Thursday, September 23, 2021
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Aufruf an Kanada zu mehr Druck auf das iranische Regime

 NWRI – Im letzten Monat starb ein 63 Jahre alter Mann im Gefängnis. Sein Name war Kavous Seyed-Emami und er war der Leiter der Persian Heritage Wildlife Foundation und ein Professor der Soziologie an der Imam Sadeq Universität in der Hauptstadt des Iran.

Er wurde Ende Januar bei den Protesten verhaftet und inhaftiert.

Seine Frau, Maryam Mombeini, wurde von den Behörden ins Evin Gefängnis bestellt. Sie hatte wochenlang nicht gewusst, wo sich ihr Ehemann befindet. Dort wurde sie brutal verhört und darüber befragt, was ihr Mann im Umweltbereich tut und sie sollte ein falsches Geständnis unterschreiben, dass ihr Mann an Spionagetätigkeiten beteiligt war.

Nach den brutalen Verhör sagte man Maryam, dass ihr Mann tot sei. Man sagte ihr, dass er in seiner Zelle Selbstmord begangen habe. Doch seine gesamte Familie, auch seine Söhne Ramin und Mehran Seyed-Emami, sind fest davon überzeugt, dass er von Gefängniswärtern ermordet wurde.

Maryam wurde bei dem Verhör gedroht, dass sie nicht zu den Medien sprechen soll. Wenn sie es doch tut, wird sie ihre Familie in Gefahr bringen.

In der letzten Woche versuchte Maryam, das Land zu verlassen, doch sie wurde am Flughafen gestoppt und an der Ausreise gehindert. Ihre Söhne wollten sie nach Vancouver holten und sie bitten nun die kanadische Regierung um schnelle Hilfe.

Ramin und Mehran haben Hunderte Drohnachrichten bekommen, nicht über ihren Vater zu reden, dennoch blieben sie dabei, den Fall öffentlich zu machen. Die Brüder riefen die kanadische Regierung an und baten sie, die Umstände der Inhaftierung ihres Vaters und seines plötzliches Todes zu untersuchen.

Denn die Familie weis bis heute nicht, warum Kavous verhaftet wurde und es gibt absolut keinerlei Beweis dafür, dass er ein Spion ist. Sie sagten, dass ihr Vater sein Leben dem Umweltschutz und der Vereinigung der Menschen gewidmet habe.

Anfang der Woche trafen sich Ramin und Mehran mit Chrystia Freeland, der kanadischen Außenministerin, in New York und baten sie dort, mehr Druck auf den Iran auszuüben. Sie sagten, dass Freeland ihnen versprach, aktiv zu werden und dass ihre Mutter so bald wie möglich ausreisen darf. Dennoch baten die Söhne sie, auch öffentlich darüber zu sprechen.

Bei der aktuellen Protestwelle zu Beginn des Jahres wurden Tausende Menschen verhaftet und einige von ihnen starben in Haft. Es ist nicht unüblich, dass politische Gefangene im Iran schwer mißhandelt werden und Folter ist kein Ausnahmefall. Es ist wahrscheinlich, dass bei einigen Todesfällen von Gefangenen in Haft Folter oder der Weigerung medizinischer Versorgung der Grund ist.

Wie viele andere Familien von politischen Gefangenen auch, ist die Seyed-Emami Familie Opfer einer Einschüchterungskampagne. Ihre Häuser und Wohnungen werden durchsucht und sie werden ständig observiert. Sie bekommen Todesdrohungen und müssen Schmutzkampagnen des Regimes über ihren Vater erdulden.

Daher sind die Brüder der Meinung, dass es sicherer für ihre Familien ist, wenn man über das Thema öffentlich redet und so die internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht.