen zu politisieren.“
Zwei Wochen nach der tödlichen Explosion ist der Libanon immer noch in einem Schockzustand. Doch die Mullahs in Teheran beobachten die Entwicklungen sehr genau. Ihre eigene Wirtschaft befindet sich im freien Fall, nachdem sich US Präsident Donald Trump aus dem Atomdeal zurück zog, den der vorherige Präsident Barack Obama abgeschlossen hatte und nachdem harte Sanktionen verhängt wurden. Das theokratische Regime kämpft nun um sein Überleben.
Die grassierende Korruption und die Inkompetenz der Mullahs zeigt sich in der Zahl von 93.000 Toten durch den Coronavirus und der schlimmen Armut im Land, welche mehr als 70% des iranischen Volkes zwingt, mit einem Einkommen zu überleben, welches unterhalb der internationalen Armutsgrenze liegt. Es gibt steigende Spannungen und die Mullahs haben Angst vor einer neuen Revolution, welche sie von der Macht stoßen könnte. Ihre Antwort darauf ist die Antwort, die sie immer gaben und geben. Sie steigern die Unterdrückung im Iran und ebenso ihre Aggressionen im Mittleren Osten.
Sie hoffen, dass die fortgesetzte Unterstützung von Bashar al-Assad in Syrien, der Huthi Rebellen im Jemen und der brutalen schiitischen Milizen im Irak und der Hisbollah im Libanon den Westen genug Angst einjagt, damit er mit seiner Politik der Beschwichtigung fortsetzt. Das Chaos durch die Explosion in Beirut sollte ein Weckruf für all diese Beschwichtiger sein. Das klerikale Regime im Iran ist das Problem und nicht die Lösung.

Struan Stevenson ist der Koordinator für die Kampagne für einen Wandel im Iran. Er war von 1999 – 2014 Abgeordneter im EU Parlament für Schottland, 2009 – 2014 Präsident der parlamentarischen Delegation für die Beziehungen mit dem Irak und von 2004 – 2014 Vorsitzender der Freunde für einen freien Iran im Parlament. Heute ist er ein internationaler Dozent für den Mittleren Osten und Präsident der Europäischen Vereinigung für einen freien Irak.