Thursday, September 23, 2021
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Wahlen im Iran 2021: Wer ist Fereydun Abbasi Davani?


Fereydun Abbasi Davani ist eine der Schlüsselfiguren des IRGC, was die Produktion von Atomwaffen betrifft. Derzeit ist er ein Mitglied des Parlaments des Regimes und der Vorsitzender von dessen Energieausschuss.
Geboren am 8. September 1958 in der Stadt Abadan, schloss er sich nach dem Sturz des Schah Regimes dem IRGC an. Er nahm in drei verschiedenen Phasen am Iran-Irak-Krieg teil. Abbasi war und ist seit 1984 eine der Schlüsselfiguren im Forschungszentrum des IRGC für den Bau von Atomwaffen und Raketen.


Jahre nach dem Ende des Iran-Irak-Krieges erhielt er im Jahr 1988 seinen Doktortitel in Kernphysik von der Beheshti Universität. Im Jahr 1993 wurde er Mitglied der Fakultät für Physik der Imam Hossein Universität, einer mit dem IRGC verbundenen Institution, und später wurde er Chef der Physikabteilung dieser Universität. Er hat viele Experimente durchgeführt im Zusammenhang mit dem Bau von Atomwaffen, darunter Laser Anreicherung.


Die Resolution 1747 des UN Sicherheitsrats hat Abbasi mit Sanktionen belegt als „hohen Wissenschaftler im Verteidigungsministerium, assoziiert mit dem Institut für Angewandte Physik“. Am 15. Februar 2011 hat Mahmud Ahmadinejad, der frühere Präsident des Regimes, ihn zum Vizepräsident und Verantwortlichen für die Atomenergie Organisation des Regimes ernannt. Diese Position hatte Abbasi bis zum August 2013 inne.


Abbasi war einer der vier Spitzen Atomphysiker im Verteidigungsministerium und hat den Plan zur Täuschung der IAEO Inspektoren bei deren Besuchen im Iran und besonders beim Besuch der Anlage Lavizan Shian im Jahr 2004 umgesetzt.

Hintergrund

Am 18. Juni wird das iranische Regime seine Scheinwahlen für die Präsidentschaft abhalten. Obwohl viele versuchen, die Scheinwahlen der Mullahs als Zeichen der Demokratie unter dem Regime darzustellen, ist es notwendig, tiefer nach den Prozeduren und Regeln der sogenannten Wahlen im Regime zu schauen.
Artikel 115 der Verfassung und Artikel 35 des Wahlgesetzes legen eine Schwelle für die Kandidaten für die Präsidentschaft fest mit: muslimische Männer, treu der „Islamischen Republik“ und mit praktischem Glauben an und Verpflichtung auf das Prinzip des velayat-e faqih (absolute Herrschaft des Klerus). Der selber nicht gewählte und handverlesene Wächterrat hat vor kurzem weitere Ausschlusskriterien hinzugefügt als taktische Anpassung, um potentiell unbequeme Kandidaten noch mehr für die anstehenden Wahlen zu disqualifizieren und einzugrenzen, die dem selbsternannten „reformistischen“ Lager zugerechnet werden.
Der Wächterrat hat 12 Mitglieder: sechs Kleriker und sechs Juristen. Khamenei ernennt die sechs Kleriker und der Justizchef, den Khamenei ernennt, wählt die sechs Juristen aus. Letzten Endes werden also alle Mitglieder dieses Rates vom Obersten Führer ernannt.
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